Während die Medien voll sind von Berichten über die hektischen und teils unausgegorenen Initiativen Macrons und der italienischen Regierung, hat der Mediendienst Integration einen zusammenfassenden Bericht auf seiner Homepage veröffentlicht.
Mediendienst Integration | 28.07.2017
Rund 93.000 Menschen haben seit Anfang des Jahres Italien über die zentrale Mittelmeer-Route erreicht. In etlichen Ländern Europas gibt es nun heftige Debatten – die Europäische Kommission will Migrationsbewegungen über das Mittelmeer einschränken. In einem Faktencheck beantwortet der MEDIENDIENST wichtige Fragen zur Lage im Mittelmeer.
KOMMEN DERZEIT BESONDERS VIELE „WIRTSCHAFTSMIGRANTEN“ AN?
Italiens Premierminister Paolo Gentiloni hat kürzlich behauptet, 85 Prozent der Menschen, die aus Afrika nach Europa kommen, seien keine Flüchtlinge, sondern „Wirtschaftsmigranten“. Aktuelle Zahlen widersprechen jedoch dieser Aussage: Der Anteil der Asylbewerber, die in Italien Schutz erhalten, liegt nach Angaben des dortigen Innenministeriums derzeit bei rund 40 Prozent. Zwar ist die Zahl der positiven Asylentscheidungen zuletzt gesunken. Doch das sei kein Indiz dafür, dass die überwiegende Mehrheit der Antragsteller „Wirtschaftsmigranten“ seien, sagten Anwälte der italienischen Flüchtlingsorganisation „Diritti e Frontiere“ dem MEDIENDIENST. Viele negative Beschlüsse der zuständigen Behörden würden von den Gerichten gekippt.