16. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Mali Krieg: „Diskrete Rolle der USA“ · Kategorien: Frankreich, Mali, Sahara · Tags:

NZZ 14.01.2013:

„[…] Vor dem Eingreifen Frankreichs hatten die USA zwar im Hintergrund Planungsarbeit für eine internationale Truppe geleistet. Doch ein aktives Eingreifen lehnte die Administration Obama ab. Insbesondere stellte sie sich gegen das Drängen des Kommandos für Spezialoperationen (Joint Special Operations Command, JSOC), das die Anführer der wichtigsten extremistischen Gruppen im Norden Malis – die al-Qaïda au Maghreb islamique, Ansar ad-Din und die Bewegung Mujao – mit Drohnen angreifen wollte. Das JSOC war überzeugt, dass die gezielte Liquidierung der Führung zu einer Implosion dieser Gruppen führen werde.

Mali ist seit längerem Teil einer grossen Operation zur Terrorismusbekämpfung der USA im westlichen Sahel, die ebenfalls vor allem auf bemannten und unbemannten Flugzeugen fusst. Am Boden jedoch war die Bilanz der amerikanischen Bemühungen um eine Stabilisierung Malis inmitten einer instabilen Umgebung mehr als nur ernüchternd. Kommandanten der malischen Armee, die von amerikanischen Sondereinheiten während Jahren zur Aufstandsbekämpfung ausgebildet worden waren, liefen laut Berichten amerikanischer Medien beim Vorstoss der Tuareg-Rebellen zum Teil mit ihren Mannschaften zum Feind über – weil auch sie Tuareg waren, die wegen ihrer besonderen Ortskenntnis ausgewählt worden waren. Der Putschoffizier Sanogo hatte ebenfalls amerikanische Ausbildungskurse absolviert, bevor er zum Entsetzen der amerikanischen Instruktoren die legitime, demokratisch gewählte Regierung des Landes stürzte. […]

http://www.nzz.ch/aktuell/international/diskrete-rolle-der-usa-1.17939370

http://www.nzz.ch/aktuell/international/diskrete-rolle-der-usa-1.17939370

16. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Mali: Langer Krieg und sich ausbreitender Hunger · Kategorien: Frankreich, Mali, Sahara · Tags:

Frankreichs Eintritt in einen langen Krieg?
Florian Rötzer 16.01.2013

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38365/1.html

Die Islamisten sind nicht so leicht zu besiegen, die Zivilbevölkerung wird zunehmend zum Opfer der Kämpfe

Wie nicht anders zu erwarten, herrscht auch in Mali derzeit der sprichwörtliche „fog of war“. Schnell hatten die französische Regierung und das Militär von erfolgreichen Angriffen gesprochen und behauptet, den Vorstoß der Islamisten in den Süden gestoppt und diese aus Konna und anderen Städten durch Bombardements vertrieben zu haben. Schon am Dienstag wurde aber klar, dass die für die Franzosen anscheinend unerwartet gut mit Waffen ausgerüsteten Rebellen weiter in den Süden vorgedrungen waren und die Stadt Diabali, 400 km nördlich der Hauptstadt Bamako, einnehmen konnten.
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16. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Mali: 1. europäischer Antiterrorismus-Krieg · Kategorien: Europa, Frankreich, Mali, Sahara · Tags:

Kolonialpolitik in Mali

Lange vorbereitete Intervention: Frankreich hat in der Sahel-Region das Schlachtfeld im ersten »Europäischen Krieg gegen den Terror« eröffnet

Von Sevim Dagdelen

http://www.jungewelt.de/2013/01-16/027.php

Frankreich hat am vergangenen Freitag eine Militärinterven­tion in Mali gestartet. Gleich zu Beginn schon kamen drei Kampfflugzeuge, mindestens zwei Kampfhubschrauber und mehrere hundert Soldaten zum Einsatz. Bombardiert wurde auch vermeintliche Infrastruktur der Islamisten im Norden. Von sechzig Toten wird allein in Gao berichtet. Die französische Regierung sprach von vielen getöteten Islamisten, mußte jedoch auch den Tod von Zivilisten und eines französischen Soldaten einräumen. Als völkerrechtliche Grundlage gilt das Hilfsersuchen des malischen Übergangspräsidenten Dioncounda Traoré, der nach einem Putsch von Militärs im März 2012 von der »Internationalen Gemeinschaft« unter Führung Frankreichs eingesetzt wurde, in Mali tatsächlich aber keine Macht ausübt. Das ist klassisch kolonialistische Politik und mit dem Völkerrecht in keiner Weise zu vereinbaren. Trotzdem haben alle westlichen Regierungen, die Medien und auch der UN-Sicherheitsrat den Militäreinsatz begrüßt. Kurz vor der Sitzung des Sicherheitsrates hatte Frankreich bereits angekündigt, daß es mehrere Wochen dauern würde, die »Terroristen auszulöschen«.
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15. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Mali: Französische Panzeroffensive hat begonnen, 15.01.2013 · Kategorien: Frankreich, Mali, Sahara · Tags:

http://www.france24.com/fr/20130115

Am 15.01.2013 sind französische Panzer aus Bamako Richtung Norden aufgebrochen. Eine Bodenoffensive ist angekündigt. Die französischen Kampftruppen werden offiziell in den nächsten Tagen auf 2.500 Mann erhöht.

Französische Panzeroffensive

15. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Mali: 30.000 Menschen auf der Flucht, Mauretanien und Algerien haben Grenzen abgeriegelt · Kategorien: Algerien, Frankreich, Mali, Mauretanien, Sahara · Tags:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/krieg-in-mali-30-000-menschen-laut-uno-auf-der-flucht-a-877521.html

„30.000 Menschen sind nach Uno-Angaben bereits auf der Flucht. Doch die Nachbarländer Mauretanien und Algerien haben ihre Grenzen abgeriegelt.

New York/Bamako – Die Lage in Mali spitzt sich zu: Die blutigen Kämpfe zwischen den Regierungstruppen, unterstützt durch Frankreichs Soldaten und Luftwaffe, und den Islamisten, dauern an. Etwa 30.000 Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf der Flucht. Die Flüchtlinge wollten das Konfliktgebiet in Zentral- und Nordmali Richtung Süden verlassen, sagte der stellvertretende Uno-Sprecher Eduardo del Buey. [..]

Nachbarländer schließen Grenze

[…] Tausende Menschen aus Mali seien auf dem Weg zur Grenze, erklärte das westliche Nachbarland Mauretanien. Die Regierung in Nouakchott beorderte deshalb Soldaten an die Grenze, um diese abzuriegeln, heißt es Militärkreisen in der mauretanischen Hauptstadt. Auch der nördliche Nachbar Algerien schloss seine Grenze, das bestätigte ein Sprecher des Außenministeriums in Algier. […]“

14. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Algerien schließt Grenze zu Mali, 14.01.2013 · Kategorien: Algerien, Frankreich, Mali, Mauretanien, Sahara · Tags: ,

Am 14.01.2013 geben ein Sprecher des algerischen Außenministeriums und ein Abgeordneter aus Südalgerien bekannt, dass Algerien seine Landgrenze zu Mali geschlossen hat.

Zuvor hatte bereits Libyen seine Südgrenze geschlossen und das Grenzgebiet zur militärischen Sperrzone erklärt, ffm-online berichtete.

Die Grenzaufrüstungen mit Elektronik und Kriegstechnik sind im vollen Gange. Im Laufe des Tages wurde berichtet, dass die viele Menschen vor den Bombardierungen durch die französischen Kampfflugzeuge  Richtung Mauretanien und Algerien fliehen.

http://www.algeriedz.info/2013/01/14/mali-lalgerie-a-ferme-ses-frontieres/

14. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Marokko: Proteste wegen Guardia Civil Attacke auf Flüchtlingsboot (8 Tote, 13.12.2012) · Kategorien: Marokko, Spanien · Tags: , ,

[unten deutsch]

Heurts et violences à Sidi Ifni entre manifestants et forces de police

Rédigé par Larbi Amine – Emarrakech le Lundi 14 Janvier 2013 à 11:16

http://www.emarrakech.info/Heurts-et-violences-a-Sidi-Ifni-entre-manifestants-et-forces-de-police_a66120.html

Sidi Ifni : Une manifestation de ‘solidarité’ avec les passagers marocains d’une petite embarcation, coulée, décembre dernier, par la marine espagnole, a tourné à l’affrontement entre jeunes et des forces de l’ordre.

Heurts et violences à Sidi Ifni entre manifestants et forces de police

Le dimanche 13 janvier au soir, s’étaient groupés devant le port de Sidi Ifni des manifestants venus exprimer leur colère contre une intervention brutale de la marine espagnole devant les plages des iles canaries, qui avait tiré à feu nourri sur une petite embarcation, tuant ses passagers marocains dont des originaires de la région de Sidi Ifni.
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14. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für 35.000 algerische Soldaten seit Okt. 2012 an der Südgrenze aufgezogen · Kategorien: Algerien, Frankreich, Mali

Während sich die algerische Regierung nach wie vor lieber in Schweigen hüllt, gibt der französische Außenminister Einzelheiten zu den französisch-algerischen Absprachen bekannt. Dazu gehört die Öffnung des algerischen Luftraums für französische Kampfflieger wie auch die Militarisierung und mögliche Schließung der algerischen Südgrenze. 35.000 algerische Militärs sind an der algerischen Südgrenze seit Oktober 2012 stationiert.

http://www.elwatan.com/international/l-algerie-autorise-le-survol-des-avions-francais-14-01-2013-199416_112.php

14. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Mali: Der Kollaps der US-Militärausbildung · Kategorien: Mali, Sahara · Tags:

The New York Times, 14.01.2013

http://www.nytimes.com/2013/01/14/world/africa/french-jets-strike-deep-inside-islamist-held-mali.html?hp&_r=1&

„[…] Over the last four years, the United States has spent between $520 million and $600 million in a sweeping effort to combat Islamist militancy in the region without fighting the kind of wars it has waged in the Middle East. The program stretched from Morocco to Nigeria, and American officials heralded the Malian military as an exemplary partner. American Special Forces trained its troops in marksmanship, border patrol, ambush drills and other counterterrorism skills. But all that deliberate planning collapsed […]“

14. Januar 2013 · Kommentare deaktiviert für Kommentar zur Militärintervention in Mali · Kategorien: FFM-Texte, Mali

Die französische Militärintervention in Mali kam nicht unerwartet. Frankreich hat diese Option seit vielen Monaten vorangetrieben. Diese Rolle eines Vorreiters mag den Uraninteressen Frankreichs in Nordmali und gewissen neokolonialen Traditionen geschuldet sein – die militärische Option liegt aber nicht minder im Interesse der in der ECOWAS verbundenen Regimes der afrikanischen Nachbarstaaten, der EU und der USA. Offenbar ist es Hollande nun gelungen, nun auch das algerische Regime, das sich in den Zeiten der Arabellion durch geschicktes Changieren an der Macht halten konnte, mit ins Boot zu holen.

Als Gründe der Intervention werden als erstes die Angst vor einem „Sahelistan“ genannt, sodann der Schmuggel von Waffen, Drogen und Menschen. Was „Sahelistan“ angeht, so beschreibt Human Rights Watch die Brutalität der islamistischen Kampfgruppen. Indes ist das Leid der Bevölkerung noch niemals ein Kriegsgrund gewesen. Der Import von Kämpfern und Waffen hat mit der von Europa und den USA verursachten Militarisierung der Revolution in Libyen zu tun, die Kenntnisse über den Drogenhandel beruhen auf unsicheren Quellen. Die Unterbrechung der Migrationsrouten, die Vorverlagerung der Barriere Mittelmeer in die Wüste hinein, ist für Europa neben der Sicherung der Bodenschätze wahrscheinlich das wichtigste Kriegsziel.1

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