Der tunesische Übergangs-Präsident Moncef Marzouk wird am 18.09.2012 mit einem Schiff nach Lampedusa fahren, um vor Ort der umgekommenen Boat-people zu gedenken. Im Mittelpunkt steht das letzte Schiffsunglück am 06.09.2012 12 Seemeilen vor Lampedusa, bei dem nach tunesisch-offiziellen Angaben mehr als 50 Menschen umgekommen sind.
In den frühen Morgenstunden des 17.09.2012 kam ein Fischerboot Harraga zu Hilfe. Diese waren mit zwei Booten unterwegs, eines war umgekippt. Bei dem Unglück ertrank ein Bootsflüchtling. Dann tauchte auch die Küstenwache auf und nahm die Passagiere beider Boote fest. Sie werden wegen unerlaubter Ausreise vor Gericht gestellt.
Un candidat à l’émigration clandestine noyé et 33 autres secourus au large de Mostaganem
Ali Bensadok
Trente‑quatre candidats à l’émigration clandestine vers l’Europe ont été secourus en mer, au large de Mostaganem, à l’aube de ce lundi 17 septembre par des pêcheurs et des garde‑côtes, a‑t‑on appris de sources locales. Ces harragas étaient à bord de deux embarcations artisanales motorisées dont l’une s’est renversée avec 14 personnes à bord, en raison de forts courants marins. C’est l’équipage d’un chalutier de pêche qui, après avoir donné l’alerte, est intervenu pour porter secours au groupe de harragas et les sauver d’une mort certaine. Malheureusement l’un de ceux-ci, âgé de 30 ans, a péri noyé. Son corps a été repêché. La deuxième embarcation, avec 20 clandestins à son bord, a été interceptée par les garde‑côtes.
Ces candidats à l’émigration clandestine, en majorité originaires de Mostaganem, sont âgés entre 15 et 30 ans, dont deux garçons scolarisés nés en 1995 et 1997. Selon nos sources, les harragas ont pris la mer à partir de la plage de Chaabia, relevant de la localité de Benabdelmalek Ramdane, pour tenter de rejoindre les côtes ibériques. Les rescapés seront présentés mardi devant le procureur de la République près le Tribunal de Mostaganem.
17/09/2012 à 11:57
http://www.tsa-algerie.com/divers/un-candidat-a-l-emigration-clandestine-noye-et-33-autres-secourus-au-large-de-mostaganem_22155.html
siehe auch:
Rund um das tunesische Städtchen Sidi Bouzid spitzt sich seit einer Woche der soziale Kampf wieder zu. Seit 7 Tagen sind die wichtigsten Überlandstraßen und Bahngleise durch Sit-Ins blockiert. Mittlerweile haben die DemonstrantInnen 17 LKWs und 4 PKWs der regionalen Staatsverwaltung beschlagnahmt. Sie fordern Beschäftigungs- und Entwicklungsgelder sowie den Ausbau der Infrastruktur für ihre Region. Die Polizei hat die Sit-In-DemonstrantInnen mehrfach angegriffen, konnte die regionale Protest-Blockade aber nicht auflösen.
Bericht der offiziösen Nachrichtenagentur am 17.09.2012:
http://www.tap.info.tn/fr/fr/component/content/article/378-actualite/32956-sidi-bouzid-augmentation-du-nombre-des-vehicules-administratifs-saisis-par-des-protestataires.html
Surfaces of Longing. Cosmopolitan Aspiration and Frustration in Egypt
SAMULI SCHIELKE
Abstract
One of the most ambiguous outcomes of globalization has been the emergence of a large class of people who subscribe to global trends in religion, consumerism, nationalism, sports and popular culture, without having access to the mobility nor the symbolic capital that are associated with cosmopolitanism. This sense of aspiration is far from ephemeral. It is material, it has shape, surface, and form. This photo essay attempts to connect this sensual presence of images, and materials with the sense of longing and discontent involved in looking out to the world from the vantage point of underprivileged social milieus in Egypt.
Samuli Schielke: „Surfaces of longing: Cosmopolitan aspiration and frustration in Egypt“. City and Society 24 (2012): 1, 29-37. The paper is accessible at:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1548-744X.2012.01066.x/pdf
Gulf News, 9 september 2012 Egyptian border guards kill African migrant http://gulfnews.com/news/region/egypt/egyptian-border-guards-kill-african-migrant-1.1071957 25-year-old Eritrean refused to surrender when police fired warning shots. Rafah, Egypt: An Egyptian security official says border guards have shot dead an African migrant near the border with Israel. The official said the 25-year-old Eritrean refused to surrender when police fired warning shots in the air and continued running toward the Israeli border near Rafah in Egypt’s Sinai Peninsula on Saturday. In a separate incident, the official says authorities arrested 26 migrants from Sudan, Eritrea and Ethiopia before they reached the border. He spoke on condition of anonymity because he was not authorised to brief the media. Hundreds of Africans seeking political asylum and jobs try to illegally enter Israel every year, in long perilous desert trips, often with the help of Bedouin traffickers. Egyptian guards trying to stem the flow have killed dozens of migrants in recent years.
taz hh 13.09.2012
Bundespolizei ignoriert Gericht. Die Bundespolizei schiebt einen jungen Afghanen nach Italien ab – obwohl ein Richter das per einstweiliger Verfügung untersagt hatte.
von Kai Von Appen
Kein sicheres Drittland mehr: Flüchtlinge auf der italienischen Insel Lampedusa
HAMBURG taz | „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Rechtsanwalt Carsten Kerschies ist entsetzt und sein Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert. Obwohl er eine einstweilige Anordnung vom Verwaltungsgericht gegen die Abschiebung seines Mandanten Mustafa Obada* nach Italien erwirkt hatte, ist Obada von der Bundespolizei am Airport Köln-Bonn in einen Abschiebeflieger nach Italien gesetzt und abgeschoben worden. Weiterlesen »
Die Stimme der Überlebenden, übertragen von Gihene Sillini, tunesische Reporterin auf Lampedusa
Tunesier, die das Schiffsunglück vor Lampedusa überlebt haben, berichten live im tunesischen Radio Mosaique FM, das bei den Jugendlichen in Tunesien sehr beliebt ist. (Es ist auch über Internet zu empfangen.)
Der entsandten Radio-Korrespondentin Gihene Sillini gelingt es immer wieder, Überlebende im Abschiebeknast von Lampedusa zu interviewen.So berichtet der Harraga Mohamed Mouldi Rezgui, dass mehrere Schiffe der tunesischen Küstenwache dem Harraga-Boot bis an die Meergrenze zwischen tunesischen und internationalen Gewässern gefolgt seien. Polizisten der tunesischen Küstenwache „Alyssa“ hätten sie mit Videokameras öfters gefilmt. Dann hätten sie die Boat-people aufgefordert aufzupassen, obwohl sie deren Navigationsprobleme bemerkt hatten – sie hätten fast kein Benzin mehr gehabt. Weiterlesen »
Neun Harragas, die mit einem Schlauchboot von einem Strand bei Mostaganem gestartet waren, wurden am 11.09.2012 rund 20 Seemeilen vor Ténès von einem algerischen Marineschiff abgefangen.Die Küstenwache hatte Hinweise auf das Harragas-Schlauchboot bekommen. Das Durchschnittsalter dieser Boat-people habe bei 30 Jahren gelegen. Sie wurden in Haft genommen und werden in Ténès vor Gericht gestellt werden.
Die spanische Polizei hat in diesen Tagen eine High-Tech-Kontrollaktion im Hafen von Melilla durchgeführt. In der Stadt fand eine Handelsmesse statt, und der Rücktransport von LKWs und Containern aus der spanisch-nordafrikanischen Stadt nach Andalusien sollte scharf überwacht werden. Eingesetzt wurden u.a. Geräte, die Herzschläge von Lebenwesen in geschlossenen Behältern erkennen können.
Dabei wurden 133 versteckte Flüchtlinge und MigrantInnen aufgespürt, unter ihnen 26 Minderjährige.
Flüchtlinge, die es trotz EU-Zaun bis nach Melilla schaffen, müssen dort Monate und zumeist Jahre ausharren, bis sie auf die spanische Halbinsel übernommen werden.
EFE-Agentur-Meldung in La Rioja, 11.09.2012:
Gilles Kepel, professeur à l’Institut des Etudes Politiques de Paris (Sciences Po), a affirmé, ce mardi 11 septembre 2012, sur les ondes de Shems FM, que la première victime retrouvée sur l’île italienne de Lampedusa est originaire de Sidi Bouzid. Il a jouté que le naufrage du navire transportant des harraqas tunisiens est symbolique et lié au sentiment d’exclusion ressenti par les jeunes de Sidi Bouzid.
D’autre part, il a déclaré que la “harqa” ou émigration clandestine, vers l’Italie symbolise la révolution tunisienne déclenchée par l’immolation par le feu de Mohamed Bouazizi, qui protestait contre la marginalisation et le chômage.