Quelle: Junge Welt
In der Belgrader Innenstadt warten Hunderte Menschen auf eine passende Gelegenheit, um nach Westeuropa zu gelangen.
Von Roland Zschächner
Es sind die letzten warmen Septembertage diesen Jahres in Belgrad. Der Park nahe dem Haupt- und Busbahnhof füllt sich zur Mittagszeit, als sich 200 Menschen vor einer kleinen Holzhütte in eine Schlage einreihen, um eine warme Mahlzeit zu bekommen. Nur wer sich eine Nummer von einem der freiwilligen Helfer abgeholt hat, erhält eine Styroporpackung mit Bohnen und Reis. Familien sitzen auf den Bänken und essen, Männer hocken in kleinen Gruppen auf dem Boden.
Serbien ist für viele Flüchtlinge ein Transitland – eine kurze Etappe auf dem Weg nach Westeuropa. Doch seitdem die Europäische Union ihren Pakt mit der Türkei geschlossen und die Grenzen dichtgemacht hat, ist das Land zu einem Auffanglager geworden. Täglich erreichen nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR cirka 200 Menschen Serbien.