DW | 06.05.2017
Wer übers Mittelmeer nach Europa flüchten will, riskiert alles. Und hat zwangsläufig auch alles dabei. Skrupellose Piraten nutzen die Hilflosigkeit der Bootsflüchtlinge auf besonders perfide Weise aus.
Nach Angaben der libyschen Marine haben bewaffnete Männer im Mittelmeer ein Flüchtlingsboot mit 129 Insassen überfallen. Die Räuber seien dem Schlauchboot per Speedboot hinterhergefahren und zwangen die Menschen, ihnen ihren gesamten Besitz auszuhändigen. Anschließend hätten sie den Außenmotor des Schlauchboots abmontiert und die Flüchtlinge ihrem Schicksal überlassen. Erst nach Stunden habe man das Flüchtlingsboot geortet und gerettet, teilte die Küstenwache mit.
Die Flüchtlinge stammten alle aus Schwarzafrika, sagte Marinesprecher Ajub Kassem der Nachrichtenagentur AFP. Unter ihnen waren 27 Frauen und zwei Kinder.