19. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Libyens Grenzschließung bedroht die Lebensmittelversorgung in der Sahara · Kategorien: Libyen

Seit der gestrigen Schließung der südlibyschen Grenzen steigen rasant die Lebensmittelpreise in den südlichen Anrainerstaaten. Die dortige Lebensmittelversorgung erfolgt zum Teil durch den grenzüberschreitenden Handel mit Libyen. Auch regt sich Unmut in den lokalen Bevölkerungen.

http://fr.allafrica.com/stories/201212180493.html

Auch wenn die über 4.000 km lange libysche Südgrenze quer durch Sahara derzeit noch nicht vollständig kontrolliert werden kann, wird die Situation für Grenzgänger und Transitflüchtlinge immer gefährlicher. Zeitgleich mit der Grenzschließung hat die libysche Regierung den Ausnahmezustand über Südlibyen verhängt und die Grenzregionen zu militärischen Sperrzonen erklärt. TransitmigrantInnen und -flüchtlinge wurden offiziell zu „Infiltranten“ erklärt. Internationale Beobachter setzen die libyschen Massnahmen in Verbindung mit der angekündigten und immer wieder verschobenen internationalen Militärintervention in Mali.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Schließung und Militarisierung der libyschen Südgrenzen und den laufenden EU-Frontex-Initiativen in Libyen? Siehe

https://archiv.ffm-online.org/2012/11/16/eu-militar-und-frontex-aufrustung-der-libyschen-grenzen/

19. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Internet-Film aus der Sahara, südlich der libyschen Grenzen – sehenswert! · Kategorien: Algerien, Libyen, Mali, Sahara · Tags: , ,

Die Initiative AEC (Alternatives Espaces Citoyens) bringt nach einem Aufenthalt in der Wüste Ténéré (Nord-Niger, Grenzregion zu Libyen und Algerien) Filmaufnahmen und Interviews mit. Ein Dokumentarfilm (52 mm) mit Bericht entsteht in den kommenden Monaten. Aus dem Material vorab ein Kurzvideo „passagers du désert“: In Ténéré kreuzen sich die Wege der aus Libyen Abgeschobenen oder Geflüchteten und derjenigen, die auf dem Weg nach Libyen sind. Die Flüchtlinge und TransitmigrantInnen berichten über wachsende Gewalt der Polizeien, Militärs und Milizen gegen sie.
http://vimeo.com/55679594

http://www.lacimade.org/minisites/loujnatounkaranke
https://www.facebook.com/LoujnaTounkaranke

18. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Libyen schließt Grenzen zu Algerien, Niger, Tschad und Sudan · Kategorien: Algerien, Libyen, Mali, Sahara · Tags:

Libyen schließt seine gesamte Südgrenze in der Sahara. Sogar der grenzüberschreitende Warenverkehr wird auf unbestimmte Zeit gestoppt. Die südlichen libyschen Grenzregionen wurden zu militärischem Sperrgebiet erklärt. Die dortige Befehlsgewalt erhält ein Militärgouverneur. Er verfügt über Mittel des Ausnahmezustands und kann Verdächtige verhaften lassen.

Als Grund wird der erwartete Flüchtlingstreck nach Beginn der internationalen Militärintervention in Mali angegeben. Erst an 2. Stelle der Regierungs-Argumentation steht die Absicht, die grenzübergreifende Zirkulation von Terroristen zu unterbinden.

Mit diesem Beschluss ist die Möglichkeit gegeben, dass die libyschen Militärs in der Sahara Massenverhaftungen von Flüchtlingen und MigrantInnen vornehmen können. Der Aufbau von Massenlagern wäre die Folge.

Unklar ist es, wie sich die lokale Bevölkerung verhalten wird. Sie lebt in grenzüberschreitenden, mobilen Wirtschaftsformen.

Zur libyschen Schließung und  Militarisierung der gesamten südlichen Grenzregionen siehe Le Quotidien d’Oran 18.12.2012:

http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5176910

Die algerische Tageszeitung El Watan (18.12.2012) betont, dass es im Süden innerhalb Libyens immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen ist:

http://www.elwatan.com/international/tripoli-decide-la-fermeture-de-ses-frontieres-avec-ses-quatre-voisins-du-sud-pour-des-raisons-recuritaires-17-12-2012-196208_112.php

17. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Israel, Abschiebe-Geisterstadt · Kategorien: Israel · Tags: ,

Erecting a ghost town in the desert

Haaretz, Gili Cohen, 11 December 2012

http://www.haaretz.com/news/features/erecting-a-ghost-town-in-the-desert.premium-1.483992

Israel has invested more than NIS 200 million in establishing a detention center for African migrants. Too bad so few of them are coming. Somewhere in the western Negev, between two military bases, the Israeli bureaucracy has vanished. It’s rare to find a construction project in this country where only 10 days separate the decision and the start of work.

Still, despite the investment of millions of shekels, the place remains desolate – just a rusted perimeter fence, a second fence with dangling barbed wire, guard towers, and row after row of green tents. Welcome to the detention facility called the tent city for African migrants, built by the Defense Ministry.

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17. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Griechenland, Thessaloniki: Sozialklinik · Kategorien: Griechenland · Tags:

„[…] Sozialklinik von Thessaloniki. Gegründet wurde sie vor sieben Jahren von linken Ärzten, die sich um kranke Migranten ohne Papiere kümmerten. Die Krise machte diese bescheidene private Institution zu einer wichtigen Anlaufstelle für alle, die keinen Zugang mehr zu den staatlichen Krankenhäusern haben: legale Migranten, einheimische Arbeitslose ohne Krankenversicherung, viele Rentner. Seit einem Jahr machen immer mehr Freiwillige mit. Fast 150 Ärzte, Zahnärzte und Krankenschwestern leisten ein- bis zweimal die Woche eine volle Schicht. Ausgebildete Ingenieure, die keine Bauaufträge mehr bekommen, halten das Sekretariat zwanzig Stunden am Tag geöffnet. Die Fanklubs der Fußballvereine Paok und Iraklis sammeln Medikamente für die Apotheke der Sozialklinik; eine krebskranke Zahnärztin hat der dentistischen Abteilung ihre ganze klinische Ausrüstung überlassen.

Die Sozialklinik erfährt so viel Unterstützung, dass sie das Projekt der ganzen Stadt zu sein scheint. An einem Montagabend im Olympion, dem größten Kinosaal der Stadt, geben vier alte Rocker um die 60 ein Solidaritätskonzert. Die Band nennt sich The Presidents und besteht aus gestandenen Professoren, die alle mal Rektoren ihrer Fakultät waren. Sie mimen Jimi Hendrix und spielen Led Zeppelin, der Saal ist voll, eine Mischung aus akademischer Nomenklatura, Studenten, Schülern und ganz normalen Fans von Rockmusik. Die Akustik ist lausig, aber die vier spielen wirklich gut. Und das Beste kommt zum Schluss: „Always look at the bright side of life“. Ein Schuss Optimismus – das, was hier jeder braucht. Sogar ältere Leute im Anzug summen mit, der ganze Saal lächelt. Und die Kasse stimmt. Fast 4 000 Euro haben The Presidents am Schluss gesammelt und auch noch ein paar Freiwillige rekrutiert, die in der Sozialklinik mitarbeiten wollen. .[..]“

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2012/12/14.mondeText1.artikel,a0013.idx,3

17. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Tunesien, Sidi Bouzid, 2 Jahre Revolution: Pfiffe, Tomaten und Steine Richtung Staatsspitze · Kategorien: Tunesien · Tags:

Am 17.12.2012 haben sich 2 der 3 Übergangspräsidenten Tunesiens (Staatspräsident Moncef Marzouki und Parlamentspräsident Mustapha Ben Jaafar) nach Sidi Bouzid gewagt, wo genau vor 2 Jahren die tunesische Revolution begonnen hatte. Die Staatsspitze tauchte mit einem Tross von Wirtschaftsleuten auf und wollte eine Gedenkfeier in Sidi Bouzid veranstalten. Sie wurden, so berichten Nachrichtenagenturen am Mittag des 17.12.2012, mit Pfiffen, Tomaten- und Steinwürfen empfangen.

Im letzten Jahr hatte Moncef Marzouki am selben Tag Reißaus aus der Stadt nehmen müssen, derart gross ist die Wut der Armen, dass sich nichts an ihrer sozialen Lage geändert hat.

http://www.tunisienumerique.com/tunisie-sidi-bouzid-jets-de-tomates-pour-accueillir-marzouki-et-la-delegation-ministerielle/157390

17. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Rassistische Hetze gegen Flüchtlinge in Oran · Kategorien: Algerien

In Oran sind neu angekommene Flüchtlinge gezwungen, auf der Strasse zu leben, dort zu nächtigen, Toiletten und Hygienemöglichkeiten fehlen. In der Zeitung Le Quotidien d’Oran erscheint am 17.12.2012 ein Artikel, der die Beschwerden der AnwohnerInnen aufnimmt und in seiner offen rassistischen Hetze in Algerien bislang einmalig ist.

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16. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für LOUJNA-TOUNKARANKÉ Newsletter Nr. 2 · Kategorien: Algerien, Frankreich, Marokko, Tunesien

Der (französischsprachige) Newsletter Nr. 2 des neuen Netzwerks LOUJNA-TOUNKARANKÉ ist erschienen.
LE FIL D’ACTU-LOUJNATOUNKARANKE_2012_12-n°2

Die Mitglieder von LOUJNA-TOUNKARANKÉ:

  • AEC (Alternatives espaces citoyens), Niger, www.alternativeniger.org
  • AME (Association malienne des expulsés), www.expulsesmaliens.info
  • AMDH,  Association  mauritanienne  des  droits  de  l’homme,  www.amdhrim.org
  • ANDDH  (Association  nigérienne  des  droits  de  l’homme), www.anddh-niger.org
  • ARACEM (Association des rapatriés d’Afrique centrale au Mali), aracem.canalblog.com
  • Caritas Gao (Mali)
  • Caritas Maroc
  • Caritas Nouadhibou, Mauritanie, www.misndb.net
  • La Cimade (France), www.lacimade.org
  • FTDES (Forum tunisien pour les droits économiques et sociaux), www.ftdes.com
  • GADEM (Groupe antiraciste d’accompagnement et de défense des étrangers et migrants), Maroc, www.gadem-asso.org
  • GTMD (Groupe migration et développement du Congad), Sénégal, www.congad.sn
  • PARI (Point d’accueil pour les réfugiés et immigrés), Sénégal
  • Rencontre et développement, Algérie

Loujna-Tounkaranké wird organisatorisch und finanziell unterstützt von:

15. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Boat-people Griechenland: 18 Tote · Kategorien: Griechenland · Tags: ,

18 dead migrants found on December 15 at the coast of Lesvos – one survivor – the rest is still missing!
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On Saturday 15th December in the early morning hours the coast guard found 18 corpses of migrant men and one survivor in Thermi, Lesvos. the survivor informed the authorities that they had started with a ship of 27 migrants from Turkey. the authorities try to locate the rest of the migrants in the sea now.< http://lesvos.w2eu.net/

15. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Ausbau Flüchtlingslager in der Sahara an der algerischen Südgrenze · Kategorien: Algerien, Mali, Sahara · Tags:

Das algerische Verteidigungsministerium plant in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium, grosse Lager mit Zelten aus Stoffplanen an der algerisch-malischen und algerisch-nigrischen Grenze aufzubauen. Bereits jetzt würden sich 25.000 afrikanische Flüchtlinge in Algerien aufhalten, die nicht abgeschoben werden können. Der Ausbau von Lagern erfolge mit der Absicht, die Grenzregionen einem besonderen Sicherheitsregime zu unterwerfen („sécurisation“).

Nach Regierungsangaben hat Alglerien 4.1078 Personnen im Zeitraum 2009-2011 in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Von Januar bis Juni 2012 sollen es 900 Abgeschobene gewesen sein. Die Abschiebungen erfolgten auf der Grundlage bilateraler Abkommen.

Le Quotidien d’Oran, 15.12.2012

http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5176772