23. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für Kutter soll „Rettungsanker“ für Flüchtlinge werden · Kategorien: Mittelmeerroute · Tags:

Quelle: NDR

von Frank Jakobs

Titus Molkenbur steht mit seinem orangefarbenen Monteuranzug auf der „Luventa“. In der Hand er hält eine Farbrolle und streicht das Deck. Sein Anzug ist voll mit grünen und weißen Farbsprenkeln. Der 25-Jährige ist gerade fertig mit seinem Philosophiestudium. Nun will er Flüchtlingen helfen – auf dem Mittelmeer. Den niederländischen Fischkutter haben sie mithilfe von Spenden gekauft. „Wir haben eine Großspende für das Projekt bekommen, außerdem haben wir Geld über eine Schwarmfinanzierung im Internet eingeworben“,  sagt Jakob Schoen. Der 20-jährige Berliner hat den Verein „Jugend rettet“ gegründet. „Als ich gesehen habe, dass im Mittelmeer Hunderte Menschen ertrinken, konnte ich nicht tatenlos zusehen. Ich wollte helfen.“ Monatelang hat er sich vorbereitet, Experten gefragt. Als klar war, dass seine Idee umsetzbar ist, war „Jugend rettet“ geboren.

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23. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Camp in Nigeria: Fast 200 Flüchtlinge sterben an Mangelernährung“ · Kategorien: Afrika · Tags: , ,

Quelle: Handelsblatt

Beim Besuch des Flüchtlingscamps Bama in Nigeria findet die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ katastrophale Zustände vor. Jedes fünfte Kind weise Anzeichen von Mangelernährung auf. Es gab bereits etliche Todesopfer.

Kano. In einem Flüchtlingslager im Nordosten Nigerias sind nach Angaben einer Hilfsorganisation binnen eines Monats fast 200 Menschen gestorben – größtenteils an Durchfall und Mangelernährung. Ärzte ohne Grenzen nannte die Lage im Lager Bama in einem Bericht am Mittwoch „katastrophal“. Dort sind 24.000 Flüchtlinge, davon 15.000 Kinder, untergebracht, die durch die Islamistenmiliz Boko Haram vertrieben wurden.

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen besuchte das 70 Kilometer westlich der Regionalhauptstadt Maiduguri gelegene Lager am Dienstag. Jedes Fünfte von mehr als 800 Kindern, die das Team untersuchte, wies Zeichen von akuter Mangelernährung auf. 16 Kinder standen kurz vor dem Hungertod. In der Nähe des Camps wurden dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr mehr als 1200 Gräber ausgehoben, viele davon für Kinder.

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23. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Hungary investigates police in case of drowned migrant“ · Kategorien: Balkanroute, Ungarn · Tags: ,

Quelle: Reuters

By Krisztina Than

Hungarian prosecutors have opened an investigation into whether police can be held criminally responsible for abuse over the death of a Syrian migrant who drowned in the Tisza river as he was trying to cross into Hungary from Serbia this month.

Farhan al-Hwaish, 22, drowned in a branch of the river on June 1 when a group of migrants tried to cross into Hungary with the help of human traffickers. Police found his body two days later.

His brother, who crossed with him, says he drowned after Hungarian police guarding the border on the river bank threw objects at them, sprayed them with gas and unleashed attack dogs to prevent them from climbing out of the water.

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22. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Zynischer Humanismus: Verrät Europa seine Werte in der Asylpolitik?“ · Kategorien: Europa, Medien · Tags:

Quelle: SWR2

Es diskutieren:

  • Dr. Helmut Dietrich, Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, Berlin
  • Prof. Dr. Sabine Hess, Institut für Europäische Ethnologie, Universität Göttingen
  • Prof. em. Dr. Dietrich Thränhardt, Migrationsforscher, Universität Münster
  • Gesprächsleitung: Dietrich Brants

„Unsere Menschlichkeit entscheidet sich am Schicksal Afrikas“, sagte der frühere Bundespräsident Horst Köhler. Dies lässt sich inzwischen erweitern auf Länder wie Irak, Syrien oder Afghanistan, aus denen ein Großteil der Flüchtlinge nach Europa kommt. Wie die EU durch ihre Abschottungs- und Abschreckungspolitik Menschen in die Hände von Schleppern treibt, auf lebensgefährliche Einwanderungswege zwingt und ihnen schließlich unter Umständen Schutz gewährt, nennt der „Rat für Migration“ zynisch. Andererseits sind die Kapazitäten, Migranten in der EU aufzunehmen, endlich – egal, wie hoch man sie veranschlagt. Dies regelt bereits eine EU-Richtlinie zur Asylpolitik aus dem Jahr 2001, die sogenannte „Massenzustrom-Richtlinie“. Welche Politik kann Europa verfolgen, damit Menschen in Not auf humane Weise Asyl erhalten und die EU ihre Prinzipien der Humanität nicht verrät?

Eine Sendung von den Thementagen „Flucht – Ankunft – Heimat“ am Nationaltheater Mannheim.

22. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Roma aus dem Westlichen Balkan: Ursachen ihrer Flucht“ · Kategorien: Serbien · Tags:

Quelle: Netzwerk Flüchtlingsforschung

Ausgrenzung, kumulative Diskriminierung und ein weitverbreiteter Antiziganismus bestimmen die Lebensumstände der Roma* im Westlichen Balkan (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien). Im Kosovo ist ihr Leben zudem noch heute von den Nachwirkungen der Gewalt gegen sie in der Nachkriegszeit bestimmt, als 1999/2000 über 100.000 vertrieben und die Siedlungen mehrere Dutzend zerstört worden sind.

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Roma aus dem Westlichen Balkan suchen vornehmlich in Westeuropa Zuflucht, aber auch in Griechenland oder Italien. Zudem fanden zehntausende vertriebene Roma aus dem Kosovo Zuflucht in den Nachbarstaaten, v.a. in Serbien. Die deutsche Regierung reagiert vornehmlich mit Asylrechtsverschärfungen und Zwangsabschiebungen, obwohl wie der Fall Kosovo demonstriert, die meisten der Abgeschobenen gar nicht im Kosovo ankommen bzw. diesen wieder verlassen. Außerdem wird indirekt Druck auf die Heimatländer ausgeübt, die Ausreise von Roma zu verhindern. So lange aber die Ursachen für das Verlassen ihrer Heimatländer – Antiziganismus, Ausgrenzung und kumulative Diskriminierung – nicht bekämpft werden, sind Roma weiterhin gezwungen, diese zu verlassen.

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22. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für ARTE: „Wo Flüchtlinge zu Gefangenen werden“ · Kategorien: Video · Tags:

Quelle: FAZ | ARTE Mediathek

Ein Provisorium sollen sie sein, doch bestehen sie seit Jahrzehnten. Zu Hunderttausenden fristen Menschen hier ihr Dasein. Arte berichtet aus einem absurden Zwischenreich: „Neue Heimat Flüchtlingslager“.

von Ursula Scheer

Mehr als 65 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Das ist, als hätte ganz Frankreich sich auf den Weg gemacht. Oder Großbritannien. Doch solche Vergleiche tragen nicht weit: Sie mögen ein grobes Gefühl für die Dimensionen der Flüchtlingskrise geben. Eine Vorstellung davon, was die neueste Zahl vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, dem UNHCR, bedeutet, vermitteln sie nicht. Um wirkliche Einsichten zu gewinnen, muss man wie die französische Filmemacherin Anne Poiret dorthin reisen, wo die Heimatlosen zu Zehn- und Hunderttausenden stranden: in die großen Flüchtlingslager am Rande der Nationalstaaten. Zum Beispiel nach Dabaab in Kenia.

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22. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Flüchtlingschaos in Sizilien: Helfer ohne Hilfe“ · Kategorien: Italien, Mittelmeerroute

Quelle: Spiegel Online

Sizilien droht an der Unterbringung Tausender Flüchtlinge zu scheitern: Helfer beklagen „menschenunwürdige Bedingungen“, viele Lager sind völlig überfüllt. Wut macht sich breit – bei allen Beteiligten.

Aus Catania, Pozzallo und Palermo berichten Peter Maxwill und Valentino Bellini (Fotos)

Unter dem grellblauen Himmel von Pozzallo riecht es nach Meer, die Sonne brennt Omar auf den Krauskopf. Lethargisch hakt sich der 16-Jährige in die meterhohen Stahlgitter, die das zentrale Erstaufnahmelager in dem kleinen Hafenstädtchen umrahmen. „Sie sagen mir nicht, wohin es für mich weitergeht“, klagt er mit kaum hörbarer Stimme – „oder wann“.

„Sie“, damit meint der Junge aus Gambia die italienischen Behörden, die den sogenannten Hotspot im äußersten Süden Siziliens betreiben: gelbe Hallen und rostende Container direkt am Meer, umgeben von Mauern und Zäunen. Dort lebt Omar nach eigenen Angaben seit drei Wochen, nachdem italienische Rettungskräfte ihn und 130 andere Flüchtlinge aus einem Boot gerettet hätten, irgendwo da draußen auf dem Meer. „Ich trage seit drei Wochen die gleichen Klamotten“, sagt er, „dabei will ich doch nur zur Schule gehen und Fußball spielen.“

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21. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für Free the Röszke 11 · Kategorien: Balkanroute, Ungarn · Tags:

free the roszke 11 plakat final ENGQuelle: Moving Europe

There are 11 people on trial in Szeget, accused by the Hungarian government for participation in “mass-riot”. They were brutally beaten up and arrested last year on 16th September 2015 at the Serbian-Hungarian border Röszke/Horgoš 2. This occurred after the fence was completed and the border was closed. Around 5000 people were protesting and demanding safe passage to central Europe.

The 11 people accused are kept in prison since that day. One of the accused Ahmed H. has been constructed as the “leader” of the protest only because he was seen talking with a megaphone. He is accused for a “terrorist attack”. His trial will be held separately. At least three of the accused are especially vulnerable persons. One is a 64-years old, half blind woman, another person is disabled and in wheelchairs. Both of them were injured in the war in Syria. It is clear how ridiculous it is to frame these people seeking safety and protection in Europe as a “threat“ to the Hungarian state.

We call for international support and media attention for the #roeszke11 trials.

The trials will be held in Szeget, Hungary on the 27th of June (Ahmad H.), 29th June, 30th June and 1st July 2016.

21. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Flüchtlingschaos in Sizilien: Insel der Überlebenden“ · Kategorien: Italien, Mittelmeerroute

Quelle: Spiegel Online

Eine neue humanitäre Katastrophe bahnt sich an: Weil die EU den Landweg versperrt, wagen wieder Tausende Flüchtlinge die Route übers Mittelmeer. Sizilien ist für die meisten die erste Station in Europa – für viele auch die letzte.

Aus Palermo berichten Peter Maxwill und Valentino Bellini (Fotos)

Die Bourbon Argos spuckt mal wieder menschliche Schicksale aus. 362 Passagiere sind es an diesem warmen Morgen, die den glänzenden Schiffsrumpf im Hafen von Palermo verlassen. Sie humpeln, wanken, trotten. Etliche von ihnen leiden unter Dehydrierung, Verbrennungen, Unterkühlungen und Hautkrankheiten. So sehen Überlebende aus. Gerettete. Glückspilze.

Rund 1300 Flüchtlinge haben drei Rettungsschiffe binnen 36 Stunden aus dem Meer vor den Küsten Siziliens gerettet. Die Menschen an Bord der Bourbon Argos, die mit einem Team von Ärzte ohne Grenzen fast drei Tage lang unterwegs war, sind nur ein kleiner Teil davon: 303 Männer, 57 Frauen und zwei Kinder erreichen am frühen Morgen in der Inselhauptstadt Palermo ihr Ziel, das gelobte Land, den gelobten Kontinent.

Europa, diese Hoffnung lässt sich aus den erschöpften Gesichtern lesen, soll ihre Rettung sein.

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21. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert für „Sea-Watch Air“ rettet Flüchtlinge aus der Luft · Kategorien: Mittelmeer · Tags: ,

Quelle: NDR

von Kristina Festring-Hashem Zadeh

Mit einem umgebauten Kutter starteten sie vor rund einem Jahr in Harburg. Mittlerweile kreuzen die Retter von „Sea-Watch“ bereits mit zwei Schiffen und zwei Schnellbooten auf dem zentralen Mittelmeer, um Flüchtlingen in Seenot zu helfen. Nun weiten sie ihren Einsatz mit „Sea-Watch Air“ auf die Luft aus: Zwei Helfer fliegen heute mit einem Ultraleichtflugzeug zunächst von Brandenburg aus Richtung Italien, dann soll es weiter nach Tunesien gehen. „Auf dem Wasser ist die Situation oft sehr unübersichtlich“, berichtet Projektkoordinator Ruben Neugebauer, der auch als Pilot Einsätze fliegen wird. „Mit dem Flugzeug bekommen wir einen viel besseren Überblick und können die Flüchtlingsboote schneller aufspüren.“

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