13. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Statistik zu Harragas aus West-Algerien · Kategorien: Algerien, Spanien · Tags: , , ,

Seit Januar 2012 haben die Küstenwache und die Gendarmerie des Bezirks Oran 120 Harragas in 25 Operationen abgefangen, und die spanischen Behörden haben im selben Zeitraum mehr als 200 Harragas in den Hafen von Oran rückgeschoben. Sie hatten einige Tage in Abschiebehaft verbracht. Auch in andere Häfen haben die spanischen Polizeien zurückgeschoben, in der vergangenene Woche z.B. per Handelsschiff in den Hafen Ghazaouet westlich von Oran.

2011 hatten dieselben Oraner Behörden „nur“ 60 Harragas aufgespürt und festgenommen, 2010 waren es 200.

Am meisten Harragas waren 2007 von algerischen Behörden festgenommen worden: 1.530 Personen. 86 Tote wurden damals im Meer entdeckt.

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09. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Schneller und teurer Weizenimport nach Algerien · Kategorien: Algerien · Tags:
Trotz guter Ernten und der Ankündigung, im Jahr 2012 kein Getreide importieren zu wollen, hat Algerien in diesen Tagen überraschend viel und zu gestiegenen Preisen französischen Weizen importiert.
Le Quotidien d’Oran, 09.08.2012
08. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Erstes Flüchtlingslager in Oran eröffnet · Kategorien: Algerien · Tags:

Ein erstes Lager für Flüchtlinge aus dem Niger wurde ohne Verankündigung am 07.08.2012 ausserhalb von Oran eröffnet. Es wird als „centre de recasement“ bezeichnet und liegt im Bezirk Boufatis im Südosten der Region Oran.

Die Polizei hat zusammen mit der Leitung der Sozialabteilung der Kommune von Oran und dem algerische Roten Halbmond Oran 115 Flüchtlinge aus dem Niger dort untergebracht. Diese waren kurz vor Ramadan-Beginn aus dem Niger vor Hunger und Gewalt geflohen und hatten nun in Oran in der Nähe des Bahnhofs im Stadtteil Yaghmoracen auf den Gehwegen von Almosen gelebt. Es handelt sich um 63 Kinder, 48 Frauen und 3 Männer.

Wahrscheinlich handelt es sich bei dem neuen Zentrum nicht um eine „Neuansiedlung“, wie der benutzte euphemistische  Begriff nahelegt, sondern um eine temporäre Unterbringung – oder gar um ein Internierungslager.

Bislang gibt es keine öffentlich bekannten, permanent betriebenen Flüchtlingslager an der algerischen Küste, wohl aber in der algerischen Sahara. Algerien hat keinen gesetzlich verankerten Flüchtlingsschutz, Flüchtlinge gelten in Algerien als „irreguläre MigrantInnen“. Angesichts der Zunahme syrischer Flüchtlinge wies die algerische Menschenrechtsliga kürzlich darauf hin.

Le Quotidien d’Oran, 08.08.2012

http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5171686

El Watan, 05.08.2012

http://www.elwatan.com/actualite/la-laddh-a-appelle-a-la-mise-en-place-d-un-cadre-juridique-garantissant-le-statut-de-refugies-05-08-2012-180967_109.php

03. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Oran: Massenprozesse gegen Harragas · Kategorien: Algerien · Tags: ,

Zusammenarbeit beim Aufspüren von Harragas und Massenverurteilungen

Wie die Tageszeitung El Watan am 02.08.2012 schreibt, scheint die staatliche Abschreckung gegen Harraga die Jugendlichen nicht davon abzuhalten, immer aufs Neue auf Booten nach Europa aufzubrechen.

20 Harragas im Juli gerettet, unter ihnen Frauen und Kinder. Als Notruf funktioniert der Regionalfunk Oran von der „Agence Nationale de Radionavigation Maritime (ANRM)“. Er meldet den Notruf an die Küstenwache weiter. Der Leiter der Funkstation Kahli Moshen berichtet, dass das System jetzt zweimal funktioniert habe. Frachtschiffe haben vier Funktstationen der ANRM in der Region (Oran, Mostaganem, Béni-Saf, Ghazaouet) von Harragas auf See in Kenntnis gesetzt. Die ANRM hat die Küstenwache benachrichtigt. Die Küstenwache Oran, die dann aktiv wurde, gehört zur 2. Militärregion.

Im Monat Juli haben die Gerichte in der Region in über 12 Massenprozessen Harragas verurteilt.

Rachid Boutlélis berichtet in der Tageszeitung Le Quotidien d’Oran am 24.07.2012, dass in Ain El Turck, einem Vorort von Oran, 37 Harragas zwischen 22 und 31 Jahre vor Gericht gebracht wurden. Sie wurden kurz angehört und kamen dann in Untersuchungshaft. Sie waren von der algerischen Marine am Abend des 22.07.2012 eine Seemeilen vor Oran aufgebracht worden, abgefahren waren sie kurz vorher zur Zeit des Fastenbrechens. Die Militärs überstellten sie der Gendarmerie von El Ançor.

21 weitere Harragas wurden am 23.07.2012 vom selben Gericht zu jeweiligen Geldstrafen in Höhe von umgerechnet 500 Euro verurteilt. Eine Woche zuvor hatte dasselbe Gericht 44 Harragas – unter ihnen drei Frauen – ebenfalls zu Geldstrafen verurteilt.

500 Euro ist mehr, als die Jugendliche bei einem einfachen Job in drei Monaten vedienen könnten. Zumeist haben sie aber nicht einmal einfache Jobs.

http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5171112

http://www.elwatan.com/regions/ouest/oran/emigration-clandestine-20-harraga-secourus-en-juillet-02-08-2012-180513_135.php

02. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Starker Anstieg des informellen Sektors in Algerien · Kategorien: Algerien · Tags:

Im Laufe eines Jahres hat sich die Zahl von ArbeiterInnen und UnternehmerInnen im informellen Sektor von 1,65 auf 3,92 Mio. Personen erhöht. Im gesamten algerischen Beschäftigungssektor ist dessen Anteil – nach Angaben des Staatlichen Statistikamts (Office national des statistiques – ONS) – auf inzwischen 62,4 Prozent gewachsen.

http://www.elwatan.com/economie/60-des-travailleurs-independants-activent-dans-l-informel-26-07-2012-179749_111.php

02. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Indische Arbeiter streiken in algerischer Erdölraffinerie – wegen Illegalisierung · Kategorien: Algerien · Tags:

Wie die Tageszeitung Le Quotidien dOran am 27.07.2012 meldete, sind 500 indische Arbeiter in der Erdölraffinerie in Skikda in Streik getreten. Anlass war die Verhaftung ihrer Kollegen, die über den Flughafen Algier ausreisen wollten. Ihre Aufenthaltspapiere waren – wie auch in Algerien üblich – nicht rechtzeitig verlängert worden.

http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5171214

01. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Harraga im Spiegel der nordafrikanischen Gesellschaft · Kategorien: Algerien, Lesetipps · Tags:

Le monologue d’un harrag désabusé
«L’envie de cesser de souffrir est plus forte que le désir de vivre» Justine Lévy in «Rien de grave».par Kamal Guerroua*

Quotidien d’Oran, 26.07.2012

Si l’on prend par hasard une plume pour narrer le fait divers d’un harrag, sans doute, on interpellerait cette placide conscience qui germe dans les coeurs et ce serait «un coup de hache dans la mer gelée qui est en nous» pour reprendre à mon compte une expression du romancier tchèque Franz Kafka (1883-1924) car plus personne ne vit ni ne sent en vrai une réalité qui n’est pas forcément sienne à moins d’être béni d’un don d’ubiquité aussi bien en vécus qu’en sentiments. Weiterlesen »

30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Immer heftigere Staatsgewalt gegen Flüchtlinge vor Melilla · Kategorien: Algerien, Marokko, Spanien · Tags:

MSF Bericht klagt an

MSF ist seit 1997 in Marokko aktiv, seit 2003 auch direkt vor dem EU-Zaun bei Melilla und nahe der marokkanisch-algerischen Grenze. In einem gerade erschienen Bericht klagt MSF an, dass die marokkanisch-spanische Polizei- und Militärgewalt gegen die dortigen Flüchtlinge in den letzten Wochen heftig angestiegen ist. MSF versorgt die Verletzten mit einer mobilen Klinik.

Die zumeist west- und zentralafrikanischen Flüchtlinge leben zum Teil seit langem in selbstorganisierten Lagern vor dem EU-Zaun der spanischen Enklave Melilla. Versuche, den Zaun zu überklettern, werden von marokanischen und spanischen Polizei- oder Militäreinheiten mit martialischen Mitteln abgewehrt: Prügelorgien und der Einsatz von Gummigeschossen sind alltäglich.

Geraten die Flüchtlinge bei marokkanischen Razzien in Gewahrsam, werden sie an die nahe marokkanisch-algerische Grenze gekarrt, auf die andere Seite abgeschoben und bei Wiederkehr mit Prügel empfangen.

http://www.msf.es/noticia/2012/msf-atiende-un-alto-numero-victimas-de-violencia-en-marruecos

27. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Algerische MigrantInnen in Longwy · Kategorien: Algerien, Frankreich, Lesetipps · Tags:
Losego, Sarah Vanessa: Fern von Afrika. Die Geschichte der
nordafrikanischen "Gastarbeiter" im französischen Industrierevier von
Longwy (1945-1990) (= Industrielle Welt 76). Köln: Böhlau Verlag Wien
2009. ISBN 978-3-412-20432-7; 559 S.; EUR 72,90.

Rezensiert für H-Soz-u-Kult von:
Marcel Berlinghoff, Zentrum für Europäische Geschichts- und
Kulturwissenschaften, Universität Heidelberg
E-Mail: <Marcel.Berlinghoff@zegk.uni-heidelberg.de>

Die Geschichte der algerischen Migration nach Frankreich gehört zu den
rechtlich wechselhaftesten, politisch umstrittensten und durch das lange
Tabu des Algerienkrieges emotionalsten Kapiteln der europäischen
Einwanderungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.

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19. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Deutsche Marine stärkt algerische Meeresüberwachung · Kategorien: Algerien, Deutschland · Tags: ,

Rüstungsexport und langfristige Stationierung deutscher Marine-Militärs in Algerien

Wie Bild am Sonntag am15.07.2012 und Le Quotidien d’Oran am 19.07.2012 melden, wird die deutsche Marine zwei Fregatten samt Bordhubschraubern an Algerien liefern. 16 Ausbilder der deutschen Marine werden bis 2017 in Algerien arbeiten und wohl als Berater bei der Meeresüberwachung mitwirken. Damit werden militärische Bedrohungsszenarien aus Mitte der 1990er  Jahre wachgerufen. Dem algerischen Militärputsch 1992 hatte der Westen mit stiller Billigung zugesehen. Auf den folgenden furchtbaren Bürgerkrieg reagierten NATO-Staaten mit Übungsmustern, nach denen die Militärs eine Massenflucht vor dem Bürgerkrieg aufhalten sollten. – Angesichts der sich ausbreitenden Arabellion stärkt Berlin militärisch die alten Regimes. FFM-online berichtete am 16.07.2012 über die Massenproduktion von Daimler-Benz-Militärfahrzeugen in Algerien. Die militärische See-Überwachung ist eine Kampfansage gegen die arme Bevölkerung Algeriens. Aus den Armenvierteln stammen die Boat-people, die sich auf eigene Faust über das Mittelmeer nach Spanien oder Italien aufmachen. Die Kontrolle des Mittelmeers erfolgt immer stärker durch kombinierte See-Luft-Operationen. Dabei spielt militärisches Know-How eine Schlüsselrolle.
Helmut Dietrich (FFM)

http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5170986

http://www.bild.de/politik/ausland/algerien/kauft-deutsche-fregatte-25158776.bild.html

https://archiv.ffm-online.org/2012/07/16/algerische-militarische-mobilitat-rustungsexport-aus-deutschland/