10. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für EU-Geld an Afrikas Flüchtlingsstaaten: Unser Partner, der Diktator · Kategorien: Europa

Quelle: Spiegel Online

Flüchtlinge bringen die EU an ihre Belastungsgrenze. Damit zumindest aus Afrika weniger kommen, will Europa mit dortigen Staaten kooperieren. Darunter sind sehr fragwürdige Freunde.

Von Christoph Titz

Sind es 100.000? Sind es sogar mehr als 200.000, wie Innenminister Thomas de Maizière warnt? Oder sind Berichte über zur Flucht nach Europa entschlossene Afrikaner vielleicht übertrieben?

Sicher ist, dass Zehntausende Menschen allein in diesem Jahr versucht haben, von Libyen und Ägypten aus über das Mittelmeer zu gelangen. Weitere warten noch auf die letzte Etappe ihrer Flucht vor Unterdrückung, Krieg oder Armut. Für viele endet sie tödlich.

Die Menschen kommen aus Ländern, in denen Autokraten herrschen, Krieg tobt und die eigene Arbeitskraft nicht zum Überleben reicht. Bürgerkriegsstaaten, Diktaturen, Autokratien.

Weiterlesen »

10. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für Flüchtlinge an ungarisch-serbischer Grenze: Ausharren vor der Transitzone · Kategorien: Balkanroute, Serbien, Ungarn, Video

Quelle: ARD Tagesschau

Mit meterhohen Zäunen an der Grenze zu Serbien schottet sich Ungarn ab. Doch die Flüchtlinge kommen trotzdem und harren in provisorischen Lagern aus. Einige versuchen, illegal die Grenze zu überqueren.

Von Michael Mandlik, ARD-Studio Wien

10. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für Bürgerwehren in Bulgarien: Selbstjustiz an der Grenze · Kategorien: Balkanroute, Bulgarien, Video

Quelle: ZDF Auslandsjournal

Sie hoffen auf Schutz und Frieden – doch was sie in Europa erwartet, ist genau das Gegenteil. Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika werden auf brutale Art und Weise an der bulgarisch-türkischen Grenze von Bürgerwehren gejagt.

von Jan-Frederik Fischer

„Geht zurück! Zurück in die Türkei. Kein Bulgarien für euch!“ – in einfachem Englisch werden vier Männer angeschrien – sie liegen am Boden, gefesselt mit Kabelbindern. Um Sie herum laufen mehrere bewaffnete Personen in Tarnkleidung. Es sind Mitglieder einer bulgarischen Bürgerwehr. Sie schützen ihre Heimat vor Flüchtlingen – dafür patrouillieren die Hilfssheriffs mit Messern bewaffnet bei „Spaziergängen“ an der bulgarisch-türkischen Grenze, spüren „Invasoren“ auf, nehmen sie fest und übergeben sie den offiziellen Grenzpolizisten. Eine Erlaubnis haben die Bürgerwehren dafür nicht – doch die Polizei duldet die Grenzschützer oftmals stillschweigend.

 

Weiterlesen »

07. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für Libyen, EU: Übersicht zu EUNAVFOR MED „Sophia“ · Kategorien: Europa, Libyen · Tags: , ,

Quelle: bruxelles2

L’opération Sophia (EUNAVFOR Med) change de navire amiral

(BRUXELLES2) Le porte-aéronef italien Garibaldi (C-551) a pris le relais du Cavour (C-550) vendredi (3 juin) comme navire-amiral de l’opération maritime de l’UE en Méditerranée (EUNAVFOR Med / Sophia). C’est désormais lui qui abrite les quelque 60 officiers et sous-officiers de l’état-major de force (FHQ) qui proviennent de 14 pays différents.

Weiterlesen »

07. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für Europas neuer Masterplan der Abschottung · Kategorien: Europa, Jordanien, Libanon, Libyen, Mali, Tunesien, Türkei

Quelle: Die Welt

Der Türkei-Deal war nur der erste Schritt. Nun will die EU auch mit afrikanischen Staaten kooperieren. Das Prinzip: Geld für Afrika, weniger Migranten für Europa. Es geht um bis zu 62 Milliarden Euro.

Die Welt: Im Kampf gegen die Flüchtlingskrise hat die EU-Kommission bereits Pläne zu einer gerechten Verteilung von Flüchtlingen und zu einem besseren Schutz der Außengrenzen vorgelegt. Jetzt will Brüssel die afrikanischen Staaten stärker in den Blick nehmen. Was planen Sie?

Dimitris Avramopoulos: Die EU-Kommission wird neue Migrationspartnerschaften insbesondere mit Afrika vorschlagen. Dabei bieten wir zunächst neun Staaten, die Herkunfts- oder Transitländer für Flüchtlinge sind, eine neue umfassende und nachhaltige Partnerschaft an.

Die Welt: Welche Länder sind das?

Avramopoulos: Jordanien, Libanon, Tunesien, Niger, Mali, Äthiopien, Senegal, Nigeria und Libyen. Es kommen aber im Laufe der Zeit weitere Länder in Afrika und Asien hinzu.

Weiterlesen »

05. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Libyen wehrt sich gegen Rückführung von Flüchtlingen“ · Kategorien: Europa, Libyen · Tags: , ,

Quelle: FAZ

Libyen wehrt sich gegen Rückführung von Flüchtlingen

Österreichs Außenminister will Flüchtlingsboote im Mittelmeer zum Umkehren zwingen. Libyens Regierungschef hält dagegen: „Wir werden nicht akzeptieren, dass die EU Migranten zu uns zurückschickt.“

Libyen wird nach Aussage seines Ministerpräsidenten Fajis al-Sarradsch keine Flüchtlinge aus Europa zurücknehmen. „Wir werden nicht akzeptieren, dass die EU Migranten zu uns zurückschickt“, sagte der Chef der neuen libyschen Einheitsregierung der „Welt am Sonntag“. „Europa muss Wege finden, sie in ihre Heimatländer zurückzubringen. Sie können nicht bei uns leben.“

Über das vom Bürgerkrieg zerrüttete Land kamen allein im vergangenen Jahr mehr als 150.000 Menschen nach Europa. Zwar ebbt der Zustrom leicht ab – die libysche Regierung stabilisiert sich, den Schleppern mangelt es an Schiffen und das Wissen über die Todesfalle Mittelmeer breitet sich aus – doch immer wieder brechen Flüchtlinge in teilweise schrottreifen Booten von der libyschen Küste in Richtung Italien auf. In dem nordafrikanischen Land halten sich nach unterschiedlichen Angaben bis zu eine Million Flüchtlinge und Migranten auf.

Weiterlesen »

02. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Krieg gegen Flüchtende“ · Kategorien: Europa, Mittelmeer · Tags: , ,

Quelle: Ossietzky

Georg Rammer

Mitleidlos, mit gnadenloser Härte bekämpft die Europäische Union Menschen, die vor Krieg und Elend geflohen sind. Sie verletzt dabei Werte, die sie zu verteidigen vorgibt. Den Tod Tausender nimmt sie billigend in Kauf, um weitere Flüchtende abzuschrecken. Der Kampf der Kriegsschiffe gegen Schlauchboote verdeutlicht die Heuchelei der EU, die sich doch auf Menschenrechte und demokratische Grundwerte beruft. Die deutsche Bundesregierung als treibende Kraft hinter der Abschreckung versucht, rechtsradikalen Gruppen den Wind aus den Segeln zu nehmen, und will nicht die Geistesverwandtschaft erkennen, die zwischen dieser Politik und rassistischen Parolen besteht.

EU und NATO müssen zwangsläufig so handeln, die »Festung Europa« ist alternativlos – unter den Prämissen eines imperialen Wirtschaftssystems. Eine Lösung der Flüchtlingsprobleme wäre langfristig nur unter Bedingungen möglich, die heute wie ein Märchen klingen: Rücknahme der ungleichen »Freihandelsabkommen« wie EPA (Economic Partnership Agreement), Widerruf der »Strukturanpassungsprogramme«, die zahlreichen Ländern vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank aufgezwungen wurden, Verbot von Landraub, verbindliche Regeln für schonenden Umgang mit Ressourcen und Klima, Verfolgung aller PolitikerInnen durch den Internationalen Strafgerichtshof, die andere Länder militärisch angreifen und gegen Völkerrecht verstoßen, und vieles andere mehr. Die Länge der Liste märchenhafter Wünsche zeigt den katastrophalen Zustand der Welt an und die absolut illusorisch erscheinende Möglichkeit, ihn für die Hunderte von Millionen bewohnbar zu machen, die Leidtragende der Raubzüge der Reichen sind.

Weiterlesen »

01. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für Kommentar Rupert Neudeck: Er fehlt · Kategorien: Deutschland, Mittelmeer

Quelle: taz

Fast 40 Jahre ist es her, dass Rupert Neudeck mit der Cap Anamur eine beispielslose Rettungsaktion startete. Seine Nachahmer sind im Mittelmeer aktiv.

Kommentar von Dominic Johnson

Es entbehrt nicht einer grausamen Pointe, dass der große Flüchtlingsretter Rupert Neudeck genau zu dem Zeitpunkt stirbt, an dem die Todeszahlen afrikanischer Boatpeople im Mittelmeer immer neue Rekordwerte erreichen. 700, vielleicht sogar 1.000 Ertrunkene in einer Woche, so genau weiß das keiner; die allermeisten Leichen werden nie geborgen werden, und die meisten Hinterbliebenen werden vom Tod ihrer Nächsten nie erfahren.

Es sind genau solche Zustände, die vor fast vierzig Jahren einen empörten 40-jährigen Journalisten namens Rupert Neudeck dazu bewogen, mit dem Frachtschiff „Cap Anamur“ eine beispiellose Rettungsaktion für vietnamesische Bootsflüchtlinge zu starten, die über 10.000 Menschen das Leben rettete.

Weiterlesen »

31. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für Coastguard rescues 18 Albanian migrants and two Britons suspected of people smuggling in the English Channel · Kategorien: Frankreich, Großbritannien · Tags:

Quelle: The Telegraph

Two British men have been detained on suspicion of people smuggling after two boats carrying 18 illegal Albanian migrants were picked up off the Kent coast.

In scenes more associated with the Mediterranean, rescuers had to save the group when the small rigid hulled inflatable boats (rhib), they were travelling in began taking on water in the early hours of the morning in the English Channel.

A coastguard helicopter and two lifeboats were scrambled after those on board made panicked phone calls to their families in Calais at around 11.30pm on Saturday night to say they were in difficulties.

Weiterlesen »

31. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für „Der Flüchtlingsprofi – Rupert Neudeck ist tot“ · Kategorien: Deutschland · Tags:

Quelle: DW

Er war in der Welt zuhause. Vor allem da, wo es schmerzt zu leben. Rupert Neudeck, Mitbegründer des Hilfskomitees „Cap Anamur“, ist gestorben. Volker Wagener erinnert sich an einen sympathischen Querkopf.

Es war mitten in einer der vielen jugoslawischen Kriege Mitte der 90er Jahre. Gesprächstermin bei Rupert Neudeck privat. Ein schlichtes Reihenhaus in Troisdorf zwischen Köln und Bonn. Thema: Eine große Spendenaktion für Mostar, die Stadt in Bosnien-Herzegowina, der die ethnische Vielfalt zum Verhängnis geworden war. Neudeck, der Profi in Sachen Helfen, gibt Tipps, telefoniert zwischendurch mit Mitarbeitern seiner Organisation in Afrika und sucht immer mal wieder nach Unterlagen – auf dem Sofa und auch darunter. Seine Kommandozentrale für die mutmaßlich kleinste Hilfsorganisation der Welt ist seine Wohnküche. Von hier aus, aus der deutschen Provinz, mischt er sich ein – jahrzehntelang. Christel, seine Frau, ist mittendrin. Zwischen Bügeln und Abwasch koordiniert sie Einsätze vor Ort. Als sei es das Normalste der Welt.

Weiterlesen »