Quelle: YouTube
Quelle: correctiv
Die Ägäis wird für Flüchtlinge abgeschottet. Prompt bieten Schlepper wieder direkte Überfahrten nach Italien an.
Die Fluchtroute über die Ägäis nach Griechenland wird derzeit dicht gemacht. Prompt reaktivieren die Schleuser im Mittelmeer bisherige Routen. Über Facebook-Gruppen kontaktieren sie Flüchtlinge – und bieten ihnen Überfahrten von der Türkei direkt nach Italien an.
Frederik Richter, Bassel Alhamdo
Ein typischer Dialog aus einer der Facebook-Gruppen, geführt in dieser Woche:
„4000 Dollar von Mersin nach Italien“, so das Angebot eines Schleusers. Mersin, der türkischen Hafenstadt.
Rückfrage: „Wann geht es los?“
Antwort des Schleusers: „Am Samstag, so Gott will.“
Frage: „Wo zahlt man?“
„Im Versicherungsbüro.”
Der Hafen von Mersin, nahe an Syrien gelegen, war vor allem im Jahr 2014 ein Knotenpunkt der Schleuser. Kaufleute aus der syrischen Schifffahrt, teilweise selbst vor dem Krieg geflohen, organisierten von hier aus sogar große Frachtschiffe für hunderte Flüchtlinge. Flüchtlinge konnten in einem Versicherungsbüro die Überfahrt buchen wie die Reise auf einem Kreuzfahrtschiff. Die Schleuser organisierten die Fahrt zum Hafen und das Übersetzen auf die vor der Küste wartenden Frachter. Correctiv.org deckte die Hintergründe und die Verbindungen der Schleuser in den Drogen- und Waffenschmuggel in einer monatelangen Recherche auf.
Quelle: NZZ
Nur scheinbare Normalität auf Lesbos
Auf den griechischen Ägäisinseln hat der Migrationsdruck nachgelassen. Doch schafft der Pakt mit der Türkei unhaltbare Zustände.
von Marco Kauffmann Bossart, Mytilene
Der Ausnahmezustand in Mytilene ist beendet. Im putzigen Hafen der Inselhauptstadt von Lesbos, wo vor kurzem noch Hunderte von Flüchtlingen in langen Kolonnen für Fähren-Tickets nach Piräus anstanden oder vor ihren Zelten Feuer gegen die Kälte entfachten, nimmt das Leben wieder seinen gewohnten Lauf. Einheimische sitzen in Cafés, eine ausländische Wandergruppe marschiert gutgelaunt und zielstrebig der Hafenpromenade entlang.
Gleichwohl sind die Spuren der Flüchtlingskrise, die Lesbos wegen seiner Nähe zum türkischen Festland mit voller Wucht traf, allgegenwärtig. Flankiert von der «Protector», einem Patrouillenboot der britischen Küstenwache, ankern an der Hafenmole konfiszierte Schiffe. In die «Bl. Foca» oder die «Amiralin», zwei schäbige Fischerboote, pferchten Schleuser über 200 Flüchtlinge. Im unteren Deck zeugt ein Durcheinander oranger Schwimmwesten von der gefährlichen Überfahrt.
Quelle: Die Welt
Eigentlich hatte die EU-Grenzschutzagentur Frontex um 1500 Polizisten gebeten, um den Flüchtlingsdeal mit der Türkei ab morgen umzusetzen. Doch die Europäer drücken sich um die Entsendung der Beamten.
Unmittelbar vor dem geplanten Start der Rückführungen der ersten Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei verfügt die EU-Grenzschutzagentur Frontex nicht einmal über die Hälfte der erforderlichen Polizisten. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage der „Welt am Sonntag“: „Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) haben bislang die Entsendung von fast 700 Beamten und von 44 Rückführungsexperten zugesagt.“ Die Ersten von ihnen sollen am Wochenende vor Ort eintreffen. Die Zahl bleibt jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück: Frontex hatte Mitte März 1500 Polizisten sowie 50 Rückführungsexperten angefordert.
Quelle: Zeit Online
Die Umsetzung des EU-Türkei-Deals beginnt: Zwei Schiffe sollen die ersten 750 Migranten in die Türkei bringen. In Deutschland werden dann erste Flüchtlinge erwartet.
Zwei Tage vor dem offiziellen Start der geplanten Abschiebung von Flüchtlingen und Migranten von Griechenland in die Türkei sind erste Details bekannt geworden. Der Plan der griechischen Küstenwache und der europäischen Grenzschutzagentur Frontex sieht vor, dass von Montag bis einschließlich Mittwoch rund 750 Asylsuchende an Bord von zwei türkischen Schiffen aus der griechischen Stadt Mytilini, dem Hauptort von Lesbos, in den türkischen Hafen von Dikili gebracht werden. Dies berichtete die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA unter Berufung auf Regierungskreise.
Quelle: The Guardian
Rival ethnic groups clash in Piraeus and 800 break out of detention centre on Chios as EU deal brings desperation
The Greek government is bracing itself for violence ahead of the European Union implementing a landmark deal that, from Monday, will see Syrian refugees and migrants being deported back to Turkey en masse.
Rioting and rebellion by thousands of entrapped refugees across Greece has triggered mounting fears in Athens over the practicality of enforcing an agreement already marred by growing concerns over its legality. Islands have become flashpoints, with as many as 800 people breaking out of a detention centre on Chios on Friday.
Some 750 migrants are set to be sent back between Monday and Wednesday from the island of Lesbos to the Turkish port of Dikili.
Collection on relevant news: Week #15/2016 (3.4.2016)
In any case check Twitter #RefugeesGr & #Idomeni.
Aegean Sea & Islands:
- 1/4 UNHCR statement on the beginning of returning procedures “ UNHCR calls for safeguards to be in place before returns begin“:
http://www.unhcr.org/56fe78c56.html - 1/4 reports from Lesvos, how Frontex and officals treat arrving people and what volunteers do:
https://www.facebook.com/solidarityplatanos - 1/4 „EU-Turkey refugee deal: staff shortages and rights concerns pose twin threat“:
http://www.theguardian.com/world/2016/ - 3/4 „Greece on brink of chaos as refugees riot over forced return to Turkey“ – Also about the break out of 800 people from Chios detention center:
http://www.theguardian.com/world/2016/ - 2/4 Arrivals on the 2nd. About 566 in 24 hours on several islands:
http://sirma.info/wp/nees-roes-prosfigon-pros-ta-nisia/ - 3/4 Greek article about occupation of Chios port after break out. 50 of the 800 occupators got convinced by police to leave the port:
http://sportreport.gr/wordpress/
& also english article & information about it:
http://greecetour.oplatz.net/prison-outbreak-on-chios-island/
http://www.ibtimes.co.uk/greece
https://refugeetrail.wordpress.com/ - 2/4 Monday the 4th the first deporations from the islands to Turkey are planed:
http://www.presstv.ir/Detail/
http://www.abc.net.au/news/ - 2/4 (German) Many details about how procedure will go on form Monday starting to deport in the first place 750 people. 2 different ferrys will proceed the deportations from Mitilini to Turkey. Every migrant will get accompanied by one cop. So the greek little ferry will take in the first round 50 migrants and 50 police officers. The Turkish ferry ( Katamaran Nazli Jale) is bigger and will take 2x 100. Its planed to start Monday at around 10:00. Furthermore the article states, that Germany (1.600) and Netherland will take in the first migrants according to the agreed on deal.
http://www.zeit.de/politik/ausland/ - 2/4 Paper handed out to arriving migrants:
https://twitter.com/wileikelboom/status/
Quelle: Migrant Report
Deadly Week off Libya 160 Feared Drowned
More than 160 migrants are feared to have perished off Libya this week in two separate accidents off the coast of Zawiya, a coastal town that has become the new focal point for departures from the North African coast.
On March 30, the Libyan coastguard and an Italian tug boat rescued more than 170 people from two separate boats that ran into trouble around 12 miles off Zawiya. One of the boats had deflated with 140 people on board, while the other collapsed, spilling most of the 85 people on board into the sea.
Nahe der westlybischen Stadt Zawiya, aus der oft Boat-people Richtung Italien starten, hat es in den ersten Morgenstunden des 02.04.2017 einen Ausbruch aus einem furchtbaren Flüchtlingsmassengefängnis gegeben. In dem Gefängnis sollen 15.000 Flüchtlinge und MigrantInnen festgehalten worden sein. Als sie ausbrachen, feuerten die Bewacher mit Schusswaffen auf die Flüchtenden, erschossen mindestens 5 und verletzten 15 von ihnen. Die Bewaffneten gehören zur Al Nasser Miliz, die auch die nahen Erdölraffinerien „beschützen“.
Quelle: Migrant Report
LIBYA: Five Migrants Dead, 15 Injured After Detention Centre Escape
At least five African migrants are dead and 15 injured, some of them seriously after guards at a detention in the coastal town of Zawiya opened fire during a mass escape early on Saturday morning.