Quelle: Süddeutsche Zeitung
Die Überfahrt nach Europa ist für Hunderttausende Afrikaner die letzte Etappe einer Flucht, die schon zuvor lebensgefährlich ist. Viele schaffen es nicht einmal bis ans Mittelmeer.
Von Moritz Baumstieger
Wenn aus Libyen kommende Flüchtlinge auf Europas Radar auftauchen – im besten Fall auf dem eines im Mittelmeer kreuzenden Rettungsschiffes, im schlechtesten Fall auf dem der Nachrichtenredaktionen, wenn wieder ein Boot gesunken ist -, haben die meisten jahrelange Strapazen hinter sich. Die Überfahrt nach Italien ist sicherlich einer der gefährlichsten, aber nur der letzte Abschnitt ihrer langen Reise. Der Großteil der Menschen, die auf der zentralen Mittelmeerroute nach Italien gelangen wollen, stammt aus dem subsaharischen Afrika – aus Staaten wie dem terrorgeplagten Nigeria, den Diktaturen Eritrea und Gambia, dem Bürgerkriegsland Somalia. Sie brechen auf, weil sie von einem besseren Leben in Europa träumen.
