Quelle: Welt
Vor der Wahl in Griechenland muss der Syriza-Chef zwei Probleme lösen, die nichts mit Staatsschulden zu tun haben. Eines ist selbst gewählt, das andere kommt in Schlauchbooten über die Ägäis.
Jagdszenen auf Lesbos. Die griechische Insel wird immer mehr zum Kulminationspunkt griechischer Hässlichkeit. Eine Insel, die mit sich selbst genug zu tun hat, empfängt den Flüchtlingsstrom bestenfalls mit Desinteresse, meistens mit Aggression. Im Grunde gilt das für das ganze Land, das am Rande seiner Kraft ist.
Täglich treffen auf Lesbos Tausende Flüchtlinge mit kaum seetüchtigen Schlauchbooten ein. Die für acht Passagiere gedachten Boote werden direkt an der türkischen Küste produziert und sind oft mit 30 bis 40 Syrern, Afghanen oder Pakistanis besetzt. Im Moment warten mehr als 20.000 Flüchtlinge auf ihre Weiterreise aufs griechische Festland, um sich von dort aus auf den Weg zu anderen Zielen in Europa zu machen.