http://www.kifftrust.org/docs/program/PROGRAMME%20WEB%20FINAL.pdf
Family fathers, female workers, young boys and girls born in Italy. Many of them arrive every day in the Identification and Expulsion centres (CIE) of Rome. They did not commit any crime, nevertheless they risk to spend 18 months behind bars waiting to be expelled. They detention is validated by a Justice of the Peace. In the name of the Italian People.
Flüchtlnge aus Mali, die als Boat-people vor eineinhalb Jahren nach Lampedusa gekommen und von dort nach Neapel verteilt worden waren, haben noch immer keine Aufenthaltspapiere. Die Anerkennung ihres Flüchtlingsstatus steht eigentlich außer Frage, aber wurde immer weiter verzögert. Vor wenigen Tagen wurden ihre Asylanträge in erster Instanz pauschal abgelehnt: die Bürgerkriegssituation in Mali wurde nicht einmal benannt. Wie die Tageszeitung La Repubblica, gestützt auf Polizeiberichte, am 26.10.2012 schreibt, griffen 30 von ihnen deswegen das Ausländeramt in Neapel an. Es kam zu schweren Auseinandersetzungen mit 20 dort Angestellten, es gab Verletzte. 5 von ihnen wurden verhaftet und werden in den kommenden Tagen vor ein Schnellgericht gestellt. – In der Region Neapel wurden 1.250 Boat-people aus dem Frühjahr 2011 untergebracht.
[französisch / italienisch]
Situation générale à Lampedusa
Les tunisiens rescapés du naufrage des 6-7 septembre ont été contraints de rester dans le centre de premier secours et d’accueil de Contrada Imbriacola jusqu’à leur transfert le 8 octobre, alors que celui-ci est théoriquement prévu pour accueillir les migrants de 48 à 96 heures. Quotidiennement la majorité d’entre eux se sont donc échappés du centre fermé et se promenaient librement sur l’île. Depuis lors, tous les migrants transitant par Lampedusa et y séjournant au-delà de la durée prévue par le statut du centre sortent régulièrement avec les risques que cela comporte : sauter la barrière qui entoure le centre, escalader la montagne rocailleuse et rentrer de nuit dans l’obscurité la plus totale.
Une ordonnance a été éditée par la maire, Giusi Nicolini, afin d’interdire aux propriétaires des bars de vendre de l’alcool aux « extracommunautaires ». Depuis deux semaines la circulation sur l’île des personnes, majoritairement d’origine sub-saharienne, n’a été l’objet d’aucun litige. Aucune mesure n’a cependant été prise pour permettre aux migrants de sortir de manière régulière du centre et de compenser ainsi leur présence excessive à Lampedusa.
Über die Rettung der beiden Boote am 23./24.10.2012 hat ffm-online bereits berichtet. Der SOS-Notruf an Flüchtlingscommunties in Italien war entscheidend, dadurch konnte die behördliche Rettungsaktion angestoßen oder erzwungen werden. Hier der Bericht:
[französisch / italienisch]
24 octobre 2012 : Opération de secours au large de la Libye
Suite à l’appel de détresse reçu par le Père Mussi Zerai et lancé par des migrants en difficulté dans les eaux libyennes le 23 octobre, la marine militaire italienne est intervenue dans la nuit afin de prêter assistance à 111 personnes. C’est le remorqueur Asso 30 qui a d’abord rejoint les migrants suivi du navire de la marine militaire, le patrouilleur d’haut commandement Foscari, effectuant des missions de surveillance de la pêche et de contrôle des flux migratoires dans le canal de Sicile.
Le patrouilleur Foscari a ensuite porté assistance à une seconde embarcation avec à son bord 117 personnes. Seule une jeune femme enceinte dont l’état de santé était préoccupant, et son mari, ont été transbordés sur le navire de la marine militaire.
Les garde-côtes et la guardia di Finanza de Lampedusa sont partis vers 21h30 le 23 octobre afin de rejoindre les embarcations se trouvant à plus de 120 miles de l’île. Après 8 heures de navigation ils ont procédé à l’opération de secours et transféré 226 personnes sur leurs moto-vedettes.
Fischer haben möglicherweise das Todesschiff in 50 m Tiefe lokalisiert. Das Schiff war am 06.09.2012 vor der Felseninsel Lampione bei Lampedusa gesunken. Die italienischen Behörden haben bis jetzt nicht den Berichten der 56 Überlebenden geglaubt. 6 Tote wurden bislang aus dem Wasser geborgen, und von dengeschätzten 80 Toten fehlt jede Spur. Das sinkende Schiff soll sie mit in die Tiefe gerissen haben. Das Schiff war zeitweise von der tunesischen Küstenwache begleitet und später auch mit der Zahl der Passagiere beschrieben worden. Die italienischen Behörden hatten von der tunesischen Küstenwache frühzeitig Informationen über das ziemlich seeuntüchtige Schiff bekommen; auch hat es SOS-Telefonanrufe gegeben. In der fraglichen Meeresregion gab es eine starke Präsenz an Überwachungs- und Militärschiffen. Ffm-online berichtete ausführlich mehrmals.
Zum aktuellen Bericht über die Lokalisierung des Schiffs siehe blogsicilia.it
Am Abend des 23.10.2012 hat die italienische Küstenwache zwei Boote mit 226 Flüchtlngen gerettet. Sie hatten noch in libyschen Gewässern SOS ausgesendet und konnten langsam weiterfahren, bis sie von zwei italienischen Schiffen der Küstenwache aufgenommen und nach Lampedusa gebracht wurden.
Der Notruf war von Flüchtlings- und MigrantInnencommunities in Italien aufgefangen und mit wachsender Mobilisierung an die italienische Küstenwache weitergegeben worden.
Die italienische Tageszeitung La Repubblica berichtet kurz:
Im Stern (18.10.2012) ist eine ausführliche Fotoreportage über einen eritreischen Flüchtling, der aus Deutschland nach Italien abgeschoben wurde und inzwischen erneut in Deutschland ist. Kidane hatte sich im Dezember 2011 zunächst erfolgreich gegen seine Abschiebung aus Frankfurt gewehrt und war beim zweiten Versuch nach Rom abgeschoben worden. Ein Journalist und ein Fotograph haben ihn dort Anfang diesen Jahres besucht.
Der Artikel trägt den Titel „Der Fluch des Fingerabdrucks“ und ist was die Situation in Italien betrifft echt prima. Leider wird Kidanes Verfahren in Deutschland (heimliches „Remonstrationsverfahren“ des Bundesamtes bei gleichzeitigem Vorenthalten der Akteneinsicht) nicht richtig dargestellt. Aber um im allgemeinen Dublin II zu skandalisieren, taugt er sicher.
Hier steht ein pdf mit dem Artikel zum Download bereit:
Über 28.000 Unterschriften unter dem Aufruf „Streichung der italienisch-libyschen Abkommen“ hat Amnesty International am 19.10.2012 dem italienischen Innenministerium übergeben. Die italienisch-libyschen Abkommen aus der Zeit Berlusconi-Gaddafi und aus der gegenwärtigen Transition – während und nach dem Nato-Krieg – sind geheime Abkommen, die die Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge und MigrantInnen mit Wirtschaftsinteressen verknüpfen. Der Aufruf, den Amnesty International und andere Organisationen verbreitet haben, fordert die Veröeffentlichung der Abkommenstexte und die Streichung der Abkommen, da sie unter undemokratischen und ungesetzlichen Verhältnissen zustande gekommen sind.
Zwei Boote wurden von der italienischen Küstenwacht und der Italienischen Marine aufgebracht. Die Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern waren aus Libyen gestartet, unter ihnen 50 Frauen. Alle wurden nach Lampedusa gebracht.