02. August 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Versuch einer Zusammenfassung des Workshops “MigrantInnenrechte” · Kategorien: Libyen, Tunesien · Tags: ,

Choucha und Kämpfe im Maghreb

1. Teil: Situation im Camp Choucha an der tunesisch-libyschen Grenze und Handlungsmöglichkeiten

Am 11.7. eine international zusammengesetzte Delegation aus 11 AktivistInnen aus Europa und Afrika in Choucha. Ihr Ziel war, VertreterInnen der verschiedenen Flüchtlings-Communities, die zum Forum nach Monastir eingeladen wurden, abzuholen. Die Delegation wurde vom Militär daran gehindert, das Camp zu betreten (das sei nur mit offizieller Erlaubnis des Verteidigungsministeriums möglich, und dieses hatte nach einem Anruf des UNHCR den Zutritt verweigert). Es war jedoch möglich, sich vor dem Camp mit Flüchtlingen zu treffen, und da einige der schon vorher Eingeladenen aus verschiedenen Gründen nicht mit nach Monastir kommen konnten (z.B. wegen Anhörungsterminen) oder wollten (aus Angst vor Repressionen) bzw. nicht erreicht werden konnten, wurde eine neue Gruppe aus acht VertreterInnen von Flüchtlingen aus Äthiopien (darunter zwei Oromo-Frauen), Sudan, Darfur, Somalia, Tschad und Bangladesch zusammengestellt, die am 12.7. zusammen mit der Delegation nach Monastir fuhr.

Zu Beginn des Workshops stellten sich alle Flüchtlinge vor, einige wollen aber anonym bleiben, da sie sonst Repressionen befürchten. Deshalb hier nur eine Kurzfassung ihrer Beiträge ohne Namen:

– Eine junge Äthiopierin beklagte, dass ihr Asylantrag vom UNHCR abgelehnt wurde, obwohl ihr nach ihrer Flucht aus Libyen gesagt wurde, in Choucha würde ihr geholfen, woanders hin zu kommen.

– Ein Sudanese, der 21 Jahre in Libyen gelebt hat, sagte, es seien Subsahara-AfrikanerInnen gewesen, die Libyen mit ihrem Schweiß aufgebaut hätten, und seit der Flucht vor dem Krieg dort sei er ohne Papiere außer seinem 21 Jahre alten Pass.

– Ein Flüchtling aus Darfur sagte, dass er vorher in Libyen war und seit 1 1/2 Jahren in Choucha sei und einer der wenigen, die den Flüchtlingsstatus bekam. Er beklagte die Hitze im Camp, wo er auf Resettlement (Übersiedlung in ein Aufnahmeland) wartet.

– Ein junger Mann aus Bangladesch, der seit März 2011 in Choucha ist, stellte die Probleme in seinem Land dar (Überschwemmungen, Überbevölkerung), die aber nicht als Asylgründe anerkannt werden. In Libyen hatte er auch große Probleme, weil manche Bangladeschi unter Gaddafi gute Posten hatten und deshalb von den Rebellen/neuen Machthabern alle als Gaddafi-Anhänger verfolgt werden.

– Ein Flüchtling aus Somalia versuchte zusammen mit anderen, per Boot nach Italien zu gelangen, aber bei der Überfahrt ging ihnen das Wasser aus. Ein tunesisches Boot half ihnen und rief ein tunesisches Militärschiff. Dort sagte man ihnen, man werde sie nach Italien bringen. Aber tatsächlich mussten sie sich an Bord hinsetzen, ohne sich zu bewegen und wurden nach Choucha gebracht. Dort sagte ihnen der UNHCR, dass sie zu spät kämen – es würden keine Asyl- und Resettlementverfahren mehr durchgeführt seit Ende 2011. So ist er ohne Papiere und Perspektive im Camp, wo es im Winter eiskalt und im Sommer zu heiß ist.

– Ein Mann aus dem Tschad, der im März 2011 in Choucha ankam, bekam vom UNHCR gesagt, dass es in seinem Land keine Probleme gebe, und ihm wurde die Registrierung verweigert. Bei 85% der Menschen aus dem Tschad wurde der Asylantrag abgelehnt. Es gebe 47 Nationalitäten im Camp. Ca. 2900 Asylanträge wurden anerkannt, 300 abgelehnt, darunter 150 aus dem Tschad. Der Konflikt in Libyen habe sie nach Choucha getrieben, da es Leute aus dem Tschad gab, die mit Gaddafi kämpften und deshalb alle als dessen Söldner betrachtet werden. Einige versuchten, zurück zu gehen nach Libyen und wurden dort getötet. Jetzt gebe es ein neues Angebot: 700 Euro für eine freiwillige Rückkehr – aber die meisten könnten nicht zurück in ihre Herkunftsländer.

Anschließend wurde entlang dem Entwurf der Presseerklärung (siehe Endversion im Anhang), die am 11.7. zusammen mit einigen der Flüchtlinge geschrieben wurde, die allgemeine Situation im Camp Choucha dargestellt. Flüchtlinge aus Choucha und einige Workshop-TeilnehmerInnen schlugen Ergänzungen zum Text vor, z.B. zur Situation von Frauen im Camp, insbes. was die hygienischen Bedingungen betrifft, zur Situation der Kinder und zur mangelnden medizinische Versorgung, z.B. auch von Flüchtlingen, die harte Arbeiten in der Umgebung des Camps ausführen, um etwas Geld zu verdienen und die dabei verletzt wurden. Ihnen werde nur gesagt: “Ihr habt kein Recht, das Camp zu verlassen, also seid Ihr selbst schuld!” Ein Flüchtling beklagte auch die mangelnden Bildungsmöglichkeiten im Camp. Vorgeschlagen wurde, noch mehr zu betonen, dass den Flüchtlingen in Choucha das Recht auf jegliche (Bewegungs-)Freiheit verweigert werde, es also nicht nur um die schlechten Lebensbedingungen im Camp gehe. Alle müssten das Recht haben, sich irgendwo anders niederzulassen! Ein Aktivist aus Mali zeigte sich schockiert davon, dass in Tunesien nach der Revolution eine solche Behandlung von MigrantInnen existiere. Man müsse die tunesische Öffentlichkeit informieren!

In der Diskussion wurde von einem Aktivisten aus Mauretanien vorgeschlagen, mit einerDelegation des Forums nach Choucha zu fahren. Die meisten Flüchtlinge lehnten das jedoch als wenig nützlich, evtl. sogar gefährlich für sie ab. Es habe schon viele Delegationen gegeben, und nichts sei dabei herausgekommen. Wichtiger sei, dass die AktivistInnen und die Medienauf die Regierungen in ihren Ländern und beim UNHCR Druck machen, dass es eine Lösung für die Flüchtlinge in Choucha gibt. (Letzlich wurden die Flüchtlinge am 14.7. von zwei tunesischen Aktivisten nach Choucha begleitet, da einige von ihnen sich allein nicht sicher fühlten auf der Reise.)

2. Situation und Kämpfe von MigrantInnen in Mali und im Maghreb allgemein

Vertreter der AME und der ARACEM (malische Organisationen zur Unterstützung Abgeschobener) stellten die veränderte Situation in Mali seit der Rebellion der Tuareg und der Abspaltung des Nordens dar. Dadurch sind auch viele TransitmigrantInnen blockiert, und viele wollen zurück, können es aber nicht. Insbesondere die Frauen sind in einer sehr schwierigen Situation.

Ein in Tunesien lebender Malier, der auch in Algerien war, stellte die Situation in beiden Ländern dar: In Algerien gebe es keinen Status für MigrantInnen, und viele würden an die Grenzen zurück geschoben. Nach Tunesien kämen viele MigrantInnen per Flugzeug (kein Visum nötig) und hätten dann ein Aufenthaltsrecht von 90 Tagen, viele können (oder wollen) aber nicht zurück und können dann jederzeit festgenommen werden. Vor der Revolution wurden sie, falls sie nicht selbst ihren Rückflug bezahlen können, an die libysche Grenze zurück geschoben. Das passiere jetzt nicht mehr. Sie würden meist nach einiger Zeit freigelassen und lebten dann als sans papiers in Tunesien, was schwierig sei wegen der Kontrollen, aber auch mangels Arbeitsmöglichkeiten. Ein Asylgesetz gibt es bisher in Tunesien nicht, es ist aber in Arbeit.

Rym, eine Aktivistin aus Algerien, ergänzte, dass bei ihnen in Algier täglich ca. 30-35 MigrantInnen empfangen würden, meist Asylsuchende. Sie erhalten ein papier, das aber weder Schutz noch Rechte gibt.

Eine Aktivistin der GADEM aus Marokko stellte die rechtliche und politische Situation dort dar: Marokko hat zwar die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet und ein Gesetz “02/03” betr. Migration verabschiedet, aber selbst für vom UNHCR anerkannte Flüchtlinge gibt es nur einen UNHCR-Ausweis, der keine Rechte in Marokko gibt außer dem, nicht abgeschoben zu werden. In der letzten Zeit nahmen Razzien und Aussetzungen an der (geschlossenen)n algerischen Grenze, die es 2007/2008 massenhaft gab, wieder stark zu, und vor ein paar Tagen gab es einen Versuch von mehreren MigrantInnen, die Zäune von Ceuta und Melilla zu überwinden, wobei ein marokkanischer Polizist zu Tode kam und viele MigrantInnen verletzt wurden. Als Reaktion darauf wurden in Nador (nahe Melilla) 400 MigrantInnen, darunter 26 schwangere Frauen, festgenommen und nach Oujda (an der algerischen Grenze) zurück geschoben.

Emmanuel vom Netzwerk Afrique-Europe-Interact, urspr. aus der DR Kongo, lange Aktivist in Marokko und jetzt in den Niederlanden, stellte Kämpfe von MigrantInnen in Marokko dar, in denen es um die Respektierung der Rechte von Flüchtlingen und Asylsuchenden ging. „Ich habe diesen Kampf begonnen, während ich noch Asylsuchender war und das hatte Auswirkungen auf meinen Status. Ich musste lange warten, um die Flüchtlingsanerkennung zu bekommen, aber trotzdem kämpfte ich weiter. Aber heute, nachdem ich aus dem Flüchtlingscamp Choucha komme, habe ich das Gefühl, dass dieser Kampf ein Misserfolg war und wir weitermachen müssen, dafür zu kämpfen, dass die Rechte aller Flüchtlinge überall anerkannt werden. Deshalb fordere ich unsere Freunde, die Flüchtlinge in Choucha, auf, nicht aufzugeben. Wie immer die Bedingungen sind. Unter denen sie leben, müssen sie für die Verteidigung ihrer Rechte kämpfen. Unsere tunesischen Freunde frage ich, ob die Revolution, die sie gemacht haben, für die Verteidigung von universellen Werten, Rechten und Freiheiten war. Und diese Werte müssen für alle gelten, einschließlich der Flüchtlinge, Asylsuchenden und subsaharischen MigrantInnen, die in Tunesien leben. Man kann nicht von Europa fordern, die Rechte tunesischer MigrantInnen zu respektieren, während man hier in Tunesien die Rechte subsaharischer MigrantInnen nicht respektiert.“

Mohamed von der marokkanischen Gewerkschaft ODT stellte die Gründung der ersten Gewerkschaft von eingewanderten ArbeiterInnen in einem arabischen Land dar. Hintergrund ist, dass viele MigrantInnen inzwischen über 10 Jahre in Marokko leben, also nicht mehr im Transit sind. Viele arbeiten, aber unter übelsten Bedingungen, und es müsse darum gehen, Rechte zu erkämpfen. Am 1. Mai 2012 seien subsaharische MigrantInne gemeinsam mit marokkanischen ArbeiterInnen als Block auf der Demonstration aufgetreten.

Leider blieb keine Zeit, über solche und andere Perspektiven migrantischer Kämpfe zu diskutieren.

Hingewiesen wurde darauf, dass am 6./7. Oktober 2012 in Oujda ein “Sozialforum der MigrantInnen” stattfinden wird.

 

01. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Harraga im Spiegel der nordafrikanischen Gesellschaft · Kategorien: Algerien, Lesetipps · Tags:

Le monologue d’un harrag désabusé
«L’envie de cesser de souffrir est plus forte que le désir de vivre» Justine Lévy in «Rien de grave».par Kamal Guerroua*

Quotidien d’Oran, 26.07.2012

Si l’on prend par hasard une plume pour narrer le fait divers d’un harrag, sans doute, on interpellerait cette placide conscience qui germe dans les coeurs et ce serait «un coup de hache dans la mer gelée qui est en nous» pour reprendre à mon compte une expression du romancier tchèque Franz Kafka (1883-1924) car plus personne ne vit ni ne sent en vrai une réalité qui n’est pas forcément sienne à moins d’être béni d’un don d’ubiquité aussi bien en vécus qu’en sentiments. Weiterlesen »

01. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Ägyptische Polizei schiesst auf Flüchtlinge · Kategorien: Ägypten, Israel · Tags:

Die ägyptische Polizei hat auf 3 afrikanische Flüchtlinge geschossen und sie verletzt. Sie hatten versucht, die Grenze nach Israel zu überqueren.

 

 

 

 

 


http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=509052

01. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Fischerboot rettet 120-130 Boat-people vor Lampedusa · Kategorien: Italien, Libyen · Tags: ,

Nach Motorschaden Küstenwache angerufen

Am 31.07.2012 um 18 Uhr hat ein sizilianisches Fischerboot „Giovanni Vincenzo“ 55 Seemeilen vor Lampedusa 120 bis 130 Boat-people gerettet. Sie waren am Morgen aus Libyen aufgebrochen und nach einem Motorschaden die italienische Küstenwache angerufen. Die kamen und haben dann das Fischerboot zur Rettung aufgefordert.

Unter den Passagieren befanden sich ungefähr 30 Frauen und ein kleines Kind. Viele kamen zunächst ins Krankenhaus. Die anderen von der Kooperative «Lampedusa accoglienza» wurden in das geschlossene Zentrum „Contrada Imbriacola“ gebracht. Der Bürgermeister persönlich ist an die Anlegestelle gekommen und hat die Habseligkeiten der Boat-people aufgehoben. Die Kooperative hatte sich geweigert, das zu machen.

Das war das dritte Schiff, das seit dem letzten Wochenende in Lampedusa angekommen ist. Am 27.07. waren ca. 40 TunesierInnen angekommen und nach Sizilien gebracht worden. Am Abend desselben Tages waren 64 SomalierInnen von der Küstenwache aufgebracht und in das Zentrum „Contrada Imbriacola“ gebracht worden.

http://www.agrigentooggi.it/lampedusa-133-immigrati-salvati-al-largo-dellisola/

30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Streik der MigrantInnen in Apulien · Kategorien: Italien, Lesetipps, Tunesien

Vor genau einem Jahr kam es zum ersten großen und erfolgreichen Streik (nord-)afrikanischer ArbeiterInnen auf den Landwirtschaftsplantagen Apuliens. Die migrantischen Arbeitskräfte kamen zu dieser Saisonarbeit teils aus den norditalienischen Fabriken, zum Teil waren sie als Boat-people vor Kurzem in Süditalien gelandet. Arbeit und Unterbringung in Zelten erfolgten in enger Zusammenarbeit von Unternehmern, Rathaus-Service und karitativen Einrichtungen. Die Anwerbung und Kontrolle lief über das „caporalato“, eine Zwischenschicht von „selbständigen“ Vorarbeitern, die aus denselben zentral-, west- und nordafrikanischen Ländern stammten wie die Arbeitskräfte.

Der Streik richtete sich gegen diese Zwischenschicht. Die Arbeiter wollten direkt über ihren Lohn und die Nebenausgaben bestimmen bzw. darüber direkt mit den Unternehmern verhandeln. Sie gewannen. Während des Streiks kam es auf der nahegelegenen Autobahn auch zu Blockaden von AfrikanerInnen, die gerade aus Abschiebeknästen ausgebrochen waren.

Wie sieht die Situation ein Jahr später aus? Die Unternehmer meiden den Ort des ersten Streiks. Es gibt im Sommer 2012 dort keine Arbeit.

Siehe die ausgezeichneten Untersuchungen:

Devi Sacchetto, Gianluca Nigro, Mimmo Perrotta, Yvan Sagnet
Sulla pelle viva. Brigate di solidarietà attiva
Nardò: la lotta autorganizzata dei braccianti agricoli
Rom (DeriveApprodi) 2012

und:

La normalità a cottimo
Ritornare a Nardò a un anno dallo sciopero, luglio 25, 2012
di MIMMO PERROTTA e DEVI SACCHETTO

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30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für b4p Überblick zur Kriminalisierung der Rettung im Mittelmeer · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , , ,

ein Artikel von Mediapart:

Migrations: le sauvetage maritime en perdition

29 juillet 2012 | Par Carine Fouteau
Comment est-il possible qu’une embarcation dérive quinze jours en Méditerranée sans que ses passagers ne soient secourus? Cette question n’est pas théorique, elle s’applique à de multiples cas dont au moins deux recensés en 2011 et 2012, dans cette mer qui est l’une des plus fréquentée au monde. Des milliers de pêcheurs, de marins de navires marchands, de militaires et de plaisanciers y naviguent, surtout en cette saison estivale, qui est aussi celle où les migrants tentent le plus souvent la périlleuse traversée.
30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für EU-Grenze wird gegen syrische Flüchtlinge abgeschottet · Kategorien: Griechenland, Syrien, Türkei · Tags: ,

spiegel online 30.07.2012

Flüchtlingswelle aus Syrien. Griechen machen Grenze zur Türkei dicht

Die Zahl der Grenzsoldaten wird vervierfacht, schwimmende Barrieren und weitere Patrouillenboote kommen zum Einsatz: Griechenland verstärkt seine Grenze zur Türkei massiv. Die Regierung in Athen fürchtet einen Strom an Flüchtlingen aus Syrien.

Athen/Ankara – Aus Angst vor einer Flüchtlingswelle aus Syrien lässt Griechenland die EU-Außengrenze zur Türkei noch schärfer bewachen. 1800 Grenzpolizisten würden zusätzlich an die Grenze geschickt, sagte Justizminister Nikos Dendias am Montag nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras. Bislang werden lediglich 600 griechische Grenzschützer eingesetzt. Auf dem Grenzfluss Evros würden weitere Patrouillenboote und schwimmende Barrieren eingesetzt. (…) Seit einigen Monaten patrouillieren an der Grenze neben griechischen Beamten auch Dutzende Mitarbeiter der EU-Grenzagentur Frontex. In der vergangenen Woche hatte Dendias angekündigt, dass sein Land trotz internationaler Kritik am Bau eines knapp elf Kilometer langen Grenzzauns zur Türkei festhalte. Er soll Anfang Oktober fertig sein.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/griechenland-verstaerkt-grenze-zur-tuerkei-wegen-syrien-fluechtlingen-a-847257.html

30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für b4p Bericht zu Abschiebeknästen in Italien · Kategorien: Italien · Tags:

Einsperren, um abzuschrecken
In Italien sitzen Tausende aufgegriffene Flüchtlinge in Internierungslagern fest

Von Matthias Heintze

Flüchtlinge, die es über das Mittelmeer nach Italien schaffen, sind noch lange nicht in Sicherheit. Werden sie entdeckt, landen sie in Internierungslagern wie dem von Milo auf Sizilien.

ND, 27.07.2012, vollständiger Artikel:

08eu-27072012-b

 

30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für b4p Interview zu Flüchtlingen in Libyen · Kategorien: Italien, Libyen · Tags: ,

Rebellen wollen Libyen »säubern«
Für Migranten und Flüchtlinge hat sich die Lage seit dem Sturz Gaddafis nicht gebessert

Messaoud Romdhani ist Sprecher der tunesischen  Sektion  der  Internationalen Föderation für Menschenrechte
(FIDH). Mit einer internationalen Delegation der FIDH besuchte er im Juni eine Woche lang fünf Internierungs-
lager  für  Migranten  in  Libyen.  Mit Romdhani sprach für »nd« Matthias Heintze.

Das ist Interview ist nach dem Beitrag von Messaoud Romdhani auf dem Vorbereitungstreffen des Weltsozialforums in Monastir (Tunesien) – b4p-Eröffnungspanel – entstanden.

ND, 25.07.2012, vollständiger Text hier:

08al-25072012-b

30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Immer heftigere Staatsgewalt gegen Flüchtlinge vor Melilla · Kategorien: Algerien, Marokko, Spanien · Tags:

MSF Bericht klagt an

MSF ist seit 1997 in Marokko aktiv, seit 2003 auch direkt vor dem EU-Zaun bei Melilla und nahe der marokkanisch-algerischen Grenze. In einem gerade erschienen Bericht klagt MSF an, dass die marokkanisch-spanische Polizei- und Militärgewalt gegen die dortigen Flüchtlinge in den letzten Wochen heftig angestiegen ist. MSF versorgt die Verletzten mit einer mobilen Klinik.

Die zumeist west- und zentralafrikanischen Flüchtlinge leben zum Teil seit langem in selbstorganisierten Lagern vor dem EU-Zaun der spanischen Enklave Melilla. Versuche, den Zaun zu überklettern, werden von marokanischen und spanischen Polizei- oder Militäreinheiten mit martialischen Mitteln abgewehrt: Prügelorgien und der Einsatz von Gummigeschossen sind alltäglich.

Geraten die Flüchtlinge bei marokkanischen Razzien in Gewahrsam, werden sie an die nahe marokkanisch-algerische Grenze gekarrt, auf die andere Seite abgeschoben und bei Wiederkehr mit Prügel empfangen.

http://www.msf.es/noticia/2012/msf-atiende-un-alto-numero-victimas-de-violencia-en-marruecos