24. April 2013 · Kommentare deaktiviert für „Rassismus in der BRD, 1992“ – eine Ahnung von NSU und EU-Krise · Kategorien: Deutschland, Lesetipps · Tags: , ,

Vor 20 Jahren wurde das Grundrecht auf Asyl in der Bundesrepublik faktisch abgeschafft. Die Pogrome in Hoyerswerda (1991) und Rostock-Lichtenhagen (1992) waren die Schrittmacher der neuen Abschottung. Ließen sich damals die Entwicklung der Krise und die Entstehung der offensichtlich geheimdienstlich gesteuerten NSU erahnen?

Lektürehinweis aus dem Jahr 1993: „Rassismus in der BRD, 1992“, in: Materialien für einen neuen Antiimperialismus Nr. 5 (1993), S. 7-18
„40 Jahre hat die Bundesrepublik die Neonazis unter Kontrolle und am Rande des politischen Panoramas gehalten. Die Geheimdienste haben V-Leute in die Mini-Organisationen geschickt und sie kleingehalten. Schließlich saßen die Altnazis ja so häufig selber in der Regierung. Seit August 1992, seit ein paar Wochen also, hat sich dieses Verhältnis grundlegend geändert. Die Regierung benutzt die neonazistischen Organisationen jetzt, um Politik zu machen. Das Feld, in dem sie agieren – Regierung wie Neonazis – , ist der Rassismus gegen Flüchtlinge und Migrantlnnen. Das passiert in einem Szenario der Krise, der sicherlich größten politischen und ökonomischen Krise, in der sich Deutschland seit der Nachkriegszeit befindet. […]
Rassismus in einem hierarchischen Europa heißt auch, daß die Peripherie, die wir früher aus dem Trikont kannten, nun an den Rändern Westeuropas institutionalisiert werden wird: Mit einer Politik des Hungers und der Verelendung, der leeren Staatskassen und der geschürten, ethnisch drapierten Bürgerkriege. Die rassistische Kampagne in Deutschland ist Teil einer sozialen und politischen Verunsicherungsstrategie, die wir in Anlehnung an ähnliche Entwicklungen im Italien der 60er und 70er Jahre ‚Strategie der Spannung‘ nennen können. Bestandteile dieser Strategie werden u.a. Sprengstoffanschläge der Geheimdienste gegen Orte sein, an denen sich viele Menschen aufhalten (Volksfeste, Bahnhöfe, Fußgängerzonen, Heime, Grenzübergänge), sowie eine Steuerung der Medien in dem Sinne, daß die Gewaltbedrohung von allen Seiten betont und die politischen Bezüge der Gewalt verschwiegen werden, und schließlich der Ruf nach dem starken Staat. […]
Rostock-Lichtenhagen
Seit Mai 1992 haben Sinti und Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Rumänien vor einer Hochhaussiedlung in Rostock-Lichtenhagen kampiert. Es waren Flüchtlinge, die vor der Aufnahmestelle (‚ZAST‘) des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern auf Anweisung der staatlichen Bürokratie kampieren mußten. In der Hochhaussiedlung wohnten u.a. seit zehn Jahren 150 Vietnamesen und mehrere Tausend Deutsche aus unterschiedlichen sozialen Klassen.
Seit Mai 1992 war auf der Innenministerkonferenz der BRD (in nichtöffentlichen Sitzungen) davon die Rede, daß sich in den kommenden Monaten eine Konfliktlage vor diesem Hochhaus in Rostock-Lichtenhagen entwickeln würde. Am 23. August 92 war es so weit, eine Woche vor der geplanten Verlegung der Flüchtlinge. Das Pogrom begann also zu einem Zeitpunkt, wo ein direkter Erfolg – die Verlegung der Flüchtlinge – unmittelbar der rassistischen Aktion folgen mußte.
Nachdem die Flüchtlinge am dritten Tag des Pogroms verlegt worden waren, steckten die Neonazis mit Unterstützung der örtlichen Bevölkerung Teile des Hauses in Brand. Ca. 130 Personen, davon 115 VietnamesInnen, gerieten in Lebensgefahr und konnten sich in letzter Minute auf das Dach retten. Für fast zwei Stunden, seit Beginn des Brandes, hatten sich Polizei und Feuerwehr zurückgezogen. Es gab während der Brandschatzungen keine uniformierte Polizei im direkten Umkreis. Eine Polizeieinheit verfolgte den Brand aus rund 300 Metern, ohne einzugreifen. Das war am 25.8. Am selben Tag hatte der Innenminister der Bundesrepublik Deutschland Rostock besucht. Er besprach mit den politisch und polizeilich Verantwortlichen die Situation – wenige Stunden, bevor die Polizei vor dem besagten Hochhaus abgezogen wurde und die Neonazis die Brandsätze in die Wohnungen schleudern konnten. Die Medien waren von der ersten Stunde des Pogroms an vor Ort. Sie berichteten live von den Angriffen, von dem Brand, und interviewten immer wieder die Politiker, aber nie die Angegriffenen. Ähnlich wie beim Zweiten Golfkrieg, der als pures Medienereignis gezeigt wurde, gab es eine stereotype Just-in-time-Berichterstattung, auf allen Kanälen nach dem gleichen Muster und mit den gleichen Bildern. Obwohl der Brand nach Absprachen und Verwicklungen bis in höchste staatliche Stellen riecht, gibt es keinen investigativen Journalismus. […]
Die eingangs genannte Ausdifferenzierung der Gesellschaft und der Einkommensverhältnisse, die Stufenleiter von hungernder Armut bis zu deutscher Hochlohnarbeit – ist das ein realistisches Zukunftsbild der EG, des rassistischen Europa? Haben die Herrschenden wirklich die Gestaltungskraft, die nötig ist, um dieses Modell durchzusetzen? Oder wird der Kampf um egalitäre Lebensverhältnisse die Krise verschärfen, in der sich Deutschland und die europäischen Staaten derzeit befinden? Wird es zur großen Alternative kommen: Egalitäre Lebensverhältnisse oder ethnisch verbrämter Bürgerkrieg?“
Vollständiger Text:
Rassismus in der BRD, 1992

23. April 2013 · Kommentare deaktiviert für EU – Brutalisierung der Abschiebungen · Kategorien: Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien · Tags: , ,

http://www.irinnews.org/report/97815/Europe-s-forced-returnees-claim-abuse

Europe’s forced returnees claim abuse

Kristy Siegfried / UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs

JOHANNESBURG, 10 April 2013 (IRIN) – Cases of excessive force being used to remove rejected asylum seekers have been documented in a number of European countries. But with the financial crisis eroding sympathy and tolerance for asylum seekers, there has been little public or political support for measures that would provide more humane approaches to removing those reluctant to accept an asylum rejection.
According to the UN Refugee Agency (UNHCR), the forced removal of failed asylum seekers “should be undertaken in a humane manner, with full respect for human rights and dignity, and that force, should it be necessary, [should] be proportional and undertaken in a manner consistent with human rights law”.

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22. April 2013 · Kommentare deaktiviert für Griechenland: Dokumentarfilm über rassistische Gewalt · Kategorien: Griechenland · Tags:

A documentary about racist violence in Greece, which can be watched on :

http://intothefire.org/

19. April 2013 · Kommentare deaktiviert für Griechenland: Erdbeerpflücker aus Bangladesch beschossen · Kategorien: Griechenland · Tags: ,

http://storify.com/asteris/greece-immigrant-strawberry-workers-shot-for-deman?utm_campaign=&utm_source=t.co&utm_content=storify-pingback&utm_medium=sfy.co-twitter&awesm=sfy.co_dHJ5

taz 18.04.2013

Erntehelfer in Griechenland beschossen
Angriff der Erdbeer-Mafia

Sie protestierten für ihre Löhne: In der griechischen Kleinstadt Manolada wurden Erdbeerpflücker aus Bangladesch beschossen.

http://www.taz.de/Erntehelfer-in-Griechenland-beschossen/!114779/

nzz 18.04.2013

Blutige Erdbeeren in Griechenland
Rassistische Muster und Ausbeutung

http://www.nzz.ch/aktuell/international/blutige-erdbeeren-schuesse-auf-saisonarbeiter-aus-bangladesh-in-griechenland-1.18066874

http://balkans.courriers.info/article22293.html

30. März 2013 · Kommentare deaktiviert für Griechenland: Entrechtung der MigrantInnen, im Einklang mit Europa · Kategorien: Griechenland · Tags:

La Grèce bafoue les droits des migrants,  avec l’accord de l’Europe

par Apostolis Fotiadis

Source ici

Arrestations au faciès, conditions de détention inhumaines… De nombreux migrants accusent la Grèce de mauvais traitements. Sans inquiéter l’Europe, qui va rallonger les budgets de son meilleur « garde-frontière ».

(D’Athènes)
En septembre dernier, alors qu’il tentait de gagner le nord de l’Europe par la Turquie, Faraj Alhamauun a été arrêté durant sa traversée de la Grèce.

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26. März 2013 · Kommentare deaktiviert für Köln: Presse-Erklärung ROM e. V. · Kategorien: Deutschland · Tags: ,

Zum Antrag von SPD/GRÜNE/CDU/FDP im Rat der Stadt Köln am 23.3.2013

„Roma suchen bei uns Zuflucht. Rechtsradikale mobilisieren, der Boulevard hetzt, unverhohlener Rassismus kocht hoch auf Internetseiten und in Artikeln und Leserbriefspalten von Zeitungen der bürgerlichen Mitte. Innenminister Friedrich gibt die Linie vor: Angeblicher „Asylmissbrauch“ und „Ausnutzung der EU Freizügigkeit“ zur Plünderung unserer Sozialsystem seien die Motive der Zuwanderer.
Was sagen die von uns gewählten Ratsmitglieder dazu? Stellen sie sich in ihrem Ratsantrag schützend vor die Migranten? Treten sie der rassistischen Hetze entgegen? Verurteilen sie den zynischen Populismus von Friedrich und anderen Politikern und Parteien im Wahljahr?“

Rom e.V., Pressemitteilung zum Ratsantrag der Stadt Köln am 23-3-2013

11. März 2013 · Kommentare deaktiviert für EU Griechenland – statewatch: Rassismus und Migrationskrise in Griechenland · Kategorien: Griechenland · Tags: ,

Analysis

The rise of xenophobia and the migration crisis in Greece
The Council of Europe’s wake-up call: “Europe cannot afford to look away”
Marie Martin

On 23 January, the Committee on Migration, Refugees and Population of the Council of Europe’s Parliamentary Assembly (hereafter “the PACE”)  issued a draft Resolution and report calling on the EU  and  its  Member  States  to  take  concrete  solidarity  measures  in  the  field  of  migration  and asylum (e.g. reception capacity, resettlement programmes in other Member States).  The situation in Greece is seen as a “test case for European solidarity.”  1

vollständiger Text:

no-218-greece-coe

04. März 2013 · Kommentare deaktiviert für Algerien, Oran: Ankunft transsaharischer Flüchtlinge, Rassismus, Abschiebung · Kategorien: Algerien, Mali, Sahara · Tags: ,

Après avoir momentanément disparu du paysage:  Subsahariens réinvestissent les rues d’Oran
par J. Boukraâ

Le Quotidien d’Oran, 04.03.2013
http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5179983

Après une brève «éclipse», suite aux dispositions prises par les autorités locales pour libérer les nombreux espaces squattés par les Subsahariens, un important groupe a réinvesti ces derniers jours les alentours du jardin public au niveau de Medina Djedida, le quartier de Medioni et le 3ème Périphérique à hauteur du centre de formation professionnelle de Maraval, face à une indifférence totale des services concernés. Constitués principalement de femmes et d’enfants en bas âge, ces groupes de personnes s’adonnent à la mendicité. Phénomène qui ne doit pas nous laisser indifférents, leurs enfants sont eux aussi mis à contribution pour interpeller les passants mais aussi les automobilistes sur les carrefours devant les feux tricolores. Nul ne peut être précis sur la nationalité de ces migrants. Le phénomène n’a pas été sans suciter la réaction des riverains qui ont à maintes fois interpellé les services concernés pour dénoncer les désagréments causés à la population qui ne pouvait plus s’accommoder à l’occupation des trottoirs par ces familles. Une situation face à laquelle il serait irresponsable de fermer les yeux de la part des pouvoirs publics affirme la majorité des riverains.           En effet, depuis près de huit mois déjà, Oran voit affluer une inhabituelle vague d’immigration clandestine africaine dont l’ampleur stupéfie et inquiète. Ils sont aisément repérables en ville, où ils circulent en groupe.
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16. Februar 2013 · Kommentare deaktiviert für Malta: Warum starb Mamdou Kamara? · Kategorien: Malta · Tags: , ,

English below

[FR] La malhonneteté des autorités maltaises: l’homme retrouvé mort dans le van qui le conduisait hors du centre de retention serait mort de „peur“.

Bizarrement l’autopsie indique qu’il se serait evanoui des suites de ses souffrances a la suite d’un traumatisme contondant. Une enquete judiciaire est en cours pour determiner les responsabilites des deux officiers qui escortaient la victime.

http://www.timesofmalta.com/articles/view/20130213/

[EN]
Wednesday, February 13, 2013, 12:11

Migrant’s death in van – Officer said he may have died ‚of fright‘

Victim Mamdou Kamara

Victim Mamdou Kamara

A Detention Service officer told a court today how he had received a call from a colleague, telling him that a migrant they were escorting had died in their van, possibly because of ‘fright’.
The court was continuing the compilation of evidence against soldiers Clive Cuschieri and Mark Anthony Dimech who stand accused of the murder of Malian migrant Mamdou Kamara after he was beaten in a Detenetion Service van in June.
Taking the witness stand, Marie Therese Camilleri Podesta and Ali Safraz, pathologists, said that they carried out a post-mortem examination on Mr  Kamara and established that the cause of death was due to vasovagel inhibition due to severe pain following blunt trauma.
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02. Februar 2013 · Kommentare deaktiviert für Mali und die Rückkehr des Rassismus: Afrika als Kontinent der Gewalt · Kategorien: Mali, Sahara · Tags:

Auf dem renommierten relativ kritischen Internetportal Rue89 gibt ein Artikel von Vincent Crouzet die Zeitgeist-Stimmung wieder, die bis hin zu den Linken greift: Afrika sei schon immer von Gewalt geprägt gewesen. Vor dem Hintergrund erscheint die französische militärische Intervention als zivilisatorische Mission.

http://www.rue89.com/2013/01/31/lillusion-de-la-solution-africaine-de-la-guerre-francaise-au-mali-239152