04. August 2014 · Kommentare deaktiviert für Widerstand von unten zwingt Europa zur Rettung · Kategorien: Hintergrund, Mittelmeer · Tags:

Mare Nostrum

Mit folgendem Text wollen wir – Aktive aus unterschiedlichen migrations- und fluchtbezogenen Netzwerken – einige Überlegungen zur italienischen Marineoperation Mare Nostrum und somit zur aktuellen Situation im zentralen Mittelmeer zur Debatte stellen. Denn dort wurde in den vergangenen Monaten im Zusammenwirken von hartnäckig die Überfahrt wagenden Boatpeople sowie öffentlicher Kritik das EU-Migrationsregime in die Defensive gedrängt. Die Rettung jeder einzelnen Person – und das vieltausendfach – ist eine großartige Nachricht, die zudem einen Blick in die Zukunft ermöglicht: das Ende des Massengrabs im Mittelmeer. Denn es sollte immer wieder in Erinnerung gerufen werden, dass erst ab 1993 durch politische Entscheidungen all jene tödlichen Kontroll- und Ausgrenzungsmechanismen erschaffen wurden, die auch von heute auf morgen wieder verschwinden könnten. Dass sich dies allein durch nachhaltigen Druck von unten durchsetzen lässt, ist zentraler Ausgangspunkt der folgenden sieben Thesen, deren letzte einige Handlungsziele für die kommenden Monate skizziert.

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17. Juli 2014 · Kommentare deaktiviert für Migration & Bevölkerung – Ausgabe Juli 2014 erschienen · Kategorien: Lesetipps

www.migration-info.de

Interview: Zweifellos ein Einwanderungsland

Die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Aydan Özoğuz hat seit Dezember 2013 das Amt der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration inne. MIGRATION & BEVÖLKERUNG sprach mit ihr über den Integrationsbegriff, ihre migrationspolitischen Prioritäten sowie über die europäische und bundesdeutsche Flüchtlingspolitik.

In der Diskussion: Alterung der Bevölkerung ist unabwendbar, aber gestaltbar

Die Möglichkeiten, die gesellschaftlichen Folgen der demografischen Alterung auszugestalten, gehen über Fragen der internationalen Migration und der Migrationspolitik hinaus. Wichtig sind die Anpassung des Arbeitsmarktes, die Reform der sozialen Sicherungssysteme sowie des Gesundheits- und Pflegebereichs. Ein Umdenken bei der kommunalen Daseinsvorsorge und der Infrastrukturentwicklung ist notwendig.

EU-Flüchtlingspolitik: Diskussion über legale Einreisemöglichkeiten, Lastenverteilung und Rückführungspolitik

Der Innenausschuss des Deutschen Bundestages lud am 2. Juli Sachverständige von Forschungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen sowie Agenturen der Europäischen Union zu einer öffentlichen Anhörung. Vorgestellt und diskutiert wurden Expertisen sowie Gestaltungsmöglichkeiten des nationalen und europäischen Asyl- und Migrationsgeschehens.

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19. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für Migration und Bevölkerung – Ausgabe Juni 2014 erschienen · Kategorien: Nicht zugeordnet

http://www.migration-info.de

Zuwanderung nach Deutschland auf Rekordhoch
Deutschland gehört weltweit zur Spitze der Zuwanderungsländer, die Zuwanderung ist so hoch wie zuletzt vor 20 Jahren. Die Bundesrepublik profitiert dabei von immer besser qualifizierten Einwanderern. Die Regierung fürchtet jedoch den Missbrauch von Sozialleistungen durch EU-Einwanderer und will gegen diesen gesetzlich vorgehen. Die Innenministerkonferenz hat derweil die Aufnahme weiterer 10.000 syrischer Flüchtlinge beschlossen.

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19. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für „Wir wollen gehen, und wir werden gehen!“ – ak 595 · Kategorien: Marokko, Spanien

in: analyse & kritik 595

Massenaktionen zur Überwindung der EU-Außengrenze nehmen in Marokko zu

Von Carla Höppner

Boukhalef ist ein Außenbezirk von Tanger. Hier sollten Ferienwohnungen für SpanierInnen entstehen. Die Fertigstellung ist jedoch bis auf Weiteres eingestellt. Es fehlt das Geld. In den Häusern leben nun MarokkanerInnen und MigrantInnen. Sie kommen vor allem aus dem Senegal und aus Kamerun.

Gemeinsam organisieren sie sich zum Schutz vor Repression. Tag und Nacht sitzt einer der alten marokkanischen Großväter an der Straßenecke. Der Respekt gegenüber dem Alter genügt oft schon, um potenziell Angreifende abzuhalten. Noch vor einigen Monaten gehörten hier polizeiliche Razzien zum Alltag. Die Polizei stürmte regelmäßig die Wohnungen der migrantischen Communities, trat die Türen ein, riss die Menschen nachts aus dem Schlaf, vertrieb sie brutal und räumte unter Schlägen die Wohnungen.

»Die Art und Weise wie die Polizei Migranten sieht, ist sehr schwierig. Sie sehen Afrikaner wie Sklaven. Die Leute hier müssen verstehen, dass wir nur Reisende sind«, so beschreibt Don King die Situation. »Wenn du die Grenze überqueren willst, ist es von Tanger aus, von dort kannst du am einfachsten rüberkommen. Wir suchen alle ein besseres Leben, wir wollen gehen und wir werden gehen.«

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17. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für „Mehr als eine Million Iraker auf der Flucht“ – SZ · Kategorien: Golfstaaten · Tags:

„Erbil (dpa) – Innerhalb einer Woche eskalierte die Lage im Irak dramatisch. «Die Kämpfe um Mossul, Kirkuk, Tikrit, Ramadi oder Falludscha machen immer mehr Menschen obdachlos», sagt der Leiter der Mission der Ärzte ohne Grenzen im Irak, Fabio Forgione.

Seiner Einschätzung nach dürften inzwischen 1,2 Millionen Iraker auf der Flucht sein. Die jüngste Flüchtlingswelle wurde mit der Einnahme der Millionenstadt Mossul durch die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) am vergangenen Dienstag ausgelöst. Inzwischen kämpfen Soldaten in großen Teilen des Landes gegen Extremisten – auch wenige Dutzend Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad.

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13. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für „Und vor uns liegt das Glück“ – ZEIT · Kategorien: Mittelmeerroute · Tags: ,

ZEIT Magazin Nr. 23/2014

43.000 Flüchtlinge sind 2013 übers Mittelmeer nach Europa gekommen. Unsere Reporter haben sich im April auf eine dieser Überfahrten gewagt. Die größte Gefahr lauerte jedoch nicht auf See.

Von Wolfgang Bauer

„Lauft!“, brüllt es hinter mir, die helle Stimme eines jungen Mannes, eines halben Kindes noch, „lauft!“, und ich beginne zu laufen, ohne in der Dämmerung viel zu sehen, ich renne den Pfad hinunter, in einer langen Reihe mit den anderen. Ich renne, so schnell ich kann, sehe auf meine Füße, die mal auf Erde aufsetzen, dann auf Stein. „Ihr Hurensöhne!“, schreit einer der Jungen, die uns eben aus den Minibussen gejagt haben und jetzt neben uns herrennen, uns antreiben wie ein Hirte sein Vieh. Er schlägt mit einem Stock auf uns ein, auf unsere Rücken, die Beine. Er packt mich am Arm, reißt mich fluchend voran. Wir sind 59 Männer, Frauen und Kinder, ganze Familien, die Rucksäcke geschultert, die Koffer in den Händen, und rennen an einer Fabrikmauer entlang, irgendwo am Rande eines Industriegebiets im ägyptischen Alexandria.
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12. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für Syrische Flüchtlingskinder: Chronik einer Rettungsaktion · Kategorien: Deutschland, Syrien · Tags:

Das Zentrum für Politische Schönheit holt die größte humanitäre Katastrophe seit mindestens zwanzig Jahren zurück ins öffentliche Bewusstsein.

Das ZPS entwickelte stellvertretend für die Bundesregierung ein plakatives, aber sinnvolles Hilfsprogramm für die Menschen in Syrien. Angelehnt an die Kindertransporte des Jahre 1938/39, die 10.000 deutschen Kindern die sichere Ausreise ermöglichte, sollen 55.000 syrische Kinder in die sichere Bundesrepublik einreisen und temporär in deutsche Pflegefamilien untergebracht werden.

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12. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für „Die Flüchtlinge kommen sowieso“ – Badische Zeitung · Kategorien: Italien, Libyen, Syrien · Tags: , , ,

BZ-INTERVIEW mit Christopher Hein, dem Chef einer italienischen Hilfsorganisation, über die Menschen, die nach Europa wollen

„Vor Italiens Küste rettet die Marine zur Zeit viele Flüchtlinge, die in Booten aus Afrika nach Europa übersetzen. Julius Müller-Meiningen sprach darüber mit Christopher Hein, der einer italienischen Hilfsorganisation vorsteht.

BZ: Herr Hein, es sollen mehrere Hunderttausend Menschen in Libyen auf die Überfahrt warten. Stimmt das?

Hein: Es war sogar von 600 000 Menschen die Rede, die kurz davor seien, nach Italien zu kommen. Das ist unnötiger Alarmismus. Wir schätzen, dass sich derzeit 130 000 Flüchtlinge aus Syrien in Libyen befinden. Insgesamt leben dort über eine Million Ausländer. Aber die arbeiten teilweise dort und haben sicher nicht alle vor, nach Europa zu kommen.

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12. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für „Illegalität macht moderne Sklaverei“ – Tagesspiegel · Kategorien: Deutschland · Tags: , ,

Berlin: Ausgebeutete Flüchtling

Er hat Kühlschränke geschleppt und Kisten, drei Monate für eine Umzugsfirma gearbeitet. Keinen Cent hat der Flüchtling aus Ghana bis heute dafür gesehen. „Du bist ja illegal“, haben sie ihm gesagt. Vielen ist es in Deutschland so ergangen. Ist das Zufall oder System?

von | Der Tagesspiegel

Die Beweise sind auf seinem Smartphone gespeichert, und Isaac gefällt es, das zerkratzte Plastikteil aus seiner Hosentasche zu ziehen, mit dem Finger von einem Bild zum nächsten zu wischen. Da sind: der weiße Küchenschrank. Ein Schreibtisch. Der Bauernschrank mit der feinen Maserung und den Zierleisten, da war er beim Aufbauen sehr vorsichtig, sagt Isaac, damit nichts zerschrammte. Dann wieder ein Tisch, ein Bücherregal, der nächste Schrank. Das Doppelbett ist erst zur Hälfte aufgebaut. Es zusammenzusetzen habe Stunden gedauert, das Holz war alt und verzogen.

Es gibt auf Isaacs Smartphone auch Bilder, die ihn auf dem Beifahrersitz eines weißen Sprinters zeigen.

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09. Juni 2014 · Kommentare deaktiviert für „Sie riskieren alles für die Freizügigkeit“ – Zeit Online · Kategorien: Deutschland, Europa, Frankreich · Tags: , ,

Flüchtlinge und ihre Unterstützer wandern aus Protest gegen Europas Asylpolitik nach Brüssel. Nicht-EU-Bürger ohne Papiere riskieren dabei ihre Abschiebung.

von Anne-Sophie Balzer | ZEIT Online

Kadar lacht und stößt die Luft durch die Zähne. „Pff, this is like holiday to me. I survived the Sahara!“ Wir laufen nebeneinander auf einem Feldweg, der die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich markiert. Deutschland, Frankreich, Deutschland, Frankreich, wir hüpfen hin und her und betreiben Länderhopping. Für mich kein Problem, ich bin Deutsche und damit Europäerin. Für Kadar ein waghalsiges Unterfangen.

20 Kilometer unserer Tagestour von Merzig nach Perl im Saarland sind schon geschafft, fünf Kilometer liegen noch vor uns. Kadar, der aus Mogadischu in Somalia kommt, kaum 20 Jahre alt ist und für seine Reise nach Deutschland mehr als ein Jahr lang und oftmals zu Fuß durch Äthiopien, den Sudan, Libyen, Tunesien und Marokko unterwegs war, ist kein bisschen müde.
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