In den Jahren 2007 und 2008 sind zahlreiche algerische Harragas von der tunesischen Küstenwache gestoppt und in tunesische Geheimgefängnisse gebracht worden. Ihre Festnahmen durch die tunesische Polizei konnten teilweise registriert werden. Ihre Angehörigen haben sich organisiert und Kasernen aufgespürt, wo sie wohl festgehalten wurden. In den letzten Monaten sind Fotos mancher dieser Harragas und Zeitungsberichte in Tunesien aufgetaucht: Einige sollen kürzlich bei Antiterrorismus-Aktionen in unwegsamem Gelände erschossen worden sein. Die Angehörigen schalten nun die bekanntesten tunesischen MenschenrechtlerInnen ein und fordern eine staatsanwaltliche Untersuchung des Verschwindens der Harragas. Es wird befürchtet, dass sie in tunesischen Geheimgefängnissen unter Folter umgekommen sind und dass ihre kürzlichen „Erschiessungen“ nur vorgetäuscht sind.
Angehörige der Opfer des 03.10.2013 reisen aus verschiedenen europäischen Ländern nach Lampedusa und Süditalien, um die Gräber ihrer Verwandten ausfindig zu machen. Sie wurden anonym begraben. Italienische Unterstützung gibt es fast gar nicht.
http://www.youtube.com/watch?
http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-25220047
Waiting for the dead of Lampedusa
By Matthew Price

Bimnet Araya’s grave bears his name – others have only numbers
Migrant tragedy
Relatives of those who died in one of the worst boat disasters off the shores of Europe in living memory are still waiting to be allowed to take their family members for a proper burial. A total of 366 people – mostly from Eritrea – died when the boat carrying them sank close to the Italian island of Lampedusa.
Church bells sound on the late afternoon breeze as Alem Araya walks through the cemetery in the little Sicilian village of San Biagio Platani.
„Emotional, yes,“ he says quietly. „It’s not easy.“
„Patrouillen von Zypern bis Spanien, Speicherung von Fingerabdrücken und mehr Geld für Europol: Als Reaktion auf die anhaltende Flüchtlingstragödie schlägt die EU eine Reihe von konkreten Maßnahmen vor. Dabei geht es vor allem um den Schutz der Grenze, weniger um den der Flüchtlinge.
Von Sebastian Gierke
Das Mittelmeer ist ein Massengrab. […]“
via Nach Lampedusa: Wie Europa das Flüchtlingsproblem lösen will – Politik – Süddeutsche.de
„[…] At Mellitah, Berber protesters drive unchallenged through the front gate of the large oil and gas complex located some 100 km (63 miles) west of the capital Tripoli. The guards salute them.
Two weeks ago, the militiamen arrived in coastguard boats they seized during the 2011 revolt. After briefly boarding two tankers loading oil, they hoisted banners and flags and put up tents at the terminal – one on a rock outcrop in the harbor.
Four Italian tugboats that usually assist tankers to dock are now moored alongside one of the protesters‘ boats armed with a small cannon fastened to its bow. […]
via In Libya’s west, Berber anger spills into gasfields | Reuters
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ouUHADwyh3c
phoenix-Programmhinweis
IM DIALOG: Michael Krons mit Kapitän Stefan Schmidt
Freitag, 6. Dezember 2013, 24.00 Uh
Wer Flüchtlingen in Seenot hilft, muss mit Strafen rechnen. Der ehemalige Kapitän der “Cap Anamur” aber hat es getan und “würde immer wieder so handeln”.
IM DIALOG spricht Schmidt mit Moderator Michael Krons über sein Engagement in der EU-Flüchtlingshilfe.
Sein Fall sorgte für Aufmerksamkeit: Im Juni 2004 ist das deutsche Hilfsschiff “Cap Anamur” auf Testfahrt zwischen Malta und Italien, da entdeckt die Besatzung um Kapitän Stefan Schmidt ein vollbesetztes Schlauchboot auf hoher See. Es handelt sich um 37 Flüchtlinge aus dem Sudan. Sie sind seit Tagen unterwegs, dem Verdursten nahe.
http://europa.eu/rapid/press-release
Lampedusa und die Folgen: Konkrete Maßnahmen sollen Verlust von Leben im Mittelmeer verhindern und Bewältigung von Migrations- und Asylströmen verbessern
[siehe auch: http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO]
http://m.maltatoday.com.mt/newsdetails/news/national/
Delays that could have cost lives in Lampedusa tragedy
Armed Forces of Malta refuses to explain what happened between the time it received 1pm distress call from Rome, and 4pm when military plan located boat in distress on 11 October Lampedusa shipwreck
Weiterlesen »
http://www.bild.de/politik/ausland/fluechtling/
„Flüchtlingsmädchen – Jetzt macht Naya (4) in Italien Schlagzeilen
Ein Reporter skizziert die Flucht aus Syrien, bei der Nayas beide Brüder ertranken
Nayas Brüder könnten noch leben. Aber: „Man hat sie einfach sterben lassen.“ Sie und 266 andere Flüchtlinge. Das sagt der Titel des aktuellen „L’Espresso“, des wichtigsten Nachrichtenmagazins Italiens.
Vor drei Wochen berichtete BILD am SONNTAG erstmals über das traurige Schicksal der kleinen Naya, des vier Jahre alten Mädchens aus Syrien.
Wir haben die Geschichte ihrer Flucht vor dem Krieg in einem Schleuserboot erzählt, bei der ihre Brüder Nahel (9 Monate) und Mohamad (5) am 11. Oktober im Mittelmeer ertranken.
Wir berichteten auch über einen Anruf von Nayas Papa Mohanad, der per Satellitentelefon die Küstenwache in Italien alarmierte, als ihr Boot nach Beschuss durch libysche Miliz in Seenot geriet.
[…]
Sie wollen ihr eine Zukunft geben! Eine deutsch-syrische Arztfamilie kämpft um das Flüchtlingsmädchen Naya (4) und seine Eltern. mehr…
Naya (4) aus Syrien Die Flucht aus der Hölle
In der Titelgeschichte des „L’Espresso“ rekonstruierte der italienische Star-Journalist Fabrizio Gatti zusammen mit Nayas Vater den genauen Ablauf der Rettungsaktion und fand heraus:
Wären die Italiener nach dem ersten Hilferuf tätig geworden, hätte das erste Rettungsschiff um 15.51 Uhr vor Ort sein können – und nicht wie tatsächlich um 17.51 Uhr. Also lange vor 17.10 Uhr, als das Flüchtlingsboot kenterte und 268 Menschen ertranken, darunter mindestens 60 Kinder.
242 Tote wurden nicht geborgen. Nach ihnen wird nicht mehr gesucht. Nahels und Mohamads Grab wird das Mittelmeer bleiben.“
In der Nacht vom 1. zum 2. Dezember errichteten Aktivisten der Gruppe Laola Europa direkt vor dem EU Parlament in Brüssel eine Kunstinstallation.
Hunderte farbige Umrisse Ertrunkener illustrieren das Drama und die Not der afrikanischen Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Die Umrisse erinnern ganz gezielt an Tatortmarkierungen von Leichen. Die Namen der Toten vom großen Lampedusa Unglück vor wenigen Wochen geben den Umrissen Identität und eine Stimme. Parallel zu dieser Aktion auf dem Place de Luxembourg fixierten die Aktivisten zwei Banner mit der Aufschrift “ Every dead person is your son, brother, sister, our child“ & „Lampedusa- the dead have a voice – the survivors need solutions“.
Weiterlesen »