17. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für EU-Staaten weigern sich, Frontex auf Menschenrechte zu verpflichten · Kategorien: Hintergrund, Mittelmeerroute · Tags: , ,

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Mittelmeeranrainer weigern sich, die EU-Grenzagentur FRONTEX auf Menschenrechte zu verpflichten

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs muss eine EU-Verordnung zur Überwachung des Mittelmeers hinsichtlich der Rettung Schiffbrüchiger überarbeitet werden. Das stört Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und Malta gewaltig

Zentrale von FRONTEX in Warschau. Bild: Krzysztof Zacharz

Mit der Grenzagentur FRONTEX hat sich die Europäische Union einen Polizeiapparat aufgebaut, der zunehmend mehr Kompetenzen erhält (Das Ende des „patrouillengestützten Ansatzes“). FRONTEX hat sein Hauptquartier in Warschau und führt Operationen an den Land-, See- und Luftgrenzen der EU durch. Hierfür stellen die 28 Mitgliedstaaten Personal und Ausrüstung zur Verfügung, darunter Helikopter, Schiffe, Nachtsichtgeräte oder andere Überwachungstechnik.

Im Rahmen des Überwachungsnetzwerks EUROSUR wird seit 2008 an der Zusammenschaltung aller bereits vorhandenen Überwachungskapazitäten der Mitgliedstaaten gearbeitet. Die FRONTEX-Zentrale in Warschau fungiert als Knotenpunkt. Anfang Oktober hatte das EU-Parlament die notwendige EUROSUR-Verordnung in erster Lesung beschlossen (Drohnen vor Libyen und Tunesien). Zwar sind die Aktivitäten von FRONTEX und EUROSUR vor allem gegen unerwünschte Grenzübertritte gerichtet. Angesichts der hunderten Ertrunkenen vor Lampedusa wurden die Aktivitäten jedoch zur Rettung Schiffbrüchiger umgemünzt.

Immer wieder gerät FRONTEX in die Kritik, weil aufgebrachte Schiffe an Grenzbehörden jener Länder übergeben werden, von deren Küsten sie zuvor in See stachen. Dadurch wird den betroffenen Migranten verunmöglicht, einen Antrag auf Asyl zu stellen. Häufig werden die Flüchtlinge danach in Gefängnissen misshandelt. Im Zweifelsfall lässt sich später häufig nicht mehr feststellen, ob der Rechtsbruch von FRONTEX-Angehörigen oder Behörden eines zuständigen Mitgliedstaates begangen wurde. Vor Spanien wurde letztes Jahr beispielsweise ein Flüchtlingsboot mehrfach von der Küstenwache vorsätzlich überfahren, mehrere Flüchtlinge starben.

Derartige Vorfälle führten dazu, dass der Europäische Gerichtshof die 2010 erweiterte FRONTEX-Verordnung für teilweise nichtig erklärte und eine Befassung des Parlamentes anmahnte. Ein entsprechender Vorschlag liegt nun vor, jedoch ist keine Einigung in Sicht: Die Mittelmeeranrainer Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und Malta lehnen eine neue Definition von Rettungsmissionen rundherum ab. Die Delegationen der Regierungen bezeichnen den Vorschlag als „unakzeptabel“ und verweisen auf rechtliche und praktische Gründe.

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15. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Mare Nostrum oder: Ihr habt hier nichts zu suchen! – Telepolis · Kategorien: Italien, Mittelmeerroute · Tags: ,

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Die italienische Regierung startet eine militärisch-humanitäre Operation zur Abschreckung von Migranten, aber angeblich zu deren Rettung

Die italienische Regierung reagiert wie die EU auf das Flüchtlingsdrama vor Lampedusa mit mehr Überwachung. Nach einem Treffen mit seinen Ministern verkündete Regierungschef Enrico Letta eine große italienische Luft- und Meeroperation namens Mare Nostrum, um angeblich weitere Unglücksfälle zu verhindern, es geht allerdings mehr um den Grenzschutz, also die Sicherheit. Mehr als 500 Migranten dürften bei den zwei Schiffbrüchen vor Lampedusa in diesem Monat ertrunken sein
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14. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Jean Ziegler: „Wir werfen Menschen ins Meer zurück“ · Kategorien: Mittelmeerroute · Tags: ,

http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/

Schweiz am Sonntag
von Patrik Müller

Jean Ziegler* sieht Europa mitverantwortlich für den Tod von Bootsflüchtlingen. Und er fordert, Hunger müsse zum Asylgrund werden.

Herr Ziegler, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Flüchtlingsdrama vor Lampedusa erfuhren?
Jean Ziegler: Ich habe mich geschämt, ein Europäer zu sein. Wir werfen Menschen ins Meer zurück, die nicht das Glück haben, in Europa geboren zu werden. Wir machen diese Politik nun 20 Jahre lang aus Angst vor den homophoben und xenophoben Bewegungen, die in fast allen Ländern Zulauf haben. Jetzt muss die Zivilgesellschaft aufstehen und erreichen, dass die Frontex abgeschafft wird.

Was soll denn so schlecht sein an der Grenzschutztruppe der EU?
Mit gegen 200 Millionen Euro Steuergeldern tut die Frontex nichts anderes, als Europa von Menschen abzuschotten, die vom Tod bedroht sind. Mit Radargeräten und Nachtflughelikoptern macht die Frontex Jagd auf die Schwächsten der Schwachen. Frontex ist der militärische Arm der EU-Flüchtlingspolitik. Frontex soll durch eine Hilfsorganisation ersetzt werden.

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13. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für „Humanitärer Korridor sofort!“ – Italienisches Rotes Kreuz · Kategorien: Italien, Libyen, Mittelmeerroute · Tags: ,

http://www.express.co.uk/news/world/

Urgent measures must be adopted to open humanitarian corridors. There is no time to lose,“ said Francesco Rocca, the president of the Italian Red Cross, emphasising that people escaping war and repression must be given a safe route of escape. „In this way it would hit also the traffickers and we could stop this ceaseless massacre.“

13. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Italien: Integrationsministerin will Abschottung verschärfen – Corriere.it · Kategorien: Italien, Libyen, Mittelmeerroute · Tags: ,

Die italienische Integrationsministerin Cecile Kyenge ruft dazu auf, die EU-Abschottung im Mittelmeer zu verschärfen. Originalton: „Krieg dem transnationalen organisierten Verbrechen“. Die Strafen für kommerzielle Fluchthilfe sollten nach ihrem Vorschlag noch weiter erhöht und die Kontrollen im Mittelmeer intensiviert werden.
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13. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Schweizer Bürgerliche-Reaktionäre fordern Flüchtlingsinhaftierung in UNO-/EU-Lagern in Afrika · Kategorien: Mittelmeerroute · Tags:

„Lampedusa: Jetzt fordern Bürgerliche UNO-Lager in Afrika

[…] Von D. von Burg, P. Tischhauser und S. Kobler

BERN/LAMPEDUSA Nach dem neuerlichen Bootsdrama vor Lampedusa stellen die führenden bürgerlichen Schweizer Asylpolitiker das europäische Asylsystem infrage. Gerhard Pfister CVP, Christoph Blocher SVP und Kurt Fluri FDP verlangen stattdessen Flüchtlingslager in Nordafrika. Dort soll in internationaler Zusammenarbeit geprüft werden, wer eine Chance auf Asyl hat und wer nicht.
Die Politiker wollen erreichen, dass nur noch diejenigen Personen nach Europa kommen, die Schutz benötigen. […] «Am besten wäre es, wenn die UNO diese Flüchtlingslager führen würde», sagt Pfister zur SonntagsZeitung. «Die zweitbeste Lösung wäre die EU.» Er glaubt, dass Letztere ein Interesse daran hätte, denn so könnten die Asylsuchenden gerechter auf Europa verteilt werden. Pfister wird im Winter einen entsprechenden Vorstoss ins Parlament einbringen. Die drei Politiker verlangen vom Bundesrat, sich für diese Lösung stark zu machen. […]

via SonntagsZeitung | Lampedusa: Jetzt fordern Bürgerliche UNO-Lager in Afrika

11. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Eurosur: WTM und Auslandspresse – SPIEGEL ONLINE · Kategorien: Mittelmeerroute · Tags: ,

http://www.spiegel.de/politik/ausland/eurosur

Auslandspresse zur Eurosur-Überwachung: „Ein Traum für die Rüstungsindustrie“

Von Katja Petrovic

Afrikanische Flüchtlinge im Mittelmeer: „So gut wie unmöglich ist, die langen Küsten völlig undurchlässig zu machen“

Europas Presse kommentiert die EU-Entscheidung über das Grenzschutzsystem Eurosur. Drohnen, Satelliten und Radare sollen das Mittelmeer überwachen. „Ein Traum für die Rüstungsindustrie“, meint „Le Temps“, ein „Skandal“ für die Flüchtlingspolitik, findet „Slate“.

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11. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Durch Sahara und übers Mittelmeer: Handyaufnahmen von Flüchtlingen · Kategorien: Mittelmeerroute, Sahara, Video · Tags: ,

Video: http://video.corriere.it/viaggio-speranza

11. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Eurosur – nzz · Kategorien: Mittelmeerroute · Tags:

„Entscheid des EU-Parlaments
Elektronische Überwachung des Mittelmeers

Das EU-Parlament hat der Einführung des Überwachungssystems Eurosur zugestimmt. Der Einsatz von Satelliten oder Drohnen soll zur Bekämpfung der illegalen Immigration, aber auch zur Früherkennung in Not geratener Flüchtlingsschiffe beitragen.

Niklaus Nuspliger, Brüssel

Das EU-Parlament hat am Donnerstag in Strassburg der Einführung des elektronischen Grenzüberwachungssystems Eurosur (European External Border Surveillance System) mit 479 zu 101 Stimmen bei 20 Enthaltungen klar zugestimmt. Da sich der Ministerrat und das Parlament nun grundsätzlich einig sind, steht einer Einführung des Systems vor dem Jahresende nichts mehr im Weg. […]
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11. Oktober 2013 · Kommentare deaktiviert für Eurosur – taz · Kategorien: Mittelmeerroute · Tags:

http://www.taz.de/EU-beschliesst-neue-Grenzsicherung/

EU beschließt neue Grenzsicherung
Abschottung aus einem Guss

Das Europaparlament billigt Eurosur. Es soll alle Systeme zur Sicherung der EU-Außengrenzen bündeln. Auch Nordafrika soll mitmachen.

BERLIN taz | 14.151 Kilometer ist sie lang – und mehr als 50 verschiedene Behörden sollten sie schützen: die EU-Außengrenze. Für den ehemaligen EU-Innenkommissar Franco Frattini war das ein unhaltbares Chaos von nationalen Zuständigkeiten und Kommunikationsproblemen. Seine Vision: ein einheitliches, europaweites Grenzkontrollsystem, um effizienter gegen illegale Einwanderung vorzugehen. 2008 regte er dessen Einrichtung an.

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