25. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Die Angst vor der nächsten Vergewaltigung · Kategorien: Balkanroute, Mittelmeerroute · Tags:

Quelle: NZZ

Frauen auf der Flucht nach Europa

Gewalt ist für Frauen auf der Balkanroute oder in Afrika bis zum Mittelmeer allgegenwärtig. Fast immer ist es sexuelle Gewalt. Trotzdem würden die meisten die Flucht aus dem Elend wieder antreten.

Stephanie Lahrtz, Messstetten

Je länger die Kriege und Konflikte im Nahen Osten und in Teilen Afrikas andauern, desto mehr Frauen kommen nach Europa. In manchen Wochen waren in den letzten Monaten schätzungsweise die Hälfte der nach Griechenland gelangenden Flüchtlinge aus dem Nahen Osten Frauen und Kinder. Aber Frauen flüchten fast nie allein, sie kommen als Ehefrauen, Mütter, Töchter, Cousinen. «Nur wer verrückt ist, wagt es allein», erzählen Frauen aus Syrien und dem Irak beim Frauentreff in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Baden-Württemberg in Messstetten (LEA) auf der schwäbischen Alb. Seit die Grenze zu Mazedonien geschlossen ist, ist die Flucht für Frauen deutlich gefährlicher geworden als noch vor wenigen Monaten, als das Weiterreichen der Flüchtlinge von der türkischen Ägäisküste bis nach Deutschland fast schon zur Routine wurde. Denn Warten bedeutet Stillstand, und damit steigt die Gefahr für Übergriffe.

Weiterlesen »

25. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Flüchtlingsroute ab Alexandria: Überfahrt auf Pump · Kategorien: Ägypten, Mittelmeer

Quelle: Deutschlandfunk

In dieser Woche sind schon wieder Schiffe mit Flüchtlingen auf ihrem Weg nach Italien gesunken. Die neue Tragödie im Mittelmeer zeigt, dass andere Flüchtlingsrouten weiter genutzt werden, trotz der Blockade der Balkanroute. In der Hafenstadt Alexandria, das wie eine Art „Klein-Damaskus“ wirkt, beginnt die ägyptische Route.

Von Sabine Rossi

Der Stadtteil „Sechster Oktober“ in der nordägyptischen Stadt Alexandria könnte auch „Klein-Damaskus“ heißen. Hier leben viele Menschen aus Syrien. In den Geschäften gibt es syrisches Gebäck, syrische Schawarma, syrische Falafel.

Abu Nimr hat vor einem Jahr seine Frau und zwei Töchter über das Mittelmeer geschickt. Ihr Boot nahm von Ägypten aus Kurs auf Italien, just zu der Zeit, als im Kanal von Sizilien ein völlig überfülltes Schiff sank – eines der schlimmsten Bootsunglücke im Mittelmeer. Im Fernsehen sah Abu Nimr die Berichte und hörte von den hunderten Toten und Vermissten.

Weiterlesen »

25. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Dutzende Flüchtlinge aus Idomeni gelangen nach Mazedonien · Kategorien: Balkanroute, Griechenland, Mazedonien

Quelle: FAZ

Im griechischen Idomeni ist es etwa 50 Flüchtlingen gelungen, die durch Polizei bewachte Grenze nach Mazedonien zu überqueren, wie ein AFP-Fotograf berichtet. Sie setzten ihren Marsch gen Norden fort.

Dutzende Flüchtlinge aus dem griechischen Lager Idomeni sind über die eigentlich hermetisch geschlossene Grenze nach Mazedonien gelangt. Die Menschen verschwanden anschließend nahe der Ortschaft Gevgelija in Richtung Norden, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP am Samstag berichtete.

Unter den Flüchtlingen, die bereits etwa drei Stunden Fußmarsch von Idomeni aus hinter sich hatten, waren zahlreiche Frauen und Kinder. Der AFP-Fotograf, der mit anderen Journalistenkollegen unweit von Gevgelija unterwegs war, zählte rund 50 Menschen, denen wahrscheinlich „zahlreiche weitere“ folgten. Die Gruppe setzte ihren Marsch in Richtung Norden fort, vermutlich nach Serbien.

Weiterlesen »

24. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Bericht von Helfern aus Idomeni: Urlaub im Elend · Kategorien: Balkanroute, Europa, Griechenland, Mazedonien

Quelle: Jetzt

Unsere Autoren fuhren nach Idomeni, um zu helfen. Danach schrieben sie diesen wütenden Bericht.

Von Nannina Matz und Florian Kessler

Wir sind ein nettes, harmloses Pärchen. Und wir waren im Urlaub. In Griechenland. Das Wetter war gut, die Menschen freundlich. Dabei waren wir an einem Ort, an den sich die Europäische Union nicht hintraut: in Idomeni.

Elftausend Flüchtlinge leben hier nach wie vor auf offenem Feld vor der mazedonischen Grenze. Das Camp ist ein einziges Chaos aus zerschlissenen Iglu-Zelten, staubigen Feldwegen, von privaten Hilfsorganisationen aufgebauten Containern. Dazwischen überall Feuerstellen. Die Leute kochen in leeren Konservendosen. Auf den Bahngleisen spielen Kinder Seilspringen. An den Essensausgaben der Privatinitiativen warten ihre Eltern viele Stunden, wenn nicht gerade vorne am Grenzzaun mit Tränengas auf sie geschossen wird.

Spätestens seit hier die Balkanroute mit einem Rumms zugemacht wurde, woraufhin sich in Deutschland die Laune unserer besorgten Bürger besserte, helfen viele Dorfbewohner aus Idomeni und Umgebung, wo sie nur können: Sie kochen für die Flüchtlinge, spenden Kleidung, bringen nachts Zeltplanen zu einer syrischen Großmutter im Rollstuhl, die mit ihrer verzweifelten Familie ohne Essen und Schutz unter freiem Himmel übernachten muss.

Weiterlesen »

23. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Rechtsanalyse der Situation Geflüchteter in Idomeni und den staatlichen Lagern · Kategorien: Griechenland · Tags:

Quelle: ASGI

Migrants in Greece are denied the rights to international protection and family unity. The visit to the camps in Idomeni and government-run camps, and a legal analysis of the situation we observed.

Index
1. The Idomeni camp
1.1 Interviews with Syrian migrants
1.2 Interview with UNHCR in Idomeni about arrivals and photo-identification, the
suspended deportation document and legal information
1.3 Medical assistance in the Idomeni camp and interview with the MSF field
coordinator
1.4 Unaccompanied foreign minors
2. Other self-managed camps around Idomeni, particularly Polikastro Eko Station
3. Militarised government-run camps – the Neokavala camp
3.1 The Katerini camp – Nireas Camping
3.2 The government-run Diavata military camp
4. The legal framework
4.1 On the information provided and the possibility of submitting an application for
international protection. Violation of art. 33 of the Geneva Convention, of the
Procedures Directive and of art. 3 of the ECHR
4.2 On the risk of suffering inhuman and degrading treatment. Violation of art. 3 of
the ECHR
4.3 On family reunification. Violation of the Dublin Regulation, art. 8 of the ECHR
and art. 7 of the EU Charter of Fundamental Rights
4.4 On access to the relocation programme
4.5 New scenarios arising after the EU-Turkey agreement

[Download als pdf]

16. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Besuch im Niemandsland: „Wir wurden vergessen“ · Kategorien: Balkanroute, Kroatien, Serbien

Quelle: N24

Seit der Schließung der Grenzen auf dem Balkan sitzen rund 1000 Flüchtlinge zwischen Serbien und Kroatien fest. Dschijan Ali ist einer von ihnen. Ein Ortsbesuch im Wald der vergessenen Flüchtlinge.

Dschijan Ali geht über einen gewundenen Pfad durch den dichten Eichenwald an der Grenze von Serbien und Kroatien und kann sein Pech nicht glauben. Er hat es bis nach Europa geschafft, über stürmische See und zerklüftete Berge, um jetzt wenige Meter vor seinem Traumziel gestoppt zu werden: der Europäischen Union.

Der 20 Jahre alte Kurde aus Rodschawa in Syrien sitzt zusammen mit etwa 200 anderen Flüchtlingen seit der Schließung der Balkanroute Anfang März auf der serbischen Seite der Grenze fest. Jetzt gibt es keinen legalen Weg für die Gruppe, sich weiter vorwärts in die Mitte Europas zu bewegen – und auch nicht zurück nach Griechenland oder in die Türkei. Sie hausen in einer heruntergekommenen früheren Nervenheilanstalt, in einem Land, das ihnen weder Arbeit noch andere Möglichkeiten bieten kann.

Weiterlesen »

16. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Bulgaria Puts Migrant ‘Hunter’ Under House Arrest · Kategorien: Balkanroute, Bulgarien

Quelle: BalkanInside

A court has placed Petar Nizamov, whose video of ‘citizen’s arrest’ of three migrants caused an international outcry, under house arrest as his trial continues.

Mariya Cheresheva | BIRN

A regional court in the town of Malko Tarnovo on Friday released Petar Nizamov, the vigilante migrant hunter who published a video of three Afghan migrants he had „captured“ on April 10, to home arrest.

The court said there were no sufficient grounds to keep the 30-year-old in detention pending the rest of his trial. If proven guilty, he could face up to six years in prison. The next court session will be on April 21 in Burgas, the judges announced.

Weiterlesen »

15. April 2016 · Kommentare deaktiviert für ‚Welcome to the new Lesbos‘ – Fotoreportage · Kategorien: Italien, Mittelmeerroute · Tags:

Quelle: MailOnline

Now Sicily is flooded with 2,000 migrants every day since the Balkans route shut

  • Sicily is being called ‚the new Lesbos‘ as thousands of migrants begin to arrive on ancient Mediterranean island
  • In the past three days alone more than 6,000 people have landed, as arrivals increase by 90 per cent on last year
  • MailOnline gained exclusive access to the Norwegian rescue ship helping to bring migrants from Libya to Palermo
  • Fleet of ships has been tasked with monitoring sea routes popular with migrants and picking up struggling dinghies

By Jake Wallis Simons In Palermo, Sicily For Mailonline

Thousands of migrants are pouring into Sicily by sea every day, sparking fears that the ancient Mediterranean isle has become ‘the new Lesbos’.

Arrivals to the island have increased by 90 per cent in the first three months of the year. In the last three days alone, more than 6,000 migrants have arrived on its shores.

MailOnline went aboard a Norwegian rescue ship that brought 900 migrants to the Sicilian port of Palermo. Thousands more, who had all been picked up on the Mediterranean, were taken ashore simultaneously at other ports on the island. […]

15. April 2016 · Kommentare deaktiviert für „Türkei riegelt Grenzen gegen syrische Flüchtlinge ab“ · Kategorien: Syrien, Türkei

Quelle: Telepolis

Der türkische Europaminister Bozkır begründet dies mit einer Schuldzuweisung an Russland wegen Luftangriffen in der Region, die werden allerdings derzeit von Jets der US-geführten Koalition geflogen

von Thomas Pany

Die Offensive der syrischen Armee zur Übernahme der Kontrolle von Aleppo hat angefangen. Die der Regierung in Damaskus nahestehende Publikation Al-Masdar News berichtet von Kämpfen innerhalb des Stadtgebiets, wo gegnerische Milizen beinahe eingekreist seien, und von militärischen Erfolgen außerhalb.

Die syrische arabische Armee (SAA) habe Al-Mallah, strategisch wichtig wegen der Verbindungsstraße „Castello Road“, bei Kämpfen mit al-Nusra, Jaysh al-Mujahiddeen und Ahrar Al-Sham, erobert. Erwähnt wird im Bericht, dass die syrischen Kurdenverbände YPG sich im Gegensatz zu früheren Kämpfen in Aleppo nun augenscheinlich ihre Gunst der SAA zugewandt haben.

Weiterlesen »

15. April 2016 · Kommentare deaktiviert für Italien und EU-Flüchtlingspolitik: Erinnerung an Lampedusa · Kategorien: Europa, Italien, Mittelmeerroute

Quelle: taz

Die Balkanroute ist dicht. Italien fürchtet, wieder stärker zum Transitland zu werden. Vor Lampedusa starben vor einem Jahr 1.000 Menschen.

von Michael Braun

ROM taz | Trocken lesen sich die Kommuniqués der italienischen Küstenwache vom letzten Montag und Dienstag. In der Straße von Sizilien wurden binnen 48 Stunden 4.004 Menschen gerettet, die mit Schlauchbooten und alten Kähnen von Libyen aus in See gestochen waren.

Zahlen wie gehabt. Zahlen, die zur Nachrichtenroutine geworden sind, knapp gemeldet irgendwo auf den hinteren Seiten der Zeitungen. Zahlen schließlich, von denen es im italienischen Fernsehen – anders als noch vor wenigen Monaten – keine Bilder mehr gibt: Kein Sender schickt noch Reporter nach Lampedusa oder nach Trapani auf Sizilien, um die Flüchtlinge zu filmen, während sie von Bord gehen.

Weiterlesen »