„Lebt als Tiere oder sterbt als Freie“
Hunger und Kälte, Gewalt und Demütigungen im syrischen Kriegsalltag. Um ihren Willen zu brechen, setzt das syrische Regime auf strukturelle Gewalt gegen die Körper der Aufständigen.
Ansar Jasim auf medico.de
Es ist kalt, Essen gibt es nicht mehr. Besonders jetzt nicht mehr, wo es angefangen hat, zu schneien. Vorher konnten die Bewohner in den belagerten Gebieten Radieschen oder Petersilie pflanzen. Nun sind die Böden zugefroren. Und es ist dunkel. Wie auf dem furchterregenden nächtlichen Bild aus dem eingeschneiten Homs, das unlängst von lokalen AktivistInnen über soziale Medien verbreitet wurde. Das Regime produziert eine städtische Geographie der Gewalt: Welche Gebiete das Regime faktisch kontrolliert und in welchen Gebieten es die Kontrolle verloren hat und die BewohnerInnen zum Aufgeben zwingen will, lässt sich nicht nur an intakten oder eben zerstörten Regimesymbolen ablesen. Es ist perfider: Es ist eine Frage des Lichts. Da wo sich die Menschen nicht erheben oder konform verhalten, gibt es Strom, da gibt es Licht und sogar Warmwasser. Die nonkonformistischen Viertel, die sich erhoben haben, bleiben in der Dunkelheit, hier herrscht Hunger und Kälte.
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