07. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für Figuig: UNHCR und ai gegen marokkanische Flüchtlings-Blockade · Kategorien: Algerien, Marokko · Tags: , ,

Am 05.06.2017 hat eine umfangreiche algerische Delegation unter Leitung des UNHCR den gesamten Tag über vor Ort und in Verhandlungen mit der Regierung in Rabat versucht, die marokkanischen Militärs zur Übergabe der restlichen 25 syrischen Flüchtlinge im marokkanischen Grenzgebiet zu bewegen. Dies gaben algerische Regierungssprecher heute bekannt. Die Flüchtlinge sollten zunächst in der nächstgelegenen algerischen Stadt unterkommen, verpflegt und medizinisch betreut werden. Doch die marokkanischen Militärs versperrten den syrischen Flüchtlingen den Weg zum Grenzübergang. Amnesty International protestiert gegen den marokkanischen Push-Back und gegen die Blockade der Flüchtlinge seit dem 17.04.2017. Da es dem UNHCR am 05.06.2017 vor Ort sowie über seine Büros in Algier und Rabat nicht gelungen ist, die Flüchtlingsübergabe durchzusetzen, hat die algerische Regierung ihre Zusage zur Flüchtlingsaufnahme zurückgezogen. Die marokkanischen Militärs unterbinden seit Freitag die Lebensmittelversorgung der Flüchtlinge. Seit Beginn der Blockade am 17.04.2017 verhindern die marokkanischen Militärs dem UNHCR und humanitären Organisationen den Zugang zu den Flüchtlingen.

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2017/06/syrian-refugees-trapped-in-desert-on-moroccan-border-with-algeria-in-dire-need-of-assistance/

Syrian refugees trapped in desert on Moroccan border with Algeria in dire need of assistance

Moroccan authorities are flouting their international obligations to give protection to refugees by entrapping a group of 25 Syrian refugees in a desert area on the border between Morocco and Algeria and denying them access to asylum and urgent humanitarian assistance said Amnesty International. Weiterlesen »

07. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für Alarm Phone: „Neue Dimensionen unterlassener Hilfeleistung“ · Kategorien: Europa, Italien, Libyen · Tags: , , , ,

ak – analyse & kritik – Zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 627 / 16.5.2017

Der tödliche Graben um die Festung Europa

International Aktivist_innen von Alarm Phone über neue Dimensionen unterlassener Hilfeleistung im Mittelmeer vor Libyen

Interview: Britta Rabe

Libyen bleibt ein Land im Kriegszustand – die Nachrichten sind bestimmt von Flüchtenden als Opfer von Gewalt und Ausbeutung und gewalttätigen Interessenkonflikten lokaler Machthaber. Bislang ist es der Europäischen Union (EU) nicht gelungen, mit Libyen Vereinbarungen zur Begrenzung der Migration nach Europa zu schließen. Zeitgleich wird in den Gewässern des zentralen Mittelmeers ein vehementer Kampf um Migrationskontrolle geführt – vor der libyschen Küste und auf der Fluchtroute nach Italien. Die libysche Küstenwache hat dabei schon mehrfach Flüchtlingsschiffe und auch Boote privater Rettungsinitiativen in große Gefahr gebracht – und wird weiterhin von der EU durch deren »Grenzschutzagentur« Frontex im Aufbau unterstützt. Aktuell fordert Libyen von der EU unter anderem 130 bewaffnete Boote, um ihren eigenen Kampf gegen Flüchtende zu führen. Mitte April spitzte sich die Situation zu, als vor allem dank privater Rettungsschiffe 8.300 Menschen aus Seenot gerettet wurden. Helrich, Judith, Conni, Hagen, Maurice und Daniel sind Aktivist_innen des transnationalen Netzwerks Watch The Med Alarm Phone. Ende April gaben sie eine Einschätzung zur aktuellen Situation im Mittelmeer.

Im letzten Jahr sind über 180.000 Menschen mit Booten in Italien angekommen, die meisten aus Libyen, ein neuer Rekord. Welche Ursachen haltet ihr dafür am entscheidensten?

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06. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für Nordafrika, Figuig: Flüchtlinge in Lebensgefahr, Grenzregime und NGOs · Kategorien: Alarm Phone, Algerien, Marokko, Tunesien · Tags: , , ,

25 syrische Flüchtlinge, die Hälfte von ihnen Kinder, befinden sich in Lebensgefahr im marokkanisch-algerischen Grenzgebiet. Militärs beider Seiten blockieren ihre Weiterflucht. Seit zwei Tagen werden sie regelrecht ausgehungert – die gespendete Nahrung aus der nahen marokkanischen Stadt Figuig wird nicht mehr durchgelassen.

Ursprünglich war es eine Gruppe von ungefähr 50 Flüchtlingen, die einen Monat lang vergeblich von der algerischen Stadt Maghnia in die marokkanische Stadt Oujda weiterzufliehen versuchten, auf dem Weg in die spanische Enklave Melilla und dann weiter nach Europa. Als das Vorhaben scheiterte, fuhren sie in die algerische Grenzwüste nach Bechar und versuchten ihr Glück – sie gelangten tatsächlich in die marokkanische Wüstenstadt Figuig. Die Bevölkerung nahm sie auf. Doch Militärs brachten sie in einer Push-Back-Aktion in das Niemandsland an der Grenze zurück. Seit dem 17.04.2017 sind sie dort blockiert. Diese Langzeitblockade ist, bei den üblichen Unmenschlichkeiten des Grenzregimes in Nordafrika, durchaus ungewöhnlich. Zwar ist die Grenze zwischen Algerien und Marokko geschlossen, aber Flüchtlinge gelangen sonst heimlich für 300 Euro rüber.

Offensichtlich wollte die marokkanische Seite ein Beispiel statuieren, beraten und bedrängt durch EU-Staaten und die IOM: In den marokkanischen Massenmedien hieß es, dass Algerien eine Flüchtlings-Masseninvasion auslösen wollte, und dass Algerien seine internationale Pflicht zum Aufhalten und Registrieren von „Irregulären“ lernen müsse.

Am 01.06.2017 gab die algerische Regierung dem Druck des UNHCR nach und erklärte sich zur vorübergehenden humanitären Aufnahme dieser Flüchtlingsgruppe bereit. Der UNHCR würde nach eigenem Bekunden einen Teil der Flüchtlinge nach Tunesien weiterleiten, damit sie bei der marokkanischen Botschaft in Tunis einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen könnten. Der übrige Teil der Flüchtlinge würde von einem nicht genannten Land aufgenommen werden.

Am 04.06.2017 erschien eine offizielle algerische Delegation an der Grenze zum marokkanischen Figuig, aber die Flüchtlinge waren weg.

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06. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für * Wir eröffnen den Sommer der Solidarität * · Kategorien: Deutschland, Nicht zugeordnet · Tags: ,

Aus Osnabrück erreichte uns der folgende Aufruf:

Begeistert von dem Mut der Berufsschüler:innen in Nürnberg wollen wir zum einen unseren Dank aussprechen, dass ihr die Scheiße die momentan in diesem Land abgeht nicht mittragen wollt. Außerdem wollen wir euch danken, dass ihr uns dazu inspiriert habt endlich etwas längst Fälliges zu thematisieren: Praktische Solidarität.

Wir haben die letzten Jahre dabei zuschauen müssen, wie eine Asyl(un)rechtsverschärfung die nächste gejagt hat und wie Menschenrechte in Deutschland zum Willkürakt werden.

Wir möchten alle ermutigen, sich gegen die rassistische Kackscheiße namens Abschiebung zu stellen und zwar nicht nur mental sondern aktiv.

Wir stehen zusammen und wir sind viele!

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06. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für „Authorities stifle women’s protest in Morocco’s Rif“ · Kategorien: Marokko · Tags: ,

Al Jazeera 04.06.17

Police officers encircled female protesters and prevented others from joining a protest by Hirak movement in Al-Hoceima.

Moroccan authorities stifled a women’s protest in the coastal city of Al-Hoceima, campaigning for access to jobs, health services and infrastructure in the northern Rif region.

Police encircled hundreds of female protesters in a public park late on Saturday, impeding others from joining, as the women chanted „freedom, dignity and social justice,“ Reuters news agency reported.
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06. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für „Making sense of recent protests in Morocco“ · Kategorien: Marokko · Tags: ,

Al Jazeera 05.06.17

Morocco’s February 20th movement may have lost its momentum in recent years, but its legacy is still alive.
By Kenza Oumlil

The recent protests in the Rif region in Morocco were actually ignited back in October 2016, after the gruesome death of a fishmonger named Mouhcine Fikri. The event very much resembled the death of fruit seller Mohamed Bouazizi in Tunisia, which triggered the Tunisian uprisings leading to the Arab Spring in 2011.
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06. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für „EU gibt Sahelzone 50 Millionen Euro für Anti-Terror-Kampf“ · Kategorien: Afrika, Sahara · Tags: ,

DLF 06.06.17

Mit dem Geld unterstützt die Europäische Union die Sahelzone beim Aufbau einer Einheit, die Terrorismus, grenzüberschreitende Kriminalität und illegale Einwanderung in der Region bekämpfen soll.
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04. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für „Spanien: Küstenwache rettet mehr als 170 Flüchtlinge“ · Kategorien: Marokko, Spanien · Tags: ,

DLF | 4.6.17

Die spanische Küstenwache hat mehr als 170 Menschen in Booten im Mittelmeer aufgegriffen.

Wie die Behörden mitteilten, hatte Marokko die Küstenwache über ein Flüchtlingsboot alarmiert, das zur Straße von Gibraltar unterwegs war. Insgesamt wurden in dem Gebiet vier Boote mit Flüchtlingen aus dem südlichen Afrika entdeckt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen in den ersten vier Monaten dieses Jahres fast 2.500 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Spanien. Insgesamt wurden im gleichen Zeitraum an Europas Küsten mehr als 45.000 über das Mittelmeer eintreffende Flüchtlinge gezählt.

04. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für „Nach dem Fastenbrechen ist vor dem Protest“ · Kategorien: Marokko · Tags: ,

FR 2.6.17

Der inhaftierte Nasser Zefzafi gilt als das Gesicht der Protestbewegung Hirak, die seit Monaten die soziale Not im Norden Marokkos anprangert. Frustrierte Aktivisten fordern seit Tagen die Freilassung ihres Anführers.
Von Martin Gehlen

In seiner letzten Nachricht auf Facebook rief er seine Gefolgsleute auf, weiter friedlich zu bleiben und sich nicht einschüchtern zu lassen. Wenig später wurde Nasser Zefzafi von der Polizei in seinem Versteck aufgespürt. Seitdem sitzt der wortgewaltige Volkstribun in Casablanca in Haft. Der 39-Jährige gilt als das Gesicht der Protestbewegung Hirak, die seit Monaten die soziale Not im Norden Marokkos anprangert.
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04. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für „Keimt ein zweiter arabischer Frühling?“ · Kategorien: Marokko · Tags:

DLF 3.6.17
Unruhen in Marokko: Im Norden Marokkos protestieren seit Monaten tausende Bürger gegen Arbeitslosigkeit und die strukturelle Benachteiligung ihrer Region. Seit einer Woche richten sich die Proteste auch gegen die Inhaftierung ihres Anführers, der offen den König kritisiert hatte. Mit der Festnahme sind die Proteste keineswegs vorbei – im Gegenteil.

Von Stefan Ehlert

„Verhaftet uns doch alle, wir sind alle Aktivisten“, steht auf einem Banner zu lesen. Und „Wir sind alle Zefzafi“, rufen die Menschen auf den Straßen von Al Hoceima. Der 39-jährige Aktivist Nasser Zefzafi, Leitfigur der Unruhen in Nord-Marokko, ist am Montag festgenommen worden. Wegen „Gefährdung der inneren Sicherheit“. Seitdem halten die abendlichen Proteste in der Küstenstadt und anderen Gemeinden in der Berberregion an – nach dem Fastenbrechen gehen die Leute auf die Straße, tausende.
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