WDR | 23.10.2017
Hagen Rether: Unser Wohlstand steht auf Leichenbergen
https://youtu.be/kDV29Kkc-LA
ARD Tagesschau | 10.11.2017
Die Balkanroute ist zwar seit zwei Jahren geschlossen, doch noch immer versuchen Flüchtlinge, über die Region in die EU zu kommen. Manchmal über unwegsames Gebirge, manchmal über irgendein Loch an der Grenze zu Griechenland.
Von Darko Jakovljevic, ARD-Studio Wien
taz | 10.11.2017
Nach dem Einsatz vor Libyen werden 50 Menschen vermisst. Aufnahmen von Sea Watch zeigen die Gewalt der libyschen Küstenwache.
Christian Jakob
Bei dem Schiffsunglück am vergangenen Montag vor der libyschen Küste sind offenbar nicht fünf, sondern etwa 50 Menschen gestorben. Die italienische Polizei hat entsprechende Angaben korrigiert. Ermittler mehrerer Polizeieinheiten hatten 58 Überlebende des Vorfalls befragt, nachdem sie am Dienstag im Hafen von Pozallo, im Süden Siziliens, an Land gebracht worden waren. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber italienischen Nachrichtenagenturen, die Behörden gingen davon aus, dass 145 Menschen an Bord des Schlauchbootes waren, das am Montagmorgen 30 Seemeilen nördlich von Tripolis in Seenot geriet.
58 Menschen seien von der deutschen NGO Sea Watch gerettet worden. 45 weitere habe die libysche Küstenwache mit nach Libyen genommen. Demnach müsse von etwa 50 Opfern ausgegangen werden. Die Überlebenden hätten berichtet, jeweils 400 Dollar für einen Platz auf dem Schlauchboot bezahlt zu haben. Ein Militärschiff barg am Unglücksort vier Leichen. Diese wurden zur Obduktion ebenfalls nach Sizilien gebracht. Der Tod sei durch Ertrinken eingetreten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Arte Journal | 10.11.2017
Spiegel Online | 09.11.2017
Die Kirche spricht von einem „Sturm“, manche Einheimische haben sich bewaffnet – die Stimmung auf der griechischen Insel Samos ist explosiv. Mittendrin sitzen Tausende Flüchtlinge, die nur eins wollen: weg.
Von der Insel Samos berichten Giorgos Christides und Olga Stefatou (Fotos und Video)
Eida war gerade im zweiten Monat schwanger, als sie im September ihr Baby verlor. Seitdem verbringt die Syrerin die Tage in ihrem kleinen Zelt auf der griechischen Insel Samos und erholt sich. Die 18-Jährige ist aufgewühlt. Der Verlust ihres Kindes schmerzt. Und es gibt noch einen weiteren Grund für ihre Verzweiflung: Die Schwangerschaft war ihr Ticket auf das griechische Festland – und heraus aus dem armseligen, kahlen Flüchtlingslager.
DW | 10.11.2017
Tausende Flüchtlinge sitzen in Griechenland fest, obwohl sie nach Deutschland kommen dürften. Die Bundesregierung hat sich für eine Lösung nach Vorschrift entschieden. Die Betroffenen protestieren in Athen und Berlin.
Das hochsensible Thema „Flüchtlinge und ihre Familien“ ist, wenn man so will, das Überbleibsel der „Flüchtlingskrise“, wie die Entwicklung in Deutschland ab 2015 auch genannt wird. Dabei geht es um Angehörige der sogenannten Kernfamilie wie Eltern, Geschwister oder Kinder von Flüchtlingen, die auf der Basis geltenden Rechts nachziehen dürfen. Hier machen unterschiedliche Zahlen die Runde, wie viele Menschen über diesen Weg nach Deutschland kommen könnten.
Refugees Deeply | 07.11.2017
In Paris, informal networks of volunteers temporarily house teenage migrants they find sleeping on the streets. Many spend months trying to prove they are under 18, leaving them with few options for official shelter.
Gaëlle Faure
When Patrick* arrived in Paris last January after an arduous journey from his native Cameroon – by way of Nigeria, Niger, Algeria, Morocco and Spain – he spent several weeks sleeping in the Metro and under highway overpasses. He was 15 years old.
“I was so cold and so dirty,” he said. “I had dreamed of France since I was a little kid, but I had no idea that people slept on the streets here.”
La Vanguardia | 10.11.2017
El ministro de Interior marroquí, Abdelwafi Laftit, dijo hoy que los servicios de seguridad impidieron en lo que va de este año a 50.000 emigrantes que trataron de forma irregular salir cruzar hacia Europa.
„Los esfuerzos de las autoridades llevaron este año a buenos resultados que se manifiestan en frustrar más de 50.000 intentos de emigración irregular y desmantelar 73 redes activas en el tráfico humano“, dijo Laftit hoy en una reunión de la comisión parlamentaria de interior en la Cámara de Representantes (cámara baja) del Parlamento marroquí.
Spiegel Online | 10.11.2017
6000 Soldaten, davon 1200 Spezialkräfte, haben die USA in Afrika im Anti-Terror-Einsatz – viele agieren verdeckt. Nun will Donald Trump den Drohnenkrieg in die Sahara tragen. Nigers Regierung ist begeistert.
Von Christoph Titz
Was wollten zwölf US-Soldaten, Mitglieder eines Spezialkommandos, am 3. Oktober irgendwo im Grenzland zwischen Niger und Mali?
Auch länger als einen Monat danach macht das US-Verteidigungsministerium daraus noch ein Geheimnis. Klar ist zumindest: Ihre Mission ging schief. Vier US-Soldaten und vier nigrische Soldaten starben, als sie offenbar von Dutzenden Kämpfern beschossen wurden.
Wie sie in den Hinterhalt gerieten, was sie in der öden Sahelsteppe wollten – eine Region, in der malische Separatisten, Qaida-Islamisten, Menschen- und Drogenschmuggler agieren – darüber schweigt das Pentagon. Einen Abschlussbericht gebe es „spätestens im Januar“. Es soll darum gegangen sein, einen Islamisten aufzuspüren, der im Grenzland Jugendliche für den Terror begeistern wollte, wie nigrische Quellen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.
Dramatischer Bericht über die Konfrontation zwischen libyscher Küstenwache und Sea Watch. Viele Boat People springen ins Meer, um sich auf das Boot der NGO zu retten. Die Küstenwache behindert die Rettungsversuche unter den Augen eines italienischen Militärhubschraubers. 50 Boat People ertrinken.
La Repubblica | 10.11.2017
Militari e volontari si fronteggiano, i naufraghi si tuffano per non tornare indietro. Poi la strage
di ALESSANDRA ZINITI
„THIS IS ITALIAN Navy helicopter, channel 16, we want you to stop now, now, now“. L’elicottero della Marina italiana volava basso in tondo e provava a fermare la motovedetta libica mentre John moriva, trascinato via a folle velocità, sospeso in aria sul mare, una mano disperatamente attaccata alla cima e l’altra protesa verso la moglie, ormai in salvo sul gommone della Sea Watch. „Lui era lì, sul ponte della barca e gridava verso di me. I libici lo picchiavano con delle corde, lo prendevano a calci, poi l’ho visto scavalcare e buttarsi in acqua. È andato giù, l’ho visto riemergere, era riuscito a riaggrapparsi alla fune sul fianco della motovedetta. Gridava: „Aspettatemi, aspettatami, aiuto, non lasciatemi qui…“. Ma a un certo punto i libici hanno riacceso il motore e la barca ha fatto un balzo in avanti trascinando via lui e tutti gli altri che stavano ancora in acqua. E non l’ho più visto. John non sapeva nuotare, era salvo ma è morto perché voleva raggiungere me che ero già in Italia“.