18. September 2015 · Kommentare deaktiviert für Offener Brief: Intellektuelle fordern Solidarität mit Flüchtlingen · Kategorien: Europa, Nicht zugeordnet · Tags:

Quelle: Die Welt

Sie berufen sich auf das Fundament Europas: Solidarität. Rund 100 Politiker und Intellektuelle aus Mittel- und Osteuropa fordern ihre Regierungen und Mitbürger zu mehr Mitgefühl mit Flüchtlingen auf.

Etwa hundert Politiker und Intellektuelle aus Mittel- und Osteuropa haben in einem offenen Brief die Regierungen und Bürger ihrer Länder zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen aufgerufen. „Im Namen unserer Menschlichkeit, im Namen unserer Prinzipien und Werte rufen wir die Behörden und Bürger unserer Länder auf, auf praktische Weise unsere Solidarität mit den Flüchtlingen zu beweisen“, heißt es in dem Schreiben.

Zu den Unterzeichnern zählen die polnischen Ex-Präsidenten Bronislaw Komorowski und Aleksander Kwasniewski, der frühere ungarische Regierungschef Gordon Bajnai, Litauens Ex-Ministerpräsident Andrius Kubilius, der tschechische Filmemacher Jiri Menzel und der litauische Dichter Tomas Venclova. Auch Vertreter aus anderen Baltenstaaten, aus der Slowakei, Bulgarien, Kroatien und Slowenien unterzeichneten den Appell. Sie erinnerten daran, dass ihre Länder vor nicht allzu langer Zeit selbst „an die Türen“ der Europäischen Union geklopft und Aufnahme gefunden hätten.

Fundament der Solidarität

Die Länder im Herzen Europas seien nicht für die „Destabilisierung und den Niedergang“ der Herkunftsländer der Flüchtlinge verantwortlich, hieß es weiter. Dennoch könnten sie die Flüchtlingskrise „nicht mit Ablehnung beantworten“. „Unser gemeinsames Europa wurde auf den Fundamenten der Solidarität errichtet. Heute können wir nicht unsere Mitverantwortung für die EU zurückweisen, indem wir unseren Blick vom Unglück der Menschen und der Lage der am meisten von der steigenden Einwanderungswelle betroffenen Länder abwenden“, argumentierten die Verfasser.

Vom gegenwärtigen Flüchtlingsandrang sind insbesondere Mittelmeerländer wie Italien und Griechenland sowie die bevorzugten Zielländer Deutschland und Schweden betroffen. Pläne der EU-Kommission, verpflichtende Quoten für die Verteilung von Flüchtlingen einzuführen, waren auf den Widerstand mehrerer osteuropäischer Staaten und Großbritanniens gestoßen.

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