„Griechenland riegelt seine Grenze zur Türkei hermetisch ab, viele Flüchtlinge sterben deswegen in der Ägäis. Manche Schleuser bringen sie sogar bewusst in Lebensgefahr.
Von Gerd Höhler
Auf dem Friedhof von Agios Panteleimon auf Lesbos gibt es Dutzende namenlose Gräber. Hier liegen sie, die Männer, Frauen und Kinder, die von der griechischen Küstenwache tot aus dem Meer gefischt oder irgendwann von den Wellen an die Küste gespült wurden.
Auf allen Inseln der östlichen Ägäis gibt es diese anonymen Grabstätten. Auch auf Samos. Hier mussten Anfang der Woche weitere Gruben ausgehoben werden: Für jene 22 Menschen, die am frühen Montagmorgen vor der Nordküste der Insel ertranken, als die Motorjacht, auf der sie von der türkischen Küste nach Griechenland zu gelangen hofften, aus noch ungeklärter Ursache kenterte.
