In den letzten 3 Monaten sind 400 subsaharische Flüchtlinge aus Marokko bei Gibraltar nach Andalusien übergesetzt. Nach Polizei- und Abschiebehaft werden sie mit einer Ausreiseaufforderung freigelassen.
Naima Benouaret veröffentlicht in der Tageszeitung El Watan (03.12.2012) und auf http://www.algeria-watch.org/fr/article/pol/migration/humiliation_algeriens.htm Interviews und Reportagen zur Situation algerischer Harragas in der spanischen Enklave Melilla. Auch wenn der Ansatz der Autorin anscheinend auch darauf zielt, die kommerzielle Fluchthilfe und die korrupten Botschaftsangestellten und Beamten in Spanien blosszustellen, bieten die Interviews und Reportagen doch interessante Details zu den Fluchtmöglichkeiten aus Algerien. Außerdem stellen sie die soziale Brutalität des europäischen Abschiebe- und Abschreckungssystems dar.
Témoignages de harraga algériens: rencontres dans l’enclave espagnole de Melilla
le 03.12.12 | 10h00
Billel. 25 ans, originaire du quartier«les allemands» de Annaba
«J’étais parmi un groupe de 25 harraga qui a pu atteindre l’île de la Sardaigne en 2010. Nous avons été interceptés et arrêtés par les garde-côtes sardes. J’ai été placé au centre de rétention de Cagliari où j’ai passé un mois avant d’être transféré vers le centre de Gorizia, aux frontières italo-slovènes. J’y ai passé un mois avant mon transfert vers Rome d’où j’ai été rapatrié en Algérie à bord d’un vol Rome-Alger. Je suis rentré à Annaba et j’y suis resté près de deux ans avant de plier bagage et repartir. Cette fois, la destination était la ville marocaine de Tanger. Mon séjour a duré près d’un mois, le temps de préparer le nouveau voyage. Le trajet Alger-Bni Ansar m’a coûté au total environ 120 000 DA. C’est un contact algérois qui a tout arrangé. Voilà un mois et demi que je suis arrivé à Melilla que j’ai pu atteindre à la nage. De Bni Ansar au port de Melilla à la nage.»
Wie Mediapart aufgrund eines Reports von Menschenrechtsorganisationen am 20.11.2012 berichtet, befinden sich die tunesischen Staatsangehörigen im Jahr 2011 an 1. Stelle in den Abschiebegefängnissen Frankreichs.
5.474 TunesierInnen wurden in französischen Abschiebegefängnissen festgehalten, damit wuchs ihr Anteil im Vergleich zum Vorjahr von 9,5 auf 22,6 Prozent. An 2. und 3. Stelle befinden sich Staatsangehörige aus Marokko und Algerien.
In dem Report sieht man in diesen Fakten die Antwort Frankreichs auf die Revolution in Tunesien.
„La France offrirait de réviser la dette du Maroc contre son aide au nord Mali“
vollständiger Artikel:
http://www.emarrakech.info/La-France-offrirait-de-reviser-la-dette-du-Maroc-contre-son-aide-au-nord-Mali_a64908.html
Nach Angaben der konservativen Tageszeitung ABC vom 10.11.2012 hat die spanische Regierung – im Unterschied zu den italienischen und griechischen Regierungen – keine Verlängerung von Frontex / Indalo in die Wintermonate hinein beantragt. Die von Spanien beherbergte Frontex / Indalo Operation lief Ende Oktober 2012 aus. Dem Artikel ist zudem zu entnehmen, dass schon zuvor die Provinz Alicante nicht an der Frontex-Operation teilgenommen hat.
Ob es Differenzen zwischen Spanien und Frontex / Indalo gegeben hat, oder ob Spanien wegen der Euro-Krise aus manchen EU-Projekten ausschert, ist nicht zu erkennen.
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Die Abschiebeknäste in Algeciras und Tarifa, in die die verhafteten Boat-people in Andalusien gebracht werden, sind masslos überfüllt. Die Haftbedingungen sind auch nach offiziösen Darstellungen menschenunwürdig.
Erneut sind Flüchtlinge und MigrantInnen in der Straße von Gibraltar ertrunken. Inzwischen beteiligen sich Frachtschiffe an eigenständigen Rettungsversuchen. Ein Frachtschiff unter Panama-Flagge hat zwei Überlebende eines Schiffsunglücks am 08.11.2012 an Bord genommen. Drei Personen werden vermisst. Ein Toter eines anderen Boots wurde von einem Frachtschiff 12 Meilen südwestlich von Tarifa entdeckt. (Die Strömung treibt Boote wie Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer auf den Atlantik.)
Trasladan a Málaga a dos supervivientes de una patera
Sur, J. C., 2012-11-09
Un mercante de bandera panameña rescató ayer a dos supervivientes de la patera que naufragó el miércoles en el Estrecho. El buque trasladó a los inmigrantes al puerto de Málaga, adonde tenía previsto arribar anoche. Salvamento Marítimo sigue buscando a otros tres ocupantes de la embarcación, que al cierre de esta edición continuaban desaparecidos.
Am Morgen des 09.11.2012 haben 100 Flüchtlinge und MigrantInnen vergeblich versucht, den EU-Zaun in der Nähe des Grenzübergangs Farhana zu überwinden. Marokkanische und spanische Polizei haben sie zurückgeschlagen.
Unos cien inmigrantes tratan de entrar a Melilla pero son repelidos
Un grupo de unos cien inmigrantes subsaharianos ha protagonizado hoy un nuevo intento de entrada a Melilla a través de la valla perimetral, pero han sido finalmente repelidos por la Guardia Civil con la colaboración de la Policía marroquí.
Entsprechend der These, dass hinter den Boat-people organisierende „kriminelle“ Netze stünden, gehen die spanischen Polizeien zu Verhaftungen in den west- und zentralafrikanischen Communties in Andalusien über.
El Ideal, 21.11.2012:
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Die spanische Zeitung „ideal“ veröffentlicht am 03.11.2012 eine Zusammenfassung über die Operation Indalo (Leitung: Frontex) im laufenden Jahr 2012, gestützt auf die Nachrichtenagentur EFE. Demnach haben die Guardia Civil und die spanische Nationale Polizei seit Mai 2012 im Rahmen dieser Operation 35 (kommerzielle?) FluchthelferInnen festgenommen, die Boat-people geholfen haben sollen.
Ein Flugzeug von Frontex / Indalo hatte am 27.10.2012 ein Flüchtlingsboot überflogen, das überladen war, Hilfe brauchte – über 50 Personen dieses Boots ertranken anschließend. Die spanische Küstenwache und Überlebende hatten sich beschwert, dass Indalo / Frontex nach dem Überfliegen und Fotografieren des Boots in Seenot nicht oder nicht rechtzeitig die Rettungsdienste informiert hatte.
Bei dem Überwachungsflugzeug hatte es sich um ein deutsches oder ein maltesisches Flugzeug gehandelt. – Im vorliegenden Zeitungsbericht heisst es, dass sich an Indalo im Jahr 2012 Einsatzkräfte und -flugzeuge aus „España, Eslovaquia, Italia, Islandia, Luxemburgo, Bélgica, Francia y Portugal“ unter Leitung von Frontex beteiligten.