10. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Tote Boat-people: „25 Heiraten und 50 Beerdigungen“ · Kategorien: Tunesien · Tags: , ,

In den letzten Tagen formiert sich in Tunesien erstmals über die sozialen Medien und Leserbriefseiten eine offene Protestbewegung gegen das Schweigen zu den toten Boat-People. Am 06.09.2012 sind vor Lampedusa zwischen 50 und 100 TunesierInnen ertrunken, unter ihnen Frauen, Kinder, Babys. Die tunesische Regierung schweigt bislang.

Stattdessen gab es eine regierungsbesuchte Massenveranstaltung mit 25 kollektiv veranstalteten Heiratsfeiern. In Anlehnung an den Film „Vier Heiraten und eine Beerdigung“ kursiert nun ein Protest über facebook und andere Medien: „25 Heiraten und 50 Beerdigungen“. In Leserbriefen fragt man sich empört, warum kein landesweiter Trauertag abgehalten wird.

 

 

 

 

 

 

 

http://www.businessnews.com.tn/Tunisie-%E2%80%93-Indignations-face-au-silence-du-gouvernement-sur-le-drame-de-Lampedusa,520,33310,3

09. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Schulbildung in Algerien: Statistik und Realität · Kategorien: Algerien

Nach einem Bericht von Mohamed  Sahel,  Inspektor des nationalen Schulsystems (Inspecteur de l’éducation nationale), veröffentlicht im April 2012, sind die tatsächlichen Zahlen von Schul- und Universitätsbesuch in Algerien wesentlich niedriger als bislang statistisch ausgewiesen. Nur 15 % der SchulanfängerInnen gelangen demnach bis zur Universität. Der Schulabbruch ist – trotz Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr – ab dem 4. Schuljahr erheblich, vor allem auf dem Land.

Eine Zusammenfassung des Berichts findet sich in der Tageszeitung El Watan vom 09.09.2012:

La déperdition scolaire, baromètre de l’échec de l’école algérienne. Seulement 15% des élèves atteignent la phase universitaire

http://www.elwatan.com/actualite/

09. September 2012 · Kommentare deaktiviert für EritreerInnen auf dem Weg über den Sinai nach Israel · Kategorien: Ägypten, Eritrea, Israel · Tags: , ,

Dokumentarfim von Keren Shayo: „Journey story“

Trailer:

09. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Eurosur Seahorse – die EU-Abschottung nach Süden · Kategorien: Europa, Mittelmeerroute · Tags:

EUROPEAN COMMISSION
Brussels, 12.12.2011
SEC(2011) 1537 final

COMMISSION STAFF WORKING PAPER
Executive Summary of the Impact Assessment

Accompanying the document
PROPOSAL FOR A REGULATION OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF
THE COUNCIL
establishing the European Border Surveillance System (EUROSUR)

{COM(2011) 873 final}
{SEC(2011) 1536 final}
{SEC(2011) 1538 final}

1.          INTRODUCTION
This impact assessment report has been prepared by DG HOME to accompany the legislative proposal on the establishment of a European Border Surveillance System (EUROSUR).

EUROSUR can be described as a set of measures enhancing the cooperation and information exchange  of  border  control  authorities  at  national  and  European  level  as  well  as  when cooperating with neighbouring third countries, with the result that the situational awareness and reaction capability of these authorities would be considerably increased when combating irregular migration and cross-border crime. Hence EUROSUR should be seen in the context of the progressive establishment of a European model of integrated border management.
The  works  carried  out  between  2008  and  2011  for  the  development,  testing  and  gradual establishment   of   EUROSUR   are   based   on   a   roadmap   presented   in   a   Commission Communication  in  2008. 1   In  its  conclusions  of  June  2011  the  European  Council  stated  that EUROSUR „will be further developed as a matter of priority in order to become operational by  2013  and  allow  Member  States‘  authorities  carrying  out  border  surveillance  activities  to share operational information and improve cooperation.“

Vollständiger Text:

Seahorse_EUROSUR_Commissiondoc

09. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Tunis: Kampf um besetztes Neubau-Viertel · Kategorien: Tunesien · Tags: ,

Polizei und Nationalgarde hat am 06.09.2012 bei Tunis gewaltsam ein Neubau-Viertel geräumt. Sogar Panzerwagen wurden eingesetzt. Die BesetzerInnen wehrten sich mit Barrikaden, Steinwürfen und Molotov-Cocktails.

Weiterlesen »

09. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Protestmarsch Flüchtlinge: Streik-Camps in Berlin · Kategorien: Deutschland · Tags: ,

„We will rise“ – Strike Tent Berlin

Anlässlich des heute gestarteten „Flüchtlingsmarsch“ von Würzburg nach Berlin veröffentlichen wir heute ein Kurzportrait über den Aufbau des Streik-Camps in Berlin

Videolink: http://youtu.be/nFMMD61u3gE

Am 3. August 2012 startete auf dem Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg das Protestzelt der Flüchtlinge aus Berlin und Brandenburg. In einer Erklärung heißt es:
„Viele Menschen in Lagerunterkünften und Aktivisten in Solidarität sind in diese Kampf mit eingestiegen und unterstützen die Forderungen:
– Stoppt alle Abschiebungen (jede Abschiebung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
– Schließung aller Lagerunterkünfte (Wir entscheiden Wo und unter welchen Bedingungen wir leben wollen)
– Abschaffung der Residenzpflicht! Überall!
– Stoppt die Erniedrigungs-Maschinerie (Essenspakete / Gutscheine statt Bargeld / Arbeitsverbot)

Das Camp reihte sich ein in den „Flüchtlingsstreik“ der Geflüchteten in Würzburg, Regensburg, Düsseldorf, Bamberg und Augsburg. Seitdem kamen Camps in Nürnberg und Passau hinzu.

Weitere Infos
– zum Camp in Berlin:
http://asylstrikeberlin.wordpress.com/
http://www.karawane-berlin.org/

– zum Marsch der Geflüchteten:
http://www.refugeetentaction.net/
https://linksunten.indymedia.org/de/node/66320

———–
leftvision im web: ‪http://leftvision.de/‬
leftvision auf twitter: http://twitter.com/LeftvisionClips
leftvision auf facebook: http://www.facebook.com/leftvision

07. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Vor Lampedusa bis zu 100 Boat-people ertrunken · Kategorien: Italien · Tags: ,

12 Seemeilen vor Lampedusa, bei der Insel Lampione, ist am frühen Abend des 06.9.2012 ein Boot mit ca. 100-150 vor allem tunesischen Harragas gesunken, nachdem sie um 18:00 Uhr SOS  über GSM gesendet hatten. 56 Personen wurden bislang gerettet oder haben sich selbst schwimmend auf die Insel Lampione retten können. Sie berichten, dass das 10 Meter lange Holzboot sehr schnell untergegangen ist und viele nicht mehr aus dem Unterdeck herausgekommen sind.

Die Rettungsaktion und die Suche nach Überlebenden hat um 02:30 Uhr vor Ort begonnen und ist noch im Gange. Küstenwache, Guardia di Finanza, drei Kriegsschiffe (1 italienisches, 1 türkisches und 1 deutsches) der Nato und Flugzeuge (von Frontex?) sind direkt in der Todeszone, inzwischen haben sich auch private Schiffe auf die Suche gemacht. 2 Überlebende befinden sich an Bord des deutschen Nato-Schiffs.

Bis zum Mittag des 07.09.2012 wurden 1 geborgener Toter und 56 Überlebende gezählt.

http://www.ansa.it/web/notizie/rubriche/cronaca/2012/09/07/Immigrazione-barcone-oltre-100-bordo-naufraga-largo-Lampedusa_7438482.html

http://www.lemonde.fr/europe/article/2012/09/07/naufrage-d-une-embarcation-pres-de-lampedusa-une-centaine-d-immigrants-a-bord_1756951_3214.html

http://www.repubblica.it/cronaca/2012/09/07/news/naufraga_barcone-42083735/?ref=HRER3-1

06. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Refoulement / Kollektiv-Abschiebungen aus Spanien (EU) nach Marokko in der Kritik · Kategorien: Europa, Marokko, Spanien · Tags: , ,

Ralf Streck berichtet auf Telepolis am 06.09.2012:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152729

Spanien werden illegale Abschiebungen vorgeworfen

Madrid ließ eine Insel räumen, übergab die Mehrzahl der Flüchtlinge Marokko, das sie in der Wüste abgesetzt hat

Am frühen Dienstag hat schließlich die spanische Guardia Civil eine Felseninsel geräumt, auf der 83 Flüchtlinge ausgeharrt hatten. Nachdem die „Isla de la Tierra“ geräumt worden war, die nur knapp 50 Meter vor der marokkanischen Küste liegt, übergab Spanien 73 Flüchtlinge der marokkanischen Gendarmerie. Nur zwei Frauen und acht Kinder wurden, so sah es ein Abkommen zwischen beiden Ländern vor, in die spanische Exklave Melilla in ein Auffanglager gebracht, wie es alle Flüchtlinge verlangt hatten.

Der Rest der Schwarzafrikaner wurde Marokko übergeben. Dort wurden sie noch am Strand festgenommen und später gut 150 Kilometer nach Oujda verfrachtet. Von hier ging die Reise in Bussen weiter an die naheliegende algerische Grenze. Dort wurden die 73 Menschen schlicht im Niemandsland in der Wüste abgesetzt. Das ist eine übliche marokkanische Vorgehensweise. Die Flüchtlinge wurden von den Gendarmen aufgefordert, illegal die Grenze nach Algerien zu überschreiten, die aber seit 1993 geschlossen ist.

Die Gruppe von der Felseninsel blieb an der Grenze nicht allein, denn auch aus Nador waren festgenommene Flüchtlinge an diese Grenze gebracht worden. Das hat die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ bestätigt. Sie hat sich der Verletzten angenommen, die zum Teil Gipsverbände trugen oder krank waren, um sie zu behandeln. „Sie werden oft nach einer tagelangen Haft geschwächt und in einem gesundheitlich schlechten Zustand abgesetzt“, erklärte David Cantero gegenüber Europa Press. Der Koordinator der Ärzteorganisation wies darauf hin, dass der Weg von der Grenze nach Oujda gefährlich und beschwerlich sei. Weil die Einreise nach Algerien unmöglich ist, haben die Abgeschobenen von der Felseninsel inzwischen zu Fuß die gut 15 Kilometer zurückgelegt und haben am Mittwoch wieder Oujda erreicht.

Das hat die marokkanische Menschenrechtsorganisation Gadem bestätigt. Die Mehrzahl habe sich zum Campus der Wirtschaftsmetropole im marokkanischen Osten begeben, weil er nicht von der Polizei betreten wird. Andere seien in umliegende Wälder gegangen. Erneut werden sie sich aber auf den Weg zu den spanischen Exklaven Melilla und Ceuta machen, um weiter zu versuchen, nach Europa zu kommen. Sie werden auf eine Chance warten, den sechs Meter hohen Dreifachzaun zu überwinden, um in eine der Exklaven zu gelangen. Das haben in der Nacht zum Mittwoch fünf Menschen geschafft, als erneut eine Gruppe von etwa 25 Flüchtlingen in Melilla die Zäune gestürmt haben.

EU-Kommission überprüft die Rechtmäßigkeit der Abschiebung

Spanien wird für das Vorgehen auf der Isla de la Tierra hart kritisiert. Menschenrechtsorganisationen werfen der konservativen Regierung „illegale Abschiebungen“ vor. Das spanische Flüchtlingshilfskomitee (CEAR) und SOS-Rassismus haben dagegen in einer gemeinsamen Erklärung protestiert, während die Regierung die Räumung als „modellhaft“ und „erfolgreich“ bezeichnet. Die CEAR-Generalsekretärin wirft Madrid vor, „gegen das spanische Ausländerrecht zu verstoßen“, weshalb entsprechende Klagen geprüft würden. Estrella Galán weist darauf hin, dass Asylsuchenden keine Möglichkeit hatten, einen Antrag zu stellen. Zudem habe es keine vorgeschriebene Einzelfallprüfung gegeben. Die Flüchtlinge seien zudem einem Land übergeben worden, dass systematisch Menschenrechte missachte.

Auch die EU-Kommission hat eine Prüfung der Vorgänge angekündigt. Michele Cercone, Sprecherin von Innenkommissarin Cecilia Malmström, erklärte, Brüssel verfolge die Vorgänge. Man wolle nähere Informationen anfordern, um zu prüfen, ob internationales Recht verletzt worden sei. Man habe „Spanien und die übrigen Staaten daran erinnert, dass die Prinzipien und Verpflichtungen aus internationalem Recht respektiert werden müssen“. Ausdrücklich sprach Cercone dabei die Einzelfallprüfung an.

Spanien ist in der Zwickmühle, weil es diverse Felsbrocken vor der marokkanischen Küste wie Marokko als Hoheitsgebiet beansprucht. Handelt es sich aber um spanisches Gebiet, dann müssen Flüchtlinge, die diese Inseln erreichen, genauso behandelt werden, als hätten sie eine der Exklaven oder das Festland erreicht. Unklar ist, welche Zugeständnisse gegenüber Marokko gemacht wurden, um das Königreich zur Rücknahme der Flüchtlinge zu bringen.

06. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Legalisierungsmöglichkeit in Italien bis zum 15.10.2012 · Kategorien: Italien · Tags:

According to the law 109 of July 6, from September 15th to October 15th, for every stranger without permit who entered Italy before December 31th, 2011, and working since then at least three months, it will possible to regularize their situation. At the moment we’re waiting for the details but we already know that the request can be done by internet filling up a form where you have to name your employer who will have to pay 1000 euros and should have a business volume of more then 30’000 euros:

http://ricerca.repubblica.it/repubblica/archivio/repubblica/2012/09/01/sanatoria-scatta-il-conto-alla-rovescia-tempo.html?ref=search (Italian).

What to do? The best is to contact a syndicate (CGIL: http://www.cgil.it/Sedi/default.aspx, CISL: http://www.cisl.it/strutture-sul-territorio/ or UIL: http://www.uil.it/organizzazione/default.htm) or one of the different contacts listed on our homepage: http://www.w2eu.info/italy.en/articles/italy-contacts.en.html.

06. September 2012 · Kommentare deaktiviert für Dokumentarfilm zur Hungerkrise · Kategorien: Nicht zugeordnet · Tags: ,

„Mit Vollgas in die Hungerkrise“

Film von Yves Billy und Richard Prost

arte / youtoube

http://www.youtube.com/watch?v=YEEnXva4bjM

21.06.2012, Arte: „Die Rohstoffpreise für Nahrungsmittel steigen, die landwirtschaftlichen Nutzflächen schrumpfen und aufstrebende Volkswirtschaften wie China und Indien verändern ihre Ernährungsgewohnheiten. Der Dokumentarfilm sucht nach den Gründen für die weltweite Verknappung von Lebensmitteln und für die ständig steigenden Preise.

In Verbindung mit dem aktuellen Wirtschaftssystem führt der Klimawandel die Welt in absehbarer Zukunft an den Rand einer Hungersnot. Lässt dieser Trend sich noch umkehren oder ist es dafür bereits zu spät?

Die Preisexplosion von Lebensmitteln in der jüngeren Zeit ist ein Alarmzeichen: Die Welt steuert auf eine nie dagewesene Nahrungsmittelkrise zu. Die Recherchen der beiden Dokumentarfilmer Yves Billy und Richard Prost zeigen, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, deren Ausmaß noch nicht abschätzbar ist. Bereits im achten Jahr in Folge gehen die Getreidevorräte weltweit zurück. Weiterlesen »