27. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Privates Schiff „Sarost V“: Flüchtlinge sitzen vor Tunesien fest · Kategorien: Italien, Libyen, Malta, Tunesien · Tags: ,

taz | 27.07.2018

Am 14. Juli wurde das private Schiff „Sarost V“ mit 40 aus Seenot Geretteten zum Hafen Zarzis geschickt. Doch Tunesien will niemanden an Land lassen.

Christian Jakob

Ohne dass die europäische Öffentlichkeit Notiz davon nehmen würde, sitzen weiter 40 aus Seenot gerettete Flüchtlinge auf einem Schiff vor der tunesischen Küste fest. Sie waren am 8. Juli in Libyen in See gestochen, fünf Tage später hatte ihr Boot einen Motorschaden.

Der Unfall geschah in internationalen Gewässern, für die Seerettung in dem Gebiet ist Malta zuständig. Nach einer Rettungsaktion am 14. Juli wies die maltesische Leitstelle die „Sarost V“, ein Versorgungsschiff für Ölplattformen, an, die Menschen an Bord zu nehmen. Malta und Italien weigerten sich, sie aufzunehmen, Maltas Rettungsleitstelle schickte die „Sarost V“ zum Hafen von Zarzis, im Süden Tunesiens.

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27. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Seenotrettung vor dem Aus: Die Todesrate im Mittelmeer steigt schon · Kategorien: Italien, Mittelmeer · Tags: ,

ntv | 27.07.2018

Italien macht Ernst. Das Land droht mit dem Boykott der organisierten Seenotrettung im Mittelmeer. Und ein Plan B der EU ist nicht bekannt. Dabei ist das Mittelmeer schon jetzt so tödlich wie seit Jahren nicht mehr.

Von Issio Ehrich

Der organisierten Seenotrettung im Mittelmeer droht in einer paradoxen Situation das Aus. Die Migrationsrouten zwischen dem Norden Afrikas und dem Süden Europas zählen ohnehin zu den gefährlichsten der Welt. Doch derzeit sind die Todesraten so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Das geht aus Zahlen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen hervor. 54.566 Menschen überlebten in diesem Jahr den Versuch der Überfahrt, 1477 starben. Die Todesrate liegt damit bei 2,7 Prozent. Besonders verheerend ist diese Bilanz, weil es eigentlich immer weniger Menschen zu retten gibt.

Von 2015 bis 2017 sank die Zahl erfolgreicher Überfahrten pro Jahr von 1.015.078 über 362.753 auf 172.301 Menschen. Die Todesrate stieg von 0,4 über 1,4 auf 1,8 Prozent. 2018 ist die Zahl der geglückten Überfahrten nun noch niedriger und die der Toten im Verhältnis dazu noch höher. Statistiken der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind zwar nicht identisch, untermauern aber diese drastische Entwicklung.

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27. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Offener Brief an die Bundeskanzlerin: NRW-Städte für Seenotrettung · Kategorien: Deutschland · Tags: ,

taz | 27.06.2018

Die BürgermeisterInnen von Köln, Bonn und Düsseldorf würden gerettete Flüchtlinge aufnehmen. Die Bundesregierung ignoriert das Angebot.

Annett Selle

In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel bieten die Städte Düsseldorf, Köln und Bonn der Bundesregierung an, Geflüchtete aufzunehmen. Außerdem fordern die OberbürgermeisterInnen Henriette Reker (Köln, parteilos), Thomas Geisel (Düsseldorf, SPD) und Ashok Sridharan (Bonn, CDU), die Seenotrettung im Mittelmeer wieder zu ermöglichen. „Wir wollen ein Signal für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter setzen“, schreiben sie.

Die Bundesregierung hat bisher nicht reagiert. „Stand Freitagvormittag ist der Brief noch nicht eingegangen“, sagte eine Regierungssprecherin der taz. Und selbst wenn: „Offene Briefe kommentieren wir grundsätzlich nicht.“

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26. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Flüchtlingselend in Libyen: „Europa schickt Menschen in die Hölle“ · Kategorien: Libyen

Spiegel Online | 26.07.2018

Sie werden gefoltert und versklavt: Die Lage der Flüchtlinge in Libyen ist katastrophal, sagt Karline Kleijer von „Ärzte ohne Grenzen“. Sie fordert ein Ende der Zusammenarbeit mit dem Bürgerkriegsland.

Ein Interview von Maximilian Popp

Die Türkei war nur der Anfang: Die EU-Staaten setzen in der Migrationspolitik zunehmend auf eine Strategie, die Wissenschaftler als „Externalisierung“ bezeichnen. Im Klartext: Sie spannen Drittstaaten für das schmutzige Geschäft der Flüchtlingsabwehr ein. Es ist dabei fast egal, ob es sich bei den Partnerländern um Halbdemokratien oder Diktaturen handelt.

Karline Kleijer hat in den vergangenen Jahren mitverfolgt, was diese Entwicklung für die Betroffenen bedeutet: Sie koordiniert für die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) die Flüchtlingshilfe in Libyen. Zwar hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Libyen noch vor einem halben Jahr als „Hölle für Flüchtlinge“ bezeichnet, trotzdem wollen die EU-Staaten in der Migrationspolitik künftig noch enger mit dem Bürgerkriegsland zusammenarbeiten.

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26. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Rassismus von oben · Kategorien: Deutschland · Tags:

German Foreign Policy | 25.07.2018

[Teil 1]

Die rassistischen Attacken gegen den deutschen Fußballspieler Mesut Özil knüpfen an eine jahrelange Öffnung von Teilen der deutschen Eliten für rassistische Politik an. Die Attacken werden weithin als schwerer Rückschlag für den Kampf gegen Rassismus beschrieben. Tatsächlich ist ein überaus folgenreicher Rückschlag schon 2010 erfolgt – durch die Publikation einer rassistisch gefärbten Schrift des damaligen Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin (SPD), die in einem renommierten Verlag aus dem Hause Bertelsmann erschien und deren Thesen von Kommentatoren einflussreicher Zeitungen wohlwollend rezipiert wurden. Teile des Establishments haben mit der Gründung der AfD Kurs gegen eine weitere europäische Integration genommen; zur Gewinnung von Wählern banden sie auch rassistische Milieus ein. Teile der Wirtschaftseliten stützen diesen Kurs bis heute. Mittlerweile betreiben auch Politiker etablierter Parteien zunehmend Agitation gegen Migranten. „Wenn von oben herab Hetze betrieben wird“, urteilt eine Betroffene, „sinkt die Hemmschwelle für rassistisches Verhalten“.

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25. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Italien: Segelboot mit 56 Boat People an Bord läuft vor der kalabrischen Küste auf Grund · Kategorien: Italien · Tags:

La Repuibblica | 24.07.2018

Profughi sbarcano in spiaggia, soccorsi dai bagnanti

In 56, siriani e curdi iracheni, sono arrivati a Isola Capo Rizzuto su un veliero che si è arenato poco lontano dalla riva. A soccorrerli i vacanzieri coi pattini che hanno aperto le borse frigo per dare succhi e cibo ai bambini

di ALESSIA CANDITO

CROTONE – Disidratati, stanchi, impauriti. Con la forza di chiedere solo “acqua per favore, un po’ d’acqua” ai bagnanti che li hanno soccorsi. Erano stremati dal lungo viaggio e dalla tempesta che nella notte hanno dovuto affrontare i 56 migranti siriani e curdi iracheni sbarcati questa mattina sulla spiaggia tra Capopiccolo e Sovereto, a Isola Capo Rizzuto, nel crotonese.

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25. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Dokumentarfilm über die Lebensbedingungen von Migrant*innen in Libyen · Kategorien: Italien, Libyen, Video

„In Libyen ist die Sklaverei wieder eingeführt worden. Europa hat es provoziert, Europa hat es zugelassen und Europa profitiert davon. Für den Notfall hat Europa seine eigenen Sklaven auf der anderen Seite des Meeres“ – so die Botschaft von drei Boat People aus Afrika, die in Sizilien gelandet sind und die Regisseur Michelangelo Severgnini in seinem Film ‚Schiavi di Reserva‘ zu Wort kommen lässt.

Il Fatto Quotidiano | 25.07.2018

Schiavi di riserva, il documentario di Michelangelo Severgnini sulla condizione dei migranti in Libia

“In Libia, la schiavitù è stata ripristinata. L’Europa l’ha provocata, l’ha permessa e ne trae beneficio. In caso di necessità, l’UE ha i propri schiavi di riserva appena oltremare. Questo è il messaggio consegnatoci da 3 ragazzi africani appena sbarcati in Sicilia, dopo aver attraversato il deserto e il mare e soprattutto dopo essere stati usati come schiavi in Libia.

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25. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Swedish student single-handedly prevents deportation of Afghan asylum seeker by refusing to sit down on flight · Kategorien: Afghanistan, Skandinavien · Tags: ,

Independent | 24.07.2018

Live stream of Elin Ersson’s dramatic protest shows how she stands her ground against flight crew and fellow passengers, before her efforts are finally applauded in emotional scenes

A student activist in Sweden single-handedly prevented the deportation of an asylum seeker to Afghanistan, by refusing to sit down on the plane that was due to take him out of the country.

Elin Ersson started live-streaming her dramatic protest after flight attendants demanded she sit down for departure and tried to take away her phone.

Ms Ersson bought a ticket for the flight from Gothenburg to Istanbul after she and other activists found out that an Afghan was going to be deported on the plane.

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25. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Italien verschärft Flüchtlingspolitik weiter · Kategorien: Europa, Italien · Tags:

DW | 25.07.2018

Die Regierung in Rom hat einen EU-Vorschlag zur finanziellen Entschädigung für die Aufnahme von Flüchtlingen brüsk abgelehnt. Die Leistungen für Flüchtlinge, die schon im Land sind, sollen drastisch eingeschränkt werden.

Innenminister Mateo Salvini von der rechten Lega bleibt bei seinem harten Kurs gegen Migranten. Die von der EU-Kommission am Dienstag vorgelegten konkreten Vorschläge für die auf dem letzten EU-Gipfel beschlossenen Aufnahmezentren wies Salvini zurück. „Wenn sie irgendjemand anderem Geld geben wollen, sollen sie das tun. Italien braucht keine Almosen.“ Jeder Asylbewerber koste den italienischen Steuerzahler zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Italien wolle kein Geld, sondern die Zahl der ankommenden Migranten reduzieren.

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24. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Abbandonati in mare · Kategorien: Italien, Libyen · Tags: , ,

Internazionale | 24.07.2018

Annalisa Camilli

Le voci dei guardacoste libici gracchiano nella radio del ponte di comando dell’Astral, si confondono con le conversazioni dei pescatori siciliani che parlano in dialetto stretto. È da poco passata l’ora di pranzo, è il 16 luglio e la nave veleggia al largo di Malta, al timone c’è Riccardo Gatti, portavoce dell’ong spagnola Proactiva Open Arms. La nave è diretta nella zona di ricerca e soccorso (Sar) al largo della Libia, è partita da Barcellona tre giorni prima con il mare agitato e qualche goccia di pioggia e ora, appena superata Malta, sta rallentando.

A bordo del veliero lungo trenta metri e vecchio quasi cinquant’anni deve salire Marc Gasol, un giocatore di basket spagnolo molto famoso. Come altri sportivi il cestista dei Memphis Grizzlies da qualche anno sostiene economicamente l’organizzazione e ha deciso di testimoniare di persona cosa succede lungo la rotta migratoria più pericolosa del mondo. A Malta Gasol ha affittato un motoscafo per farsi portare al largo e raggiungere l’Astral, che a sua volta sta scortando la nave di soccorso Open Arms. Infatti da quando l’Italia ha deciso di chiudere i porti alle navi delle ong anche Malta è diventata ostile e non dà più l’autorizzazione alle navi umanitarie per fare scalo o rifornimenti nel porto della Valletta.

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