junge Welt | 05.09.2017
Wieder sterben Menschen beim Versuch, von Marokko aus Spanien zu erreichen. Madrid verteidigt Abriegelung von Ceuta und Melilla
Von Carmela Negrete
Spanische Menschenrechtsorganisationen werfen den Grenzschutzbehörden der in Nordafrika gelegenen spanischen Exklave Melilla vor, in der vergangenen Woche den Tod von mindestens sieben Frauen verursacht zu haben. Die NGO »Caminando Fronteras« informierte am Wochenende, dass die paramilitärische spanische Polizeieinheit Guardia Civil am Donnerstag ein kleines Holzboot mit 45 Flüchtlingen an Bord vor der Küste Melillas abgefangen habe. 27 Personen hätten sich daraufhin ins Wasser gestürzt, um schwimmend die Küste zu erreichen. 13 von ihnen wurden von den Grenzschützern aufgenommen, die übrigen wurden von einer marokkanischen Patrouille aus dem Wasser geholt und zurück auf ihr Boot gebracht. Dieses wurde von den Nordafrikanern in Schlepptau genommen, um zurück in einen Hafen gebracht zu werden. Dabei kenterte das Boot jedoch – mindestens sieben Frauen ertranken, unter ihnen vier aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie sind die einzigen bislang identifizierten Opfer, Helena Maleno Garzón von »Caminando Fronteras« veröffentlichte am Wochenende ihre Fotos. »Vier der mutigen Frauen, die im Meer ertrunken sind. Ihre Gemeinden weinen, während die Regierung ihren Tod nicht anerkennt,« schrieb sie dazu auf Twitter.
