Das tunesische Internetportal „Nawaat“ veröffentlicht weitere Interna zum IWF-Diktat in Tunesien und zu Differenzen innerhalb der tunesischen Regierung angesichts der IWF-Auflagen zum IWF-Kredit. Vorgesehen sind nach einem Fahrplan für 2013 zahlreiche Streichungen von Subventionen (im Energie- und Lebensmittelsektor), Privatisierungen in der Wirtschaft, u.a. im Bankensektor, sowie Liberalisierungen auf dem Arbeitsmarkt.
Die „DissidentInnen“ in der Regierung orientieren sich an Wirtschaftsprogrammen in Südamerika, namentlich in Argentinien und in Ecuador. Dort sei es gelungen, die Staatsschulden zu reduzieren, ohne die ärmeren Bevölkerungsteile zu belasten. Sie schlagen anscheinend ein Zwei-Jahres-Förderprogramm für die Armen in Tunesien vor. Um Investitionen aus dem Ausland anzulocken, müssten aber die Unruhen und Gewaltsamkeiten in Tunesien – sprich Streiks, Sit-Ins, Demonstrationen – beendet werden.
Besonders gerät in die Kritik, dass weder alle Ministerien, noch die Verfassungsversammlung in die Diskussionen, die Willensbidlung und Beschlussfassungen zum IWF-Diktat einbezogen wurden. Die IWF-Verhandlungen und Beschlüsse würden als Geheimsache behandelt.
In anderen Medien wird die Situation mit 1984-1987 vergleichen. In einem ersten Anlauf (1984), ein damaliges IWF-Strukturanpassungsprogramm durchzusetzen, begann ein landesweiter Aufstand, bekannt geworden als „Brotrevolten“. Die Subventionsstreichungen wurden sofort zurückgenommen. Im zweiten Anlauf wurde mit der Durchsetzung des IWF-Strukturanpassungsprogramms auch ein neuer Machthaber installiert, Ben Ali.
Leak – Prêt du FMI : Derrière les murs d’El Kasbah, ce qu’on pense et qu’on ne dit pas
http://nawaat.org/portail/2013/04/11/leak-pret-du-fmi-derriere-les-murs-del-kasbah-ce-quon-pense-et-quon-ne-dit-pas/
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