Quelle: Sächsische Zeitung | 28.11.2016
Grenzkontrollen allein schrecken weder Flüchtlinge noch Schlepper. Italien sucht deshalb nach neuen Partnern in Afrika.
Von Karin Schlottmann
Bleibt im Boot! Bleibt im Boot! Ihr seid in Sicherheit, wir retten euch alle!“ Die italienische Rettungsmannschaft ist nicht mehr weit von dem schwankenden Schlauchboot der Flüchtlinge entfernt. Verängstigt warten die Menschen auf Hilfe. Wohl aus Panik, das Boot der Küstenwache könne wieder abdrehen, springt einer von ihnen trotz der lauten Warnrufe der Helfer ins Meer. Schnell schwimmt ein Rettungsschwimmer hinterher und zieht ihn aus den Wellen. Nach der langen Fahrt über das Mittelmeer sind die meisten Flüchtlinge körperlich geschwächt, manche verletzt. Allein schaffen es die wenigsten, ins große Boot zu klettern. Ihnen Rettungsringe oder -westen zuzuwerfen, wie es andere Schiffe machen, ist keine gute Idee, erklärt Alessandro Morella, Kommandant der italienischen Küstenwache, den Besuchern aus Deutschland.