Sea-Watch Crew rettet 27 Bootsflüchtlinge vor der griechischen Insel Kós
Laila* lehnt zitternd an der Reling der Sea-Watch 1, sie atmet schwer. Als Bootsfahrer Ben ihre Hand nimmt, lässt sie nicht mehr los. Laila hat in ihrem Leben schon angsteinflößendere Dinge gesehen, als ein deutsches Rettungsschiff. Aber die Todesangst hat sie auch an diesem Abend wieder eingeholt, auf der Überfahrt von Bodrum in der Türkei nach Europa. Sie ist mit ihrem Freund aus Kobane in Syrien geflohen. Alles, was sie aus ihrem alten Leben mitgenommen hat, passt in eine pink-karierte Tasche.
Um 2.30 Uhr morgens hatte Sea-Watch Kapitän Phil ein ungewöhnlicher Anruf von der griechischen Küstenwache in Kós erreicht: „Hello my friend, can you help us? Könnt ihr mit Eurer Crew ein Flüchtlingsboot in den Hafen bringen?“ Seit Beginn der Sea-Watch Monitoring Mission in der Ägäis hatte es eher den Anschein gemacht, die griechische Küstenwache wolle keine NGOs auf dem Wasser sehen. In Kós war der Kommander offensichtlich sehr dankbar über die Hilfe der Sea-Watch Crew. „Die Rettung gestern war ein wichtiges Zeichen für uns: So könnte gute Zusammenarbeit mit den Behörden immer aussehen”, so Phil.
