Libyan jets continue border sweeps over the south
Tripoli, 19 December:
Libyan warplanes are currently sweeping the areas along Libya’s southern borders, the military commander in Kufra Colonel Miftah Al-Abdali told the Libyan news agency today.
Al-Abdali said that the planes are carrying out sweeps from Libya’s border with Chad to Al-Uwaynat and Jabal Al-Malik, on the Egyptian border.
He added that the army is in control of these areas and that the purpose of the air operations was to secure the borders and to stop people crossing the borders into Libya illegally.
The colonel confirmed that the operations he is directing are a part of the resolution passed by the General National Congress on Sunday declaring the south a closed military zone and temporarily closing border crossings with Sudan, Algeria, Chad and Niger.
Jet fighters from the Libyan air force struck a camp being used by suspected smugglers yesterday, the Libya Herald reported, although it is not clear if there were any casualties in the attack.
Last week, Prime Minister Ali Zeidan said that did not use official border posts to cross into Libya from neighbouring states would be “dealt with” by the armed forces.
http://fredw-catharsisours.blogspot.de/2012/12/libya-updates-for-december-19-2012-as.html
In Erwartung einer internationalen militärischen Intervention in Mali entwerfen „humanitäre“ Organisationen Szenarien der Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Die UN-nahen Diskussionen gehen von über 700.000 Flüchtlinge durch den erwarteten Militäreinsatz aus. Als Fluchtgründe werden genannt: Militärangriffe auf die Infrastruktur; Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung; Auslösung von „interethnischen“ Kämpfen.
http://www.irinnews.org/Report/97076/Mali-Humanitarian-impact-of-armed-intervention
Mali: Humanitarian impact of armed intervention
DAKAR, 18 December 2012 (IRIN) – Over 700,000 people could be displaced if military intervention goes ahead next year in northern Mali, according to preliminary estimates by humanitarian agencies, who stress that the numbers are just approximations.
This includes some 300,000 internally displaced Malians (a significant increase on the current 198,550) and 407,000 refugees (currently 156,819), most of them headed to Mauritania, Burkina Faso, Niger, Côte d’Ivoire, Guinea, Senegal and Algeria.
Seit der gestrigen Schließung der südlibyschen Grenzen steigen rasant die Lebensmittelpreise in den südlichen Anrainerstaaten. Die dortige Lebensmittelversorgung erfolgt zum Teil durch den grenzüberschreitenden Handel mit Libyen. Auch regt sich Unmut in den lokalen Bevölkerungen.
http://fr.allafrica.com/stories/201212180493.html
Auch wenn die über 4.000 km lange libysche Südgrenze quer durch Sahara derzeit noch nicht vollständig kontrolliert werden kann, wird die Situation für Grenzgänger und Transitflüchtlinge immer gefährlicher. Zeitgleich mit der Grenzschließung hat die libysche Regierung den Ausnahmezustand über Südlibyen verhängt und die Grenzregionen zu militärischen Sperrzonen erklärt. TransitmigrantInnen und -flüchtlinge wurden offiziell zu „Infiltranten“ erklärt. Internationale Beobachter setzen die libyschen Massnahmen in Verbindung mit der angekündigten und immer wieder verschobenen internationalen Militärintervention in Mali.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Schließung und Militarisierung der libyschen Südgrenzen und den laufenden EU-Frontex-Initiativen in Libyen? Siehe
https://archiv.ffm-online.org/2012/11/16/eu-militar-und-frontex-aufrustung-der-libyschen-grenzen/
Die Initiative AEC (Alternatives Espaces Citoyens) bringt nach einem Aufenthalt in der Wüste Ténéré (Nord-Niger, Grenzregion zu Libyen und Algerien) Filmaufnahmen und Interviews mit. Ein Dokumentarfilm (52 mm) mit Bericht entsteht in den kommenden Monaten. Aus dem Material vorab ein Kurzvideo „passagers du désert“: In Ténéré kreuzen sich die Wege der aus Libyen Abgeschobenen oder Geflüchteten und derjenigen, die auf dem Weg nach Libyen sind. Die Flüchtlinge und TransitmigrantInnen berichten über wachsende Gewalt der Polizeien, Militärs und Milizen gegen sie.
http://vimeo.com/55679594
http://www.lacimade.org/minisites/loujnatounkaranke
https://www.facebook.com/LoujnaTounkaranke
Libyen schließt seine gesamte Südgrenze in der Sahara. Sogar der grenzüberschreitende Warenverkehr wird auf unbestimmte Zeit gestoppt. Die südlichen libyschen Grenzregionen wurden zu militärischem Sperrgebiet erklärt. Die dortige Befehlsgewalt erhält ein Militärgouverneur. Er verfügt über Mittel des Ausnahmezustands und kann Verdächtige verhaften lassen.
Als Grund wird der erwartete Flüchtlingstreck nach Beginn der internationalen Militärintervention in Mali angegeben. Erst an 2. Stelle der Regierungs-Argumentation steht die Absicht, die grenzübergreifende Zirkulation von Terroristen zu unterbinden.
Mit diesem Beschluss ist die Möglichkeit gegeben, dass die libyschen Militärs in der Sahara Massenverhaftungen von Flüchtlingen und MigrantInnen vornehmen können. Der Aufbau von Massenlagern wäre die Folge.
Unklar ist es, wie sich die lokale Bevölkerung verhalten wird. Sie lebt in grenzüberschreitenden, mobilen Wirtschaftsformen.
Zur libyschen Schließung und Militarisierung der gesamten südlichen Grenzregionen siehe Le Quotidien d’Oran 18.12.2012:
http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5176910
Die algerische Tageszeitung El Watan (18.12.2012) betont, dass es im Süden innerhalb Libyens immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen ist:
Messages from the refugee protest camp Oranienplatz to the UNHCRr in Berlin
http://thevoiceforum.org/node/2981
„I don’t tell my story to receive compassion but because it’s the truth. No doubt about that I’ll still continue to fight.“
Seif Ibrahim had built his life in Lybia. As the uprising came he was kept in Bir el Ghanam by the Lybian governmental troops and like many Sudanese, was forced to enroll to fight the rebels. After he denied he was tortured for 22 days. During that time all the inmates were threatened by the soldiers to be raped. He was every day repeatedly drowned in water and beaten on every part of his body. The consequences of this torture continue to affect Seif today. He has broken teeth and often collapses and looses consciousness.
Lagezentren in Tripolis und Bengasi sichern die Integration in die EU-Grenzüberwachung.
Ein weiteres Abkommen soll Polizeiaufbau und Datentausch regeln
Die EU-Kommission verhandelt mit der libyschen Regierung über ein sogenanntes „Memorandum of Understanding“, um die polizeiliche und militärische Zusammenarbeit mit der Europäischen Union zu befördern. Die umrissenen Themen tangieren die Bereiche Inneres, Militär und Entwicklung: Die Rede ist von der Reaktion auf Konflikte und Katastrophen. Die Vokabeln legen nahe, dass Libyen damit auch in die „Gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik“ der EU eingebunden werden soll.
„Der Friedhof von Lampedusa“
The corpses that are arriving every day on the beaches Lampedusa have become an ordinary news item, as regular as a high tide. Italy is the landing zone for the boats of hope. Everyone knows where these migrants come from and why they are obliged to leave their homelands, but nobody does anything. Italy has been left alone to tackle the desperation of Africa, while Europe looks on, as though the tragedy didn’t have anything to do with the continent, as though it weren’t partially responsible with the plunder of African resources by the multinationals, with the sale of arms and the support of dictatorial governments, with non-intervention, with “lassez faire” in the face of an enormous tragedy like that of Darfur or with the neocolonial wars in Libya and elsewhere. Someone who flees from the inferno, ever more frequently, is ending up in Lampedusa’s cemetery that by now has no free spaces left.
„I’m the new mayor of the islands of Lampedusa and Linosa. I was elected in May and on 3 November 21 cadavers were consigned to me. These are people who have drowned while they were attempting to reach Lampedusa and for me this is something that is unbearable. For Lampedusa it’s an enormous burden of sadness.
http://www.jungewelt.de/2012/11-21/004.php
Libyen soll Europa bei Abschottung helfen
EU verhandelt über zivil-militärische Missionen und Einbindung des Landes in das EU-Grenzregime
Von Matthias Monroy
Die EU-Kommission will mit der amtierenden libyschen Regierung ein sogenanntes »Memorandum of Understanding« unterzeichnen. Das anvisierte Abkommen trägt den Titel »Krisenreaktion und Öffentliche Sicherheit« und wird im Rahmen der »Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik« der EU verhandelt.
Dies geht aus Dokumenten der Kommission hervor, die die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch im Internet veröffentlicht hat.
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