01. September 2016 · Kommentare deaktiviert für „Italy rescues 13,000 refugees off Libya in peak season“ · Kategorien: Italien, Libyen, Mittelmeerroute

Quelle: Al Jazeera

Libya traffickers taking advantage of calm summer weathers by cramming refugees on to barely seaworthy rubber dinghies.

Italy’s coastguard and vessels from other European nations have pulled 13,000 refugees from barely seaworthy and overcrowded boats off the Libyan coast in the mere space of four days.

Traffickers are taking advantage of the calm summer weather, piling refugees on to flimsy boats when the sea is more placid so that the southern wind can push them into international waters.

However, the flimsy rubber dinghies that are often used become highly unstable in high seas.

The Italian coastguard estimated that 6,500 people, believed to be mostly from Somalia and Eritrea, were rescued on Monday alone.

More than 400,000 have successfully made the voyage to Italy from North Africa since the beginning of 2014, fleeing violence and poverty.

Libya has suffered turmoil since Muammar Gaddafi was overthrown in 2011, with a number of revolutionary militias – formed along regional and ideological lines – vying for power.

The country’s lawlessness has opened the way for smugglers to ship thousands of refugees and migrants across the Mediterranean in days.

‚Rather die at sea‘

Some individuals fleeing the ongoing conflict told Doctors Without Borders (MSF) that their experiences in Libya were so traumatic that they would „rather die at sea“ than return to the region.

Many of those crammed in boats are from vulnerable communities, including the sick, elderly and unaccompanied young.

In fact, more unaccompanied minors have been rescued this year than in all of 2015.

„The number of unaccompanied minors who have arrived since the beginning of this year is more than 14,700. In the whole of last year, 12,300 arrived,“ Giovanna Di Benedetto from Save The Children told Al Jazeera.

„Children of eight, nine and 10 years have faced – on their own – the most dangerous part of the whole journey: the Mediterranean route. More than 3,000 people have died crossing the Mediterranean this year,“ she added.

Italy has been on the frontline of Europe’s refugee and migrant crisis for three years.

According to the International Organisation for Migration (IOM), 284,000 people have made it to Europe this year. Of that figure, 112,000 account for those arriving in Italy.

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siehe auch: derStandard

Italiens Aufnahmesystem „unter Stress“

15.000 Bootsflüchtlinge kamen in fünf Tagen nach Italien. Die Aufnahmestrukturen befänden „unter Stress „, eine Notsituation liegt laut Ministerium nicht vor

15.000 Menschen waren es, die in den fünf Tagen seit dem vergangenen Samstag laut Küstenwache in Italien angekommen sind. Das seien deutlich mehr als in den Wochen zuvor. „Vor dem Beginn des Herbstes wollen die Schlepper noch von der letzten langen Schönwetterperiode des Jahres profitieren“, zitierte die Zeitung La Repubblica eine Quelle im italienischen Innenministerium. Insgesamt sind seit Jahresanfang 118.000 Flüchtlinge angekommen – 2000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Derzeit werden in den zahlreichen, über das ganze Land verteilten Aufnahmezentren rund 145.000 Flüchtlinge versorgt, das sind 40.000 mehr als 2015. Die Aufnahmestrukturen seien zwar „unter Stress“, räumte Vize-Innenminister Filippo Bubbico ein. „Aber von einer Notsituation würde ich nicht reden.“ Um die neu ankommenden Flüchtlinge unterbringen zu können, hat das Innenministerium den Regionen einmal mehr neue Quoten zugeteilt.

Lampedusa: „Notlage

Die Unterbringung und Versorgung der tausenden Migranten, die täglich an Land gebracht werden, stellt die lokalen Behörden nicht selten vor fast unüberwindliche Probleme. So hat die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, am Mittwoch darauf hingewiesen, dass im Aufnahmezentrum der Insel derzeit mehr als 1700 Personen untergebracht seien – bei einer offiziellen Kapazität von 450 Personen. „In dieser Situation kann man nicht mehr von Aufnahme sprechen – das ist eine Notlage.“ Das Aufnahmezentrum von Lampedusa dient gleichzeitig als europäischer „Hotspot“ zur Registrierung der Flüchtlinge.

Auch immer mehr Bürgerinnen und Bürger betrachten die hohen Flüchtlingszahlen als Notsituation, zumal sich vor allem in den größeren Städten immer wieder wilde Flüchtlingscamps bilden oder Gruppen beschäftigungsloser Migranten in Bahnhöfen und Parks sitzen. Kritik an der Politik und an den Beschwichtigungen der Regierung von Matteo Renzi kommt nicht mehr bloß von der fremdenfeindlichen Lega Nord und anderen Rechtsaußenparteien, sondern auch aus Kreisen, die sich bisher grundsätzlich offen für die Aufnahme der Flüchtlinge gezeigt hatten.

Stimmung droht zu kippen

Gut lässt sich dies etwa an Leserkommentaren in der links-liberalen Repubblica ablesen. Es sei eine „Schande, dass illegal eingereiste Migranten in öffentlichen Gebäuden und Hotels untergebracht werden, während unsere Landsleute, deren Häuser vom Erdbeben zerstört wurden, nun in Zeltstädten leben müssen“, schrieb eine Leserin. Zum Unmut trägt bei, dass es sich bei den Bootsflüchtlingen zum größten Teil um Migranten aus Afrika handle, deren Asylgesuch ohnehin abgelehnt werden wird, da sie nicht aus Kriegsgebieten stammen. Migranten aus Nicht-Bürgerkriegsländern Afrikas, so der Tenor, müssten umgehend wieder in ihre Heimat gebracht werden.

Auch Regierungschef Matteo Renzi hat gemerkt, dass die Stimmung im Land zu kippen droht. Bei einem Treffen mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch betonte der italienische Premier, dass es „undenkbar ist, dass Europa jeden aufnehmen kann“. Er forderte wieder eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge auf alle EU-Länder. Merkel sagte Renzi bei der geforderten Lastenverteilung ihre Unterstützung zu – ebenso für gemeinsame Anstrengungen bei der Repatriierung abgelehnter Asylbewerber. „Wir werden unserer humanitären Verantwortung gerecht, aber die, die kein Bleiberecht erhalten, müssen wieder gehen“, so die Kanzlerin.

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