junge Welt | 15.07.2017
Wer protestiert, kommt in Marokko ins Gefängnis. Doch die Demonstranten lassen sich nicht unterkriegen
Von Gerrit Hoekman
Silya muss vor Gericht. Die 23jährige Sängerin aus Marokko, die eigentlich Salima Ziani heißt, soll die innere Sicherheit des Landes gefährdet haben. Denn die Künstlerin gehört zu den kräftigsten Stimmen der »Hirak«-Bewegung, die im marokkanischen Rif-Gebirge seit Monaten einen sozialen Aufstand gegen die Regierung probt. Ziani wird vorgeworfen, sich an einer unerlaubten Demonstration beteiligt zu haben. Anfang Juni wurde sie festgenommen, seit Mittwoch wird sie verhört.
»Wir fordern heute ihre Freilassung«, erklärte Zianis Vater noch am selben Tag gegenüber der marokkanischen Zeitschrift Telquel. Ihrem Anwalt zufolge leidet die Sängerin seit der Verhaftung an Depressionen. Ihre Festnahme hat zu einer Welle von Solidaritätskundgebungen geführt, auch der berühmte arabische Komponist und Protestbarde Marcel Khalifé spricht Ziani aus dem fernen Libanon Mut zu.
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