Seit drei Tagen tobt in der libyschen Hauptstadt ein Machtkampf. Straßensperren mit Sandsäcken und ein langanhaltender Strom-Blackout sind die äußerlichen Kennzeichen. Eine Spezialeinheit hat nach Razzien zahlreiche MigrantInnen in geschlossene Lager verbracht und einen westlibyschen Warlord festgesetzt, der im Business der Migration aktiv sein soll. Die „nationale Einheitsregierung“ unter Serraj, von den UN eingesetzt, scheint verschwunden zu sein. Die letzte Mitteilung der Einheitsregierung war, dass nun auch sie das geheime Memorandum zum Aufhalten der Boat-people ablehnt, das sie selbst zuvor mit der italienischen Regierung unterzeichnet hatte. Heute werden Umrisse des „Non-Papers“ der maltesischen Regierung bekannt, die den italienischen Vorschlag unter Maltesischer EU-Präsidentschaft zu einem EU-Deal mit Libyen machen sollte: Geplant war eine Frontex-Seeblockade vor Libyen. Die libysche Küstenwache würde die Boat-people zurücknehmen und viel Geld dafür erhalten. Die maltesische Regierung gesteht heute ein, dass der Plan angesichts der Ablehnung aus Libyen und der dortigen Machtkämpfe unrealistisch ist. Die menschenrechtliche Kritik an dem Vorhaben wächst.
Quelle: Corriere della Sera | 15.01.2017
Ecco le nuove regole per i profughi
Le novità del pacchetto immigrazione del Viminale. Proposta di modifica per il reato di clandestinità. I venti nuovi Cie saranno strutture da massimo cento posti ognuno
di Fiorenza Sarzanini
Chi arriva in Italia e chiede asilo dovrà svolgere lavori socialmente utili in attesa di ottenere risposta all’istanza. È una delle novità più importanti del pacchetto di nuove misure in materia di immigrazione che sarà illustrato mercoledì al Parlamento dal ministro dell’Interno Marco Minniti, al ritorno dalla sua missione in Germania proprio per discutere di una linea comune in sede europea. Si tratta di un insieme di regole che hanno l’obiettivo di marcare il «doppio binario» tra profughi e irregolari e si affiancheranno a due proposte legislative sulle quali spetterà alle Camere pronunciarsi. In attesa di chiudere nuovi accordi bilaterali con gli Stati africani che in cambio di aiuti sono disposti ad accettare i rimpatri, ritenuti una delle priorità dal governo.
Quelle: Zeit Online | 15.01.2017
Bei einem Bootsunglück vor der libyschen Küste sind mindestens acht Menschen gestorben. Die Zahl könnte steigen, die Küstenwache konnte nur wenige Menschen retten.
Vor der Küste Libyens ist ein Flüchtlingsboot mit zahlreichen Menschen an Bord gekentert. Vier Menschen seien gerettet worden, teilte die italienische Küstenwache mit.
Bislang wurden acht Leichen geborgen. Die Zahl der Opfer könnte jedoch deutlich steigen, die Überlebenden gaben an, dass sich mehr als 100 Flüchtlinge an Bord befunden hätten.
30 km vor der Küste ist ein Boot mit 107 Personen gesunken. Geborgen wurden 8 Tote und 4 Überlebende. 95 Vermisste Meldung Samstag ca. 17:15 h
Quelle: The Independent | 14.01.2017
Refugee crisis: More than 100 asylum seekers drown as boat sinks in the Mediterranean Sea
Disaster comes day after more than 550 migrants rescued between Libya and Italy
More than 100 refugees have drowned after a boat sank in rough conditions in the Mediterranean Sea as the crisis shows no sign of slowing.
The Italian Navy was searching for survivors from the vessel, which was believed to be carrying up to 110 people.
Only four survivors were pulled from the water, with at least eight bodies found so far.
Quelle: La Stampa | 14.01.2017
Le bande della Tripolitania minacciate dall’intesa anti barconi tra Roma e Sarraj. Tobruk contro la nostra ambasciata: «È una nuova occupazione militare»
Ci sono i trafficanti di uomini della Tripolitania dietro il tentato golpe dell’ex premier Ghwell. Le bande che si arricchiscono con i barconi di migranti spediti verso l’Italia non vogliono l’accordo fra Roma e il governo di Al-Sarraj. L’intesa prevede un massiccio aiuto italiano nel pattugliamento delle coste, per impedire le partenze, e nel controllo del confine a Sud, da dove arrivano gli immigrati africani. Per i trafficanti, in particolare quelli di Al-Khoms, una città a metà strada fra Tripoli e Misurata, è una minaccia mortale.
Quelle: NZZ | 14.01.2017
Trotz Kälte versuchen immer noch Flüchtlinge übers Mittelmeer zu gelangen. Die italienische Küstenwache hat am Freitagabend unter schwierigen Bedingungen Hunderte von Personen, die auf Schlauchbooten unterwegs waren, in Sicherheit gebracht.
(sda/afp) Italiens Küstenwache hat am Freitag rund 550 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Die Menschen hätten sich auf vier Schlauchbooten befunden und seien in Einsätzen unter Leitung der Küstenwache auf sichere Schiffe gebracht worden, teilte die Küstenwache mit.
Quelle: Il Fatto Quotidiano | 13.01.2017
La situazione nell’ex capitale, già difficile, è stata complicata dalla riapertura dell’ambasciata italiana avvenuta martedì. Secondo il sito „The Libya Observer“ le autorità di Tobruk, città nell’est del Paese che ospita il parlamento non riconosciuto dalla comunità internazionale, si scagliano contro la mossa di Roma, definendola una „nuova occupazione“. Il capo dell’Aise costretto a lasciare il Paese, il Copasir smentisce
L’ambasciatore italiano in Libia smentisce che a Tripoli sia mai avvenuto un golpe e assicura che “le sedi istituzionali nelle quali opera il governo di accordo nazionale continuano a lavorare“, ma nella ex capitale la situazione rimane estremamente complicata e confusa. Il Consiglio presidenziale del governo di intesa nazionale di Fayez al Sarraj ha incaricato le forze armate di ristabilire l’ordine e contrastare i gruppi armati che rispondono gli ordini di Khalifa Ghwell – l’ex premier del dissolto governo libico islamista di salvezza nazionale – che giovedì ha preso possesso delle sedi dei ministeri della Difesa, dei Martiri e del Lavoro. Intanto secondo il portale Libya Herald la potente brigata dei “Rivoluzionari di Tripoli“, uno dei gruppi più numerosi e potenti, avrebbe dichiarato ieri sera lo stato di emergenza nella capitale.
Der Machtkampf in Tripolis eskaliert. Die von den UN eingesetzte Regierung scheint keine militärischen Kräfte mehr zu haben, um auf die erstarkten militärischen Gegenkräfte zu reagieren. Regierungschef Serraj, der nur noch über italienische Leibwächter verfügt, befindet sich außer Landes. Italienische Militär-, Polizei- und Geheimdienstkräfte werden gerade evakuiert. Hintergrund der Eskalation ist der italienische Vorstoß nach Tripolis in den letzten Tagen: die italienische Botschaft wurde wiedereröffnet, ein italienisches Kriegsschiff ist im Hafen von Tripolis angekommen, die italienische Petrogesellschaft ENI nimmt neue Erdgasfelder vor Tripolis in ausbeutenden Besitz, und die italienische Regierung hat mit der Regierung Serraj ein Memorandum zum Aufhalten der Boat People unterzeichnet – offensichtlich einen Plan zur Seeblockade Westlibyens. In Libyen mehren sich die Stimmen, über alle verfeindeten Lager hinweg, die vor einem neuen Kolonialismus warnen. Die EU Pläne zum Aufhalten der Boat People könnten in den nächsten Wochen Makulatur werden.
Quelle: The Economist | 14.11.2017
The Mediterranean will be at the heart of Malta’s EU presidency—for all the wrong reasons
“ALL that concerns the Mediterranean is of the deepest interest to civilised man,” wrote Edward Forbes, a 19th-century naturalist. Europe’s great sea will loom large as Malta, the European Union’s smallest member, takes up the rotating presidency of its Council of Ministers for the first half of 2017. That is fitting, for the Mediterranean has defined the destiny of this speck south of Sicily. The Great Siege Road, which runs along the northern edge of Valletta, Malta’s handsome capital, recalls the island’s repulsion of Ottoman invaders in 1565, an act of defiance that resonated across Christian Europe. A covetous Napoleon said conquering the strategically located island was “worth any price”. Centuries later a bull-headed Maltese prime minister shoehorned a chapter on Mediterranean security into the Helsinki Accords, a cold-war compact between the West and the Soviet bloc.
Quelle: Telepolis | 11.01.2017
Das Abkommen knüpft an einen Deal an, den der damalige Ministerpräsident Berlusconi mit „mehr Öl, weniger Migranten aus Libyen“ beschrieb. In Libyen sorgt das für Ärger, möglicherweise auch mit Russland
Die italienische Regierung hat am Montag ein Abkommen zur Migrationskontrolle mit Libyen geschlossen. Italien will die vom Westen unterstützte libysche Einheitsregierung mit Drohnen und Radareinrichtungen sowie der Bereitstellung von Ausrüstung und Ausbildung unterstützen. Im Gegenzug soll Libyen Anstrengungen unternehmen, irreguläre Grenzübertritte entlang der Landgrenze in der Sahara zu verhindern und Migranten in Länder wie den Niger, Tschad oder Sudan zurückzuschicken.