Über die Hälfte der syrischen Bevölkerung befindet sich auf der Flucht. An den See- und Landgrenzen von Griechenland spitzt sich die Situation zu. Syrische Flüchtlinge berichten, dass sie von deutschen Polizisten bei der illegalen Rückschiebung von der griechischen auf die türkische Seite misshandelt wurden. Frontex?! Zugleich passiert etwas Unerhörtes in Kreta: „Gestern abend hat es ein historisches Ereignis in der Geschichte der Menschenrechte gegeben. Eines solcher Ereignisse, an die man sich auch später erinnern wird, wie das Handeln von Rosa Parks, die amerikanische Schwarze, die sich weigerte, den Apartheidsvorgaben in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Alabama Folge zu leisten […] Eine Gruppe von 700 [syrischen] Flüchtlingen, die gerade noch ihr Leben auf einem alten treibenden Frachter aufs Spiel gesetzt sahen – eine Gruppe mit ganzen Familien mit Kindern, auch mit Babys – hat, als sie einen sicheren Hafen in Griechenland (in Kreta) erreicht haben, sich geweigert an Land zu gehen.
Die 700 Bootsflüchlinge, die mit einem Frachter auf der Fahrt nach Italien waren, aber nach Kreta abgeschleppt wurden, wollen dort nicht an Land. Sie protestieren gegen die Dublin-Regelung und verlangen Transport nach Italien.
In porto a Creta i profughi a bordo della nave Baris. Ma non vogliono sbarcare. Chiedono la sospensione del Regolamento Dublino. E di non restare intrappolati in Grecia.
LI HANNO TRAINATI IN PORTO. MA I PROFUGHI NON VOGLIONO SCENDERE A TERRA. LA PRIMA ACCOGLIENZA CONSISTE NEL TEST ANTIEBOLA … LORO VOGLIONO PROSEGUIRE IL LORO VIAGGIO VERSO ALTRI PAESI EUROPEI. LA GRECIA NON E‘ UN PAESE SICURO PER RICHIEDENTI ASILO.
Nur zeitweise war die Mortalitätsrate von Boat-people im Mittelmeer – im ersten Halbjahr 2014 – gesunken, weil sich die Flüchtlinge in großem Ausmaß auf die Schiffe der italienischen Mare Nostrum Operation hatten retten können. Doch mit dem Rückzug der Mare Nostrum Schiffe stieg die Zahl der ertrunkenen Bootsflüchtlinge vor allem im zentralen Mittelmeer auf eine bis dahin unvorstellbare Ebene an: Die Mortalitätsrate übertraf im September 2014 mit über 50 Toten pro 1.000 Passagieren diejenige der europäischen Armutsflüchtlinge auf der Atlantikpassage im 17. und 18. Jahrhundert. Die Verhältnisse lassen sich nicht vergleichen. Auf der Atlantikpassage starb man vor Hunger, heute dagegen wegen unterlassener Hilfeleistung, unter den elektronischen Überwachungsaugen der EU-Militärtechnik. (hd)
700 vor allem syrische und afghanische Flüchtlinge haben versucht, auf einem von ihnen bezahlten Frachter von Nordafrika nach Italien zu gelangen. 30 Seemeilen vor Kreta fiel der Motor aus. Ein griechisches Militärschiff schleppt sie jetzt ab, in die Hafen Ierapetra auf Kreta.
The Garden Island
Freighter with 700 migrants being towed to Crete
ATHENS, Greece (AP) — A Greek navy frigate was towing a crippled freighter with hundreds of migrants on board through gale-force winds and high waves to safety on the southern island of Crete on Wednesday, a day after it suffered engine failure in international waters.
The 77-meter (250-foot) Baris cargo ship carrying some 700 people trying to enter Europe was being towed at a speed of about three knots (3.4 miles, 5.5 kilometers per hour) toward the port town of Ierapetra in southern Crete. It is expected to arrive late Wednesday.
Europas neue Mauern
Veranstaltung zu Kontinuitäten der mörderischen EU-Migrationspolitik
Zehntausende sind bereits im Mittelmeer ertrunken, erstmals werden viele Tote auch aus dem Schwarzen Meer gemeldet. Trotzdem setzt die EU-Migrationspolitik weiterhin auf Abschottung und Abschreckung. Neue Grenzanlagen zwingen Geflüchtete zu noch riskoreicheren Routen, Kooperationen mit Libyen, Ägypten und Tunesien sollen Abfahrten schon an den Küsten Nordafrikas verhindern. Die EU-Grenzagentur FRONTEX erhält immer mehr Kompetenzen, die Seenotrettung gehört aber weiterhin nicht zu ihren Aufgaben.
Die Aufrüstung der EU-Außengrenzen wird vorwiegend von Italien und Spanien betrieben. Deutschland und Frankreich fordern mehr Migrationskontrolle innerhalb der EU: Die Regierungen setzten durch, dass bei einem Anstieg irregulärer Migration wieder Kontrollen der Binnengrenzen eingeführt werden können. Polizeien aus Österreich und Deutschland haben im November erstmals gemeinsame Patrouillen in Eisenbahnzügen in Norditalien gestartet.
In der Veranstaltung erläutern wir, wie die EU-Migrationspolitik der letzten 20 Jahre in neue Operationen zur Migrationsabwehr gipfelt. Auch die Kämpfe und individuellen Strategien gegen die Festung Europa werden dargestellt.
Carla Höppner und Cristoph Arndt; Watch the Med/ Alarmphone
Tresor; CISPM Berlin / Voix des migrants
Matthias Monroy, Autor
Montag, 8. Dezember, 20 Uhr
Südblock, Admiralstraße 1-2
U-Bahn Kottbusser Tor (U1, U8)
[…] OCCIDENTE IN CERCA DI UN NUOVO MUBARAK. Ma la verità è che, all’Europa come agli Usa, un nuovo Mubarak fa comodo per stabilizzare il Medio Oriente e riprendere i vecchi business.E all’Italia – primo partner commerciale europeo dell’Egitto – fa comodo più che agli altri Paesi Ue.Diritti a parte, al Sisi ha i mezzi militari per contenere il caos libico che alimenta il traffico di esseri umani. […]“
Tagesschau
Arnim Stauth, ARD Brüssel, zzt. Straßburg zur Rede von Papst Franziskus
„Mittelmeer darf kein großer Friedhof werden“
Nachdrücklich appellierte der Papst an die EU-Staaten, gemeinsam das Migrationsproblem anzugehen. Sie dürften nicht länger hinnehmen, dass „das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird“. Auf den Kähnen, die täglich an den europäischen Küsten landeten, seien „Männer und Frauen, die Aufnahme und Hilfe brauchen“.
Die EU-Staaten müssten sich angesichts dieser Situation gegenseitig unterstützen anstatt Lösungen anzuregen, welche die Menschenwürde der Einwanderer verletzten und Sklavenarbeit sowie soziale Spannungen förderten. Die EU könne die mit der Einwanderung verbundenen Probleme nur mit Gesetzen bewältigen, welche die Rechte der europäischen Bürger schützen und zugleich eine Aufnahme der Migranten garantieren, betonte Franziskus. Dazu seien „korrekte, mutige und konkrete politische Maßnahmen“ notwendig. […]
Binnen 96 Stunden mehr als 1000 Flüchtlinge aufgegriffen
REUTERS /Guardia Costiera
Mehr als 700 Flüchtlinge vor der italienischen Küste, knapp 300 vor der Küste Nordzyperns: Die vergangenen Stunden zeigen, wie bedeutend die Seenotrettung im Mittelmeer ist. Gerade dort will die europäische Politik aber sparen.
Rom/ Nikosia – Die Küstenwache hat vor Nordzypern rund 300 Menschen geborgen, auf dem in Seenot geratenen Schiff drängten sich viele Frauen und Kinder. Die mutmaßlich aus Syrien stammenden Migranten seien am Sonntag in eine Sporthalle der Küstenstadt Girne gebracht und medizinisch untersucht worden, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu.
Hundreds of migrants stranded off Cyprus coast rescued
One of the survivors told AA each migrant paid about $6,500 to human smugglers to escape the war in Syria in the hopes to reach Europe
GIRNE, Turkish Republic of Northern Cyprus
Turkish-Cypriot coast guards rescued Sunday hundreds of migrants who got stranded on a vessel that broke down near the Northern Cyprus‘ coast, an official statement said.
The 50-meter-long vessel, Haj Zaher, carried an estimated 300 migrants, including around 40 women, one of whom was said to be pregnant and 35 children.
The vessel was adorned with a Tanzanian flag and broke down 4.5 miles away from the port city of Girne in the Turkish Republic of Northern Cyprus.
Nearly 800 migrants rescued in Mediterranean
Nearly 800 people have been rescued from boats in distress in the Mediterranean Sea in the last 48 hours, Italian and Libyan officials said.
The Italian coastguard said on Saturday that it rescued at least 520 people from five boats in Libyan waters late on Thursday, in response to distress signals from the boats headed towards Sicily.
An additional 171 people were also rescued during the overnight mission in the waters north of Tripoli.
