08. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für „Schlepper: Sie kommen trotzdem“ · Kategorien: Balkanroute, Deutschland, Österreich · Tags:

Quelle: Zeit Online

Rund 10.000 Euro für eine Fahrt von Griechenland nach Deutschland – das ist der Preis, den Flüchtlinge in diesen Wochen zahlen, um sich über die gesperrte Balkanroute schmuggeln zu lassen. Sie landen in Passau.

Von Christina Fleischmann

Die beiden Männer, denen die Familie folgte, haben kaum gesprochen, aber sie kannten den Weg. Vorbei an der mazedonischen Grenze, wo noch immer Tausende Flüchtlinge im Schlamm leben. Vorbei an den Hügeln des Balkans, nach Ungarn, wo eigentlich ein Zaun den Weg versperren soll. Dort teilten die Männer die Familie auf zwei Autos auf, die Mutter und die sieben Kinder, dann fuhren sie nach Nordwesten. Kurz hinter der deutschen Grenze setzten die Männer sie aus – und fuhren weg. So erzählt es Levyan, 19 Jahre alt, eine Tochter der syrischen Familie, die an diesem Apriltag in Passau in einer einstigen Industriehalle sitzt und auf ihre Registrierung wartet.

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08. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für „Heimliche Flüchtlingshilfe im Krisenstaat Mazedonien“ · Kategorien: Balkanroute, Mazedonien · Tags: ,

Quelle: Netzpolitik.org

Gewalt, Korruption, fragwürdige Verhaftungen und Gesetze – darunter leiden nicht nur Geflüchtete, die sich noch immer entlang der Balkanroute verstecken. In Mazedonien wurden auch deutsche Aktivisten zu Opfern rechtlicher Willkür. Außerdem müssen die Helferinnen und Helfer mit der Gefahr staatlicher Überwachung zurechtkommen.

von Rebecca Ciesielski

An einem kühlen Frühlingsabend sitzt eine Gruppe Deutscher irgendwo in Mazedonien im Kreis auf dem Fußboden. Ihre Handys liegen vor ihnen auf dem Tisch, die Akkus daneben – endlich können sie wieder frei sprechen. Die gekappte Verbindung zu allen technischen Überwachungsquellen im Raum ist der Mindeststandard für unzensierte Unterhaltungen der Gruppe. Ihre Gespräche halten die Mitte Zwanzigjährigen bewusst so geheim wie möglich, für E-Mails nutzen sie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die meisten besitzen mehrere SIM-Karten, manche von ihnen sogar verschiedene Handys. Denn das, was die Aktivisten machen, warum sie überhaupt hier sind, ist in Mazedonien zu Teilen illegal. Mit viel Pech könnten sie dafür im Gefängnis landen. Das zumindest hätten ihnen ihre mazedonischen Anwälte gesagt, mit denen sie sicherheitshalber im Kontakt stehen. Trotzdem sind die Aktivisten hier und planen die nächsten Tage. Sie wollen helfen, wo keine Hilfe mehr ankommt – weder von staatlicher Seite noch von Seiten der NGOs. In Mazedonien kann diese Unterstützung im Extremfall Leben retten und beispielsweise verhindern, dass geflüchtete Menschen auf der gefährlichen und nunmehr geheimen Wanderung durch das Land verhungern.

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05. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für Afrika: Verloren im Transitland Niger · Kategorien: Afrika, Europa

Quelle: DW

Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs sind gemeinsam unterwegs – in Mali und Niger. Wegen Terror und Gewalt steigt dort erneut die Zahl der Flüchtlinge, die illegal nach Europa wollen.

Aus Niamey Dagmar Engel.

Wenn die Außenminister Deutschlands und Frankreichs nach Afrika fahren, geht es um – Europa. In Niamey, der Hauptstadt Nigers, der letzten Station ihrer gemeinsamen Reise, handeln Jean-Marc Ayrault und Frank-Walter Steinmeier sogar explizit als Europäer – sie sind unterwegs im Auftrag der Außenbeauftragten der EU, Federica Mogherini. Gemeinsam mit ihrem nigrischen Amtskollegen, Ibrahim Yacoubou, geben sie eine offizielle Erklärung von Niger und EU heraus – in der Nachfolge des EU-Afrika-Gipfels in Malta im November vergangenen Jahres.

Transitland Niger: 90 Prozent der afrikanischen Flüchtlinge, die über Libyen illegal nach Europa einreisen wollen, nehmen den Weg über den Niger, die meisten über Agadez ganz im Norden des Landes. Anfang April waren es 5.000 pro Woche, mittlerweile sind es wegen der besseren Witterungsbedingungen rund 11.000 Menschen.

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05. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für Die neue Balkanroute: Ungarns Transitzone · Kategorien: Balkanroute, Serbien, Ungarn

Quelle: taz

Flüchtlinge warten an der Grenze zu Serbien darauf, ins Land gelassen zu werden. Alleinreisende Männer haben schlechte Chancen.

RÖSZKE taz | „Mein Name ist Salim, das heißt auf Persisch gesund – aber meine Seele ist gebrochen.“ Der 23 jährige afghanische Flüchtling mit den Mandelaugen steht im Niemandsland zwischen Serbien und Ungarn. Er spricht fließend Englisch. Um ihn herum lehnen erschöpfte junge Männer am Grenzzaun. Seit zehn Tagen warten sie hier auf den Einlass in Ungarns Transitzone bei Röszke. Eine Frau sitzt in sich zusammengesunken auf dem Boden, nur ein vierjähriges Kind springt lustig herum. Es stinkt.

Hier gibt es keine sanitäre Anlagen und einen einzigen Wasserhahn. Man will nicht daran denken, wie eine Frau, die menstruiert, mit dieser Situation umgeht. Die Zelte der Flüchtlinge sind aus Müll, Decken hat ihnen das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gegeben. Auch Essen und Wasser kommt vom UNHCR, genauso wie die ärztliche Versorgung im Notfall.

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04. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für Fluchtwege nach Europa: Die neue Balkanroute · Kategorien: Balkanroute, Mazedonien, Serbien, Ungarn

Quelle: taz

Laut UNHCR schaffen es täglich zwischen 30 und 40 Flüchtlinge aus Griechenland über Bulgarien nach Serbien. Vermutlich sind es mehr.

BELGRAD taz | Wenn heute in Mitteleuropa über Flüchtlinge auf dem Balkan gesprochen wird, hört sich das an wie Berichte von einer Kriegsfront: Die Balkanroute ist dicht, der Einsatz vom Militär an der EU-Außengrenze wird verstärkt, die Anrainerstaaten zeigen sich kooperativ beim Aufhalten der Flüchtlinge . . .

Tatsächlich gibt es die alte Balkanroute nicht mehr. Die Behörden Mazedoniens haben gute Arbeit geleistet: Über das Territorium ihres Landes kommen nur noch wenige in Griechenland gestrandete Flüchtlinge in die sicheren, reichen EU-Länder Mittel- und Nordeuropas. Deshalb nehmen die Migranten auf dem Balkan nun einen anderen Weg Richtung Mitteleuropa: über Bulgarien, Serbien und Ungarn.

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03. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für „Mazedonien: Ein Deal und seine Folgen“ · Kategorien: Balkanroute, Mazedonien

Quelle: derStandard

Die Grenzschließung hat die Position der mazedonischen Regierung in der EU gestärkt

von Adelheid Wölfl

„Mazedonien verteidigt Europa vor sich selbst“, meint der mazedonische Präsident Gjorge Ivanov, wenn es um die Rolle des Balkanstaats in der Flüchtlingskrise geht. Er beklagte sich mehrmals, dass die EU Skopje zu wenig Geld für das Flüchtlingsmanagement gäbe. Neben technischer Hilfe an der Grenze sind noch ein paar EU-Beamte vor Ort – unter anderem Österreicher. Das große Geld – wie für die Türkei – gab es nicht.

Dennoch: Wenn man Diplomaten aus der EU fragt, ob die Flüchtlingskrise Einfluss auf die mazedonische Regierung und ihr Agieren in der derzeitigen Staatskrise hatte, nicken alle. Und dann schweigen sie meistens. Das Thema ist sehr unangenehm. Die mitteleuropäischen Staaten Österreich, Slowenien und Kroatien haben schließlich einen Deal mit Mazedonien geschlossen. Und dieser Deal hat zur Folge, dass die Grenze zu Griechenland halbwegs dichtgemacht wurde und viel weniger Flüchtlinge nach Mitteleuropa kommen. Der Deal hat aber auch indirekte Auswirkungen.

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01. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert für „Willkommenskultur der Griechen lässt nach“ · Kategorien: Griechenland

Quelle: DW

Griechenland hat Flüchtlinge bisher mit offenen Armen empfangen. Doch die geschlossenen Grenzen machen dem Land zu schaffen und damit nimmt auch die Toleranz der Einheimischen ab. Omaira Gill berichtet aus Athen.

Über 50.000 Menschen sind derzeit in Griechenland gestrandet. Einen Monat nach dem umstrittenen EU-Türkei-Abkommen ist das Land zum Epizentrum geplatzter Träume und Zukunftsängste geworden. Neben der anhaltenden Wirtschaftskrise hat Griechenland jetzt eine weitere Herausforderung auf der Agenda: die langfristige Unterbringung der Flüchtlinge. Aus der Durchgangsstation ist ein Daueraufenthaltsort geworden.

Die Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei macht das Mittelmeerland zum Gatekeeper Europas. Eine Rolle, der es angesichts von Personalmangel und Organisationschaos kaum gerecht werden kann. Trotz der aggressiven Flüchtlingspolitik der Türkei und vieler EU-Länder hat sich Griechenland in der Vergangenheit für die Migranten stark gemacht – bis jetzt.

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28. April 2016 · Kommentare deaktiviert für „Italy’s plan to combat Libyan migrant smugglers could mean chasing shadows“ · Kategorien: Europa, Libyen, Malta · Tags:

Quelle: The Guardian

Fears of a refugee wave through north Africa are based on thin evidence and deploying naval vessels may have little effect on dinghies already at sea

Though migration levels from Libya are no higher than they were last year, European governments are terrified that the closure of the refugee route from Turkey to Greece will lead to a fresh surge through the north African country towards Italy.

Over the past few days, these fears prompted western leaders to discuss a two-pronged response. First, Rome proposed the deportation of Italy-bound migrants back to war-torn Libya. Then Barack Obama agreed at a meeting with European allies to add US ships to ongoing anti-smuggling operations in international waters off the Libyan coast.

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28. April 2016 · Kommentare deaktiviert für „Athens under pressure: city races to clear port’s refugee camp before tourists arrive“ · Kategorien: Griechenland

Quelle: The Guardian

The port of Piraeus and a disused airport are focal points for Athens’ difficulties in dealing with the ongoing refugee crisis. The city’s mayor admits it is paying heavily for flaws that should have been addressed long ago

Even now, two months and 20 days after her journey from Afghanistan began, Haliva Khaveri still thinks of Greece – the country across the sea, the coastline she had looked at longingly from Turkey – in terms of hope.

It’s what keeps the 17-year-old and her entire family planted in Piraeus, the port city six miles south of Athens. “We are staying here,” she says with conviction. “Me, my mother, my father, my three sisters, my brother – we are not moving. We are staying here, and then eventually we go to Germany or Holland.”

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26. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Erinnerung an Tragödie, nach der die Balkanroute geöffnet wurde · Kategorien: Balkanroute, Mazedonien

Quelle: derStandard

Vor einem Jahr wurden 14 Flüchtlinge in Mazedonien von Zug erfasst

Es ist ein schmaler Streifen mit weißen Steinchen in einem verwilderten Garten, unter dem die Toten ruhen. Der Imam sagt, dass wir alle Menschen bleiben sollten, dass es hier um einen Menschlichkeitstest gehe, dass Mazedonien den Flüchtlingen eine sichere Durchreise gewähren sollte. Der Imam betet, dass die Seelen der 13 Afghanen und des Somaliers ins Paradies kommen. „Das ist unsere islamische Tradition.“

Die Mazedonier, die hierhergekommen sind, schließen die Augen. Es ist ein warmer Frühlingstag, der Mohn blüht knallrot, auf allen Seiten umgeben sie sanfte, hellgrüne Hügel. Vergangenen Sonntag fand in der mazedonischen Stadt Veles eine Gedenkveranstaltung für jene 14 Flüchtlinge statt, die vor genau einem Jahr von einem Zug erfasst worden und zu Tode gekommen waren. „Das war der Tag, an dem alles anders wurde“ , erinnert sich Mersiha Smajlovic, die sich für die Flüchtlinge in Mazedonien einsetzt.

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