taz | 17.04.2017
Emdadul Haque schien einem verbrecherischen Textilfabrikanten ausgeliefert. Trotzdem erstattete er Anzeige. Und die Justiz half.
NEAPEL taz | Sichtbar werden unsichtbare Menschen nicht über Nacht. Bei Emdadul Haque, 26, Näher aus Bangladesh, hat es drei Jahre gedauert. Drei Jahre, in denen er, der rechtlose Arbeiter aus Bangladesch, in Italien sein Recht erkämpfte. Und der damit erreichte, dass sein ehemaliger Chef, der 42-jährige Mohammed Alim, „wegen Menschenhandel und Ausbeutung von Arbeitskraft in Verbindung mit Sklaverei“ vor Gericht kommt.
Drei Jahre sind eine lange Zeit, vor allem, wenn sie aus Demütigung, Erniedrigung und Ausbeutung bestehen. Eine Spur dieser Zeit zieht sich als Narbe über Haques Wange. Nicht nur seelische Qualen hat er erlitten, er wurde auch körperlich misshandelt, weil er Fieber hatte und nicht schnell genug arbeitete.
