Aktionskünstler zum Mauerfall
Wo sind die Mauertoten?
Pünktlich zum Mauerfall-Jubiläum sind in Berlin weiße Gedenkkreuze verschwunden. Hinter der Aktion steckt das Zentrum für Politische Schönheit.
BERLIN taz | Es sind weiße Kreuze, die hier am Zaun im Berliner Regierungsviertel an die Mauertoten erinnern. Die Namen von Günter Litfin, Udo Düllick oder Hans Räwel stehen darauf. Sie alle kamen bei dem Versuch ums Leben, aus der DDR zu fliehen. Und diese weißen Kreuze sollen an sie erinnern. Kurz bevor am 9. November mit einem großen Festakt in Berlin der 25. Jahrestag des deutschen Mauerfalls gefeiert wird, sind die weißen Gedenkkreuze verschwunden. Aktionskünstler haben sie entwendet. Wo am Fuße des Reichstagsgebäudes zuvor die weißen Kreuze hingen, haben sie stattdessen ein Schild aufgestellt. Aufschrift: „Hier wird nicht gedacht.“