Quelle: Die Welt
Die EU hat die Kontrollen vor Libyen verstärkt. Die Flüchtlinge weichen nun vermehrt auf Ägypten aus, um nach Italien zu gelangen. Vor Ort profitiert eine Gruppe besonders vom Leid der Menschen.
Ibrahim sitzt am Strand und schaut den Fischerbooten zu, die an ihm vorbeifahren. Hier, auf halbem Weg zwischen Alexandria und Damiette, ist der Sand am feinsten, das Mittelmeer am ruhigsten. Der 54-Jährige, der eine braune Dschallabija trägt, das traditionell knöchellange Gewand ägyptischer Männer, schaut versonnen auf das Wasser.
Wie eine Perlenkette reiht sich ein Boot an das andere und fährt hinaus aufs offene Meer. Fischen am helllichten Tag? „Nein“, antwortet Ibrahim, „die Boote transportieren Flüchtlinge.“
