Süddeutsche Zeitung | 21.03.2017
- Seit der Schließung der Balkanroute und dem Türkei-Deal verschärft sich die Lage im zentralen Mittelmeer.
- Hauptsächliches Transitland für Flüchtlinge ist Libyen, das seine Seegrenze bislang nicht schützen kann.
- Die italienische Regierung bietet Libyen Hilfe beim Grenzschutz an, Libyen pocht hingegen auf eine stärkere Ausrüstung im Kampf gegen Schlepper.
Von Oliver Meiler, Rom
Europa ist besorgt über den starken Anstieg von Überfahrten auf der Fluchtroute von Libyen nach Italien, der sogenannten zentralen Mittelmeerroute. Auf Initiative des italienischen Innenministeriums hat sich am Montag eine neue Kontaktgruppe von besonders exponierten Ländern zu einem ersten Arbeitstreffen versammelt, um die Herausforderung möglichst gemeinsam anzugehen. Italiens Innenminister Marco Minniti stellte danach eine Absichtserklärung vor, die von allen Teilnehmern getragen werde: Neben Italien waren das Deutschland, Frankreich, Österreich, Slowenien, Malta, die Schweiz, Tunesien und Libyen. Er nannte den Ausgang der Konferenz „äußerst ertragreich“.
