20. August 2012 · Kommentare deaktiviert für HRW Bericht zu toten Boat-people und EU-Abschottung im Mittelmeer · Kategorien: Italien, Lesetipps, Libyen, Mittelmeerroute, Tunesien · Tags: , , , ,

Human Rigts Watch / Human Rigts in Europe / Judith Sunderland: Hidden Emergency. MIgrant Deaths in the Mediterranean. August 2012

The mothers of young Tunisian men who disappeared without a trace after setting off in early 2011 on the dangerous voyage across the Mediterranean are still searching for their loved ones. In meetings with Tunisian and Italian officials, they are asking for help and for the truth. As one mother who travelled to Italy explained, “If I can’t find my own son, I will find at least one son. I want to be told what happened to them.”  They hope their sons arrived safely, but the reality is that they may be among the thousands who have died attempting to cross the Mediterranean.

The number of migrant deaths in the Mediterranean, a sea with many busy shipping lanes where international law and centuries of custom oblige ships to assist those in need, is shocking.

The United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) estimates that 1,500 people died in the Mediterranean in 2011 alone, making it the deadliest year on record.[1]Fortress Europe, an internet blog that tracks deaths of those seeking to reach Europe, puts the number at over 2,000. The real number may be even higher.

Political upheaval and armed conflict in North Africa last year created particular circumstances that may have led to more people embarking on even more dangerous crossings. Yet, migration to Europe by those fleeing persecution or just seeking a better life is a regular, yearly phenomenon, and so too are deaths at sea. According to Fortress Europe, over 13,500 people have died attempting these crossings since 1998.[2]

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19. August 2012 · Kommentare deaktiviert für 100 Boat-people vor Spanien vermisst · Kategorien: Algerien, Marokko, Spanien · Tags:

Das spanische „Salvamento Marítimo“ sucht seit dem Nachmittag des 16.08.2012 im Mittelmeer vor den Provinzen Almería und Granada zwei Harragas-Boote. Sie waren zuvor aufgespürt worden, und es sei nach offiziellen Angaben „ummöglich, dass sie an Land gelangt sind“. Das Flugzeug Sasemar 101 und das Schiff Guardamar Caliope ist seitdem auf der Suche nach den zwei Booten mit 44 bzw. 55 Personen an Bord, die am Morgen des 16.08.2012 aus der marokkanischen Stadt Nador aufgebrochen sind. – Nach wenigen Stunden wurde die Suche ergebnislos eingestellt.

Am 15.08.2012 hat das spanische „Salvamento Marítimo“ ein Harragas-Boot 2 Seemeilen südllich von Tarifa (Cádiz) aufgebracht, an Bord waren 7 Männer, 1 Frau und 1 Baby. Den Notruf hatte das Frachtschiff Maersk Stockholm ausgelöst.

Seit dem 12.08.2012 hat das „Salvamento Marítimo“ insgesamt 57 Boat-people aufgebracht, die auf dem Weg nach Spanien waren: Am 13.08. waren es 24 Personen marokkanischer Herkunft, unter ihnen ein Minderjähriger, die 28 Seemeilen vor der Küste von Cabo de Gata bei Almería aufgenommen wurden. Weitere 24 Harragas, aus Algerien, wurden am 12.08.2012 bei Punta de la Polacra (Almería) aufgebracht.

http://politica.elpais.com/politica/2012/08/16/actualidad/1345137023_460413.html

http://www.telecinco.es/informativos/sociedad/Salvamento-Maritimo-Cabo-Gata-Almeria_0_1670233332.html

 

19. August 2012 · Kommentare deaktiviert für 401 Boat-people auf Lampedusa – Frontex-Flugzeuge im Einsatz · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags: ,

401 Boat-people auf Lampedusa angekommen – ein isländisches Flugzeug von Frontex hatte Flüchtlinge auf See aufgespürt

ANSA Palermo, 18.08.2012, 16:35 h und 19:41 h sowie La Repubblica 18.08.2012: Ein Fischer-Holzboot mit Motor wurde am 18.08.2012 30 Seemeilen vor Lampedusa aufgebracht. An Bord waren 231 subsaharische Flüchtlinge. Unter ihnen waren 33 Frauen und 4 Babies. Das Boot war am Vormittag desselben Tages von einem isländischen Flugzeug aufgespürt worden, das zu einer Frontex-Mission gehört. Die sog. „Rettungsaktion“ haben dann die italienische Küstenwache, die Guardia di Finanza und die italienische Marine durchgeführt. – Ein weiteres Boot mit 160 Passagieren, die wahrscheinlich aus Tunesien kommen, war ebenfalls am 18.08.2012 14 Meilen vor Lampedusa von der italienischen Küstenwache aufgebracht worden. Unter ihnen befanden sich auch schwangere Frauen und 2 Babies. Dieses Boot war von einem Hubschrauber der italienischen Marine aufgespürt worden. – 10 weitere TunesierInnen sind am selben Tag mit einem Schlauchboot in Lampedusa angelandet.

http://www.repubblica.it/cronaca/2012/08/18/news/lampedusa-41155622/?ref=search

http://www.ansa.it/web/notizie/regioni/sicilia/2012/08/18/Immigrazione-231-migranti-soccorsi-largo-Lampedusa_7354348.html
http://www.ansa.it/web/notizie/regioni/sicilia/2012/08/18/Immigrazione-altri-160-migranti-soccorsi-largo-Lampedusa_7354987.html

17. August 2012 · Kommentare deaktiviert für 160 Boat-people vor Malta „aufgegriffen“, 4 Tote · Kategorien: Eritrea, Malta · Tags: ,

(afp) · Wie afp und NZZ (17.08.2012) melden, wurden vor Malta in der Nacht zum 16.08.2012 insgesamt etwa 160 Flüchtlinge auf mehreren Booten „aufgegriffen“. „Laut einem Armeesprecher sind 4 Flüchtlinge ums Leben gekommen, rund 20 benötigten dringend medizinische Hilfe. Das erste Boot mit etwa 60 Personen an Bord wurde am Mittwochabend rund 70 Seemeilen südwestlich von Malta von einem Handelsschiff gesichtet. Die Flüchtlinge stammten gemäss eigenen Angaben aus Somalia und Eritrea. Das zweite Boot mit 100 Personen an Bord wurde später in der Nacht von der maltesischen Marine entdeckt.“ (NZZ 17.08.2012)

13. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Statistik zu Harragas aus West-Algerien · Kategorien: Algerien, Spanien · Tags: , , ,

Seit Januar 2012 haben die Küstenwache und die Gendarmerie des Bezirks Oran 120 Harragas in 25 Operationen abgefangen, und die spanischen Behörden haben im selben Zeitraum mehr als 200 Harragas in den Hafen von Oran rückgeschoben. Sie hatten einige Tage in Abschiebehaft verbracht. Auch in andere Häfen haben die spanischen Polizeien zurückgeschoben, in der vergangenene Woche z.B. per Handelsschiff in den Hafen Ghazaouet westlich von Oran.

2011 hatten dieselben Oraner Behörden „nur“ 60 Harragas aufgespürt und festgenommen, 2010 waren es 200.

Am meisten Harragas waren 2007 von algerischen Behörden festgenommen worden: 1.530 Personen. 86 Tote wurden damals im Meer entdeckt.

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06. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Malta: über 80 Boat-people angekommen · Kategorien: Libyen, Malta · Tags: ,

Von den mehr als 80 auf Malta gelandeten Flüchtlingen mussten drei Frauen medizinisch versorgt werden, teilten die Behörden mit. An Bord seien auch zwei Babys gewesen. Die somalischen Flüchtlinge sollen erst vor wenigen Tagen von Libyen aus zu der Mittelmeerinsel vor Italien gestartet sein. Nach Angaben der maltesischen Armee war das Boot 30 Seemeilen südlich der Insel gesichtet worden. Allein dieses Jahr sind rund 1.300 Flüchtlinge auf Malta gelandet.

APA Meldung vom 4.8.2012 – 23:10 h

05. August 2012 · Kommentare deaktiviert für 184 Boat-people auf 2 Schiffen in Lampedusa und Sizilien am 03.08.2012 angekommen · Kategorien: Ägypten, Italien, Libyen, Malta, Tunesien · Tags: , ,

Ein Schlauchboot wurde 60 Seemeilen vor Lampedusa und ein Fischerboot 12 Seemeilen vor Pozzallo (Süd-Sizilien) von der Küstenwache an Land gebracht

La repubblica 04.08.2012: Auf dem Schlauchboot befanden sich 100 Personen, darunter 24 Frauen. Das Boot befand sich in Seenot und sendete über ein Satellitentelefon SOS aus. Die Telefongesellschaft lieferte die genauen Daten zur Lokalisierung des Boots. Die italienische Küstenwache hat die libyschen, tunesischen und maltesischen Behörden informiert. Ein maltesisches Flugzeug hat dann das Boot aus der Luft gesichtet, und die italienische Küstenwache hat die Passagiere gerettet. Sie wurden am Abend des 04.08.2012 in Lampedusa erwartet.

Schwieriger war die Rettung der 84 Boat-people, die sich auf einem Fischerboot vor Pozzallo befanden. Fischer aus Pozzallo hatten gestern abend das Flüchtlingsboot um 19 Uhr gemeldet. Daraufhin ist die Küstenwache losgefahren, um das verdächtige Fischerboot zu kontrollieren. Die Crew gab an, dass sie sich auf dem Weg von Tunesien nach Malta befänden, musste aber der Küstenwache in den Hafen von Pozzalo folgen. Dann habe es einen Motorschaden gegeben, die Küstenwachpolizisten kamen an Bord und entdeckten die Flüchtlinge. Sie gaben an, dass sie ÄgypterInnen sind, unter ihnen sind 55 Minderjährige.

http://palermo.repubblica.it/cronaca/2012/08/04/news/due_sbarchi_di_migranti_in_sicilia_soccorsi_in_184_dalla_guardia_costiera-40368324/?ref=search

03. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Oran: Massenprozesse gegen Harragas · Kategorien: Algerien · Tags: ,

Zusammenarbeit beim Aufspüren von Harragas und Massenverurteilungen

Wie die Tageszeitung El Watan am 02.08.2012 schreibt, scheint die staatliche Abschreckung gegen Harraga die Jugendlichen nicht davon abzuhalten, immer aufs Neue auf Booten nach Europa aufzubrechen.

20 Harragas im Juli gerettet, unter ihnen Frauen und Kinder. Als Notruf funktioniert der Regionalfunk Oran von der „Agence Nationale de Radionavigation Maritime (ANRM)“. Er meldet den Notruf an die Küstenwache weiter. Der Leiter der Funkstation Kahli Moshen berichtet, dass das System jetzt zweimal funktioniert habe. Frachtschiffe haben vier Funktstationen der ANRM in der Region (Oran, Mostaganem, Béni-Saf, Ghazaouet) von Harragas auf See in Kenntnis gesetzt. Die ANRM hat die Küstenwache benachrichtigt. Die Küstenwache Oran, die dann aktiv wurde, gehört zur 2. Militärregion.

Im Monat Juli haben die Gerichte in der Region in über 12 Massenprozessen Harragas verurteilt.

Rachid Boutlélis berichtet in der Tageszeitung Le Quotidien d’Oran am 24.07.2012, dass in Ain El Turck, einem Vorort von Oran, 37 Harragas zwischen 22 und 31 Jahre vor Gericht gebracht wurden. Sie wurden kurz angehört und kamen dann in Untersuchungshaft. Sie waren von der algerischen Marine am Abend des 22.07.2012 eine Seemeilen vor Oran aufgebracht worden, abgefahren waren sie kurz vorher zur Zeit des Fastenbrechens. Die Militärs überstellten sie der Gendarmerie von El Ançor.

21 weitere Harragas wurden am 23.07.2012 vom selben Gericht zu jeweiligen Geldstrafen in Höhe von umgerechnet 500 Euro verurteilt. Eine Woche zuvor hatte dasselbe Gericht 44 Harragas – unter ihnen drei Frauen – ebenfalls zu Geldstrafen verurteilt.

500 Euro ist mehr, als die Jugendliche bei einem einfachen Job in drei Monaten vedienen könnten. Zumeist haben sie aber nicht einmal einfache Jobs.

http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5171112

http://www.elwatan.com/regions/ouest/oran/emigration-clandestine-20-harraga-secourus-en-juillet-02-08-2012-180513_135.php

03. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Lampedusa Bericht · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags:

Lampedusa wieder ein Ziel für Flüchtlinge?

Lampedusa/Palermo

Nach langer Zeit kommen plötzlich wieder Flüchtlingsboote in Lampedusa an. Am 28. Und 29.7. erreichen insgesamt 3 Boote die Insel, eines fährt sogar bis fast an den Strand.

41 Männer aus Tunesien, Marokko und Algerien werden in das am 3.7. wieder eröffnete Auffanglager Contrada Imbriacola gebacht. Ein Widerspruch in sich – Lampedusa gilt immer noch als nicht sicherer Hafen, das Zentrum für die Erstankünfte wurde jedoch wieder eröffnet.

Dazu auch Damiano Sferlazzo seit knapp drei Monaten stellvertretender Bürgermeister auf Lampedusa in einem Interview vom 27.7.2012. Zu den Flüchtlingen konnten wir keinen Kontakt herstellen, da das Lager nicht zugänglich ist. Der Direktor, der das Lager für die Kooperativen Sisifo/Bluecoop auch schon zuvor im Namen der „Lampedusa Accoglienza“ leitet, spricht nur vor dem Tor mit uns, für drinnen bräuche man eine Genehmigung des Innenministeriums. 40 der Flüchtlinge werden noch am selben Tag mit der Fähre nach Sizilien gebracht, ein Mann mit gesundheitlichen Problemen verbleibt und soll dann mit den nachfolgenden Angekommenen verlegt werden.

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02. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Libyen, Tripolis: Internierungslager Sibrata Mentega Delila · Kategorien: Eritrea, Italien, Libyen · Tags: ,

Italien überstellt auf Hoher See Flüchtlinge an libysche Marine

21.07.2012

Eine Gruppe von 350 Personen, davon 50 Frauen – 6 Schwange – und zwei kleine Kinder befinden sich im Internierungslager Sibrata Mentega Delila (Tripolis). Zum Teil sind sie krank und brauchen ärztliche Hilfe. 76 von ihnen waren bereits auf dem Meer und waren in Seenot geraten.

Zunächst hatte eine Ölförderplattform im Mittelmeer Flüchtlinge aufgenommen und den Notruf ausgelöst. Die übrigen Flüchtlinge wurden dann von einem italienischen Schiff gerettet. Anschließend kam die libysche Marine und hat alle Flüchtlinge mit Gewalt auf ihr Schiff gebracht. Dann ging es zurück in libysche Gewässer und in den Hafen von Tripolis. Das war am 29.06.2012. Seitdem sind sie in dem genannten Lager.

Es handelt sich um eritreische Flüchtlinge. Die Praxis der koordinierten Rückschiebung geht auf italienisch-libysche Übereinkommen zurück.

Das genannte Internierungslager befindet sich noch im Bau. In diesen Tagen wurden weitere 125 eritreische Flüchtlinge dorthin gebracht. Sie wurden von libyschen Militärs bedroht, ihnen wurde kein Essen und nichts zu Trinken gegeben, sie mussten fasten wie Muslime, wie ihnen ausdrücklich gesagt wurde. Auch schwangere Frauen waren davon betroffen. Am Abend wurde nur Muslimen Essen gegeben.

Alle in diesem Lager fordern politisches Asyl.

Wir fordern die italienischen Behörden auf zu verhindern, dass die eritreischen Flüchtlinge nach Eritrea abgeschoben werden. Dort droht ihnen Lebensgefahr. Ausserdem fordern wir, dass diese Flüchtlinge sofort unter Schutz des UNHCR Tripolis gestellt werden, sowie: Religionsfreiheit, keine Folter!

Fr. Mussie Zerai
Chairman of Habeshia Agency
Cooperation for Development
E-mail: agenzia_habeshia@yahoo.it
http://habeshia.blogspot.com
Phon+39.3384424202
Phon: +41(0)765328448