15. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Bericht und Presse Erklärung Choucha · Kategorien: Tunesien · Tags: , , ,

Choucha – Monastir 11.-13.07.2012

On the 11th of July 2012, a delegation of eleven activists from nine African and European countries went to the refugee camp of Choucha at the Tunisian/Libyan border. We wanted to invite eight representatives of different communities to Monastir, where a Forum is going on to prepare the World Social Forum, which will take place in Tunisia in 2013.
Our delegation was prevented by the military to enter the camp and we got to know that the UNHCR had called the Tunisian Ministry of Defense to do so. It was announced in the media, that visits to the camp are only possible with an official permission of this ministry. We explained to the soldiers that we wanted to talk to refugees officially invited some weeks ago by the Forum to come to Monastir and to arrange their transport. We were asked to give them the names of these refugees, but we refused and called them on our own. We could meet the refugees under the trees in front of the camp, but some of those who were invited, could not go to Monastir because of appointments with the UNHCR or dared not to go because of fear to be punished, others could not be reached by phone. After some discussions, eight people decided to go and represent the refugees of Choucha in Monastir: two women and one man from Ethopia, men from Chad, Sudan, Darfur, Somalia and Bangladesh, almost all of them rejected asylum seekers. Together with some of them, we wrote a press release about the actual situtation in Choucha, the struggles and the demands of the refugees (see attachment). On the way and during the Forum, the refugees told us their stories and about the unbearable conditions in the camp. They asked us urgently to support them in order to find a human solution for all of them, because they cannot stand it in this camp any more.
Together with the refugees, who had to return to Choucha today, we call on all of you to think about ways to put pressure on the governments of European states, to open their borders and, in cooperation with the UNCHR and the Tunisian government,  give protection, rights and human living conditions to all refugees and migrants. Camps like Choucha have to be closed down and freedom of movement must be a human right for everybody!
Boats4People and participants of the workshop „Migrants‘ rights“ on the 13th of July 2012 in Monastir

Presse-Erklärung:

Choucha pressrelease EN 2012 07 14
www.boats4people.org
www.voiceofchoucha.wordpress.com

15. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Bericht Tunis: Angehörige Verschwundener · Kategorien: Tunesien · Tags: , , , ,

Treffen mit den Angehörigen der Verschwundenen

Tunis 9.7.2012

Eine Gruppe von etwa 10 Frauen des Boats4People Projektes traf sich am ersten Projekttag in Tunis mit einer Gruppe von Müttern, Ehefrauen und Schwestern (und zwei Vätern), sowie mit Frauen des italienischen feministischen Kollektivs »Il Venticinque Undici« (die „25 11“, benannt nach dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen). Es ging einerseits um ihre Kämpfe und Forderungen und andererseits um Aktionsideen für die Woche. Weiterlesen »

12. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Schiffstragödie 55 tote Boat-people – Presseecho (1) · Kategorien: Eritrea, Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , , , , ,

Frankfurter Rundschau 13.07.2012
Flüchtlinge Mittelmeer. Alle in einem Boot
Von Thomas Schmid
„Zwei Schwestern und der ältere Bruder von Abbas […] ertranken im Mittelmeer. Nur er überlebte.
Ein fast schon alltäglicher Vorfall: Im Mittelmeer ertranken 55 Flüchtlinge. Aber diesmal ist eins anders: Einer überlebte – und legt Zeugnis ab.“

Vollständiger Artikel:

http://www.fr-online.de/meinung/fluechtlinge-mittelmeer-alle-in-einem-boot,1472602,16609020.html

12. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Kommuniqué Nr. 6 · Kategorien: Tunesien · Tags: ,

B4p Kommuniqué Nr 6 DE

Boats 4 PeopleKommuniqué Nr. 6

In Tunesien gemeinsam für die Bewegungsfreiheit!

Nach einem Beobachtungsaufenthalt auf der süditalienischen Insel Pantelleria ist das Schiff Oloferne, das die erste Aktion von Boats4people voranbringt, am Mittwoch, 10. Juli 2012, im Hafen von Monastir angekommen. Gleichzeitig sind zwei Delegationen von Boats4people nach Tunesien gefahren. Eine hat sich zum Krankenhaus in Zarzis aufgemacht, um den einzigen Überlebenden des Schiffsunglücks von über 50 Flüchtlingen vor Libyen zu treffen. Die zweite Delegation ist zum Lager Choucha gefahren, um dort die Forderungen der Flüchtlinge aufzunehmen. Die Aussagen des Überlebenden und diese Forderungen werden auf das Vorbereitungstreffen des Weltsozialforums gebracht, das vom 12. bis 17. Juli in Monastir tagt.

Der 13. Juli wird dort der Migration gewidmet sein, und wir werden eine Vollversammlung des Vorbreitungstreffens zu den Themen Grenzschließung und Bewegungsfreiheit abhalten. Auf diese Versammlung folgen zwei Workshops zur Mobilisierung von Flüchtlingen und MigrantInnen im Maghreb und zu Mobilisierungen dagegen, dass an den Grenzen Flüchtlinge und MigrantInnen sterben oder verschwinden. All das läuft von 9:00 bis 17:30 Uhr an der Fakultät für Biotechnologie in Monastir.

Das Schiff Oloferne wird danach zur Stadt Ksibet el Mediouni weiterfahren, die für die zahlreichen Boots-Abfahrten Richtung europäischen Kontinent bekannt ist. Wir laden Sie zu einer Presse-konferenz ein, die am kommenden Freitag, 13. Juli, um 19:00 im Hafen Ksibet el Mediouni stattfinden wird.

Nach der Pressekonferenz wird es eine Aktion zum Gedenken an diejenigen geben, die im Meer gestorben oder verschwunden sind, und eine Filmvorführung mit Diskussion zum Thema.

Diese Konferenz wird die Gelegenheit bieten, nach den ersten Abschnitten der Boats4people-Kampagne im Jahr 2012 Bilanz zu ziehen und sie unter den beiden Themen der dramatischen Folgen der Grenzschließung sowie der Reisefreiheit auszuwerten.

Die Oloferne wird dann wieder in See stechen, zur letzten Etappe: nach Lampedusa.

Pressekontakte:

Alessandra Capodanno (Italienisch): + 216 95 83 13 38

Nicanor Haon (Spanisch / Englisch / Französisch): +216 52 70 18 71

Hamadi Zribi (Arabisch): + 216 20 16 97 15

Kontakt deutschsprachiges Presse-Team: b4p-de@so36.net

Handy Tunesien 00216 – 27 736 438

Helmut Dietrich 0049 – (0)176 358 77 605

Matthias Monroy Dieter A. Behr 0043 – 650 343 8378

Mehr Infos unter:

Twitter und Facebook:Boats 4 People

12. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Video Interview mit dem einzigen Überlebenden des Boots mit 56 Flüchtlingen · Kategorien: Eritrea, Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , , , , , , ,

Aussage von Abbas […] – dem einzigen Überlebenden der Boot-Tragödie mit 56 Passagieren („Testimony of Abbas Satou – Sole survivor of 56 in migrant boat tragedy“)

von Charles Heller

Interview geführt am 11.07.2012 im Krankenhaus von Zarzis,

im Rahmen der Boats4People Kampagne und des ERC-geförderten Forensic Architecture Forschungsprojekts an der Goldsmiths University, London.

Interview von Lorenzo Pezzani, organisiert von Farouk Ben Lhiba und gefilmt von Charles Heller.

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Artikel des Guardian (11.07.2012), in dem auf das Interview von Boats4People eingegangen wird:

http://www.guardian.co.uk/world/2012/jul/11/asylum-seekers-dead-mediterranean-italy

11. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Monastir Programm · Kategorien: Tunesien · Tags: , ,

Quelques infos utiles sur Monastir.

12/07, à partir de 17h00-à Birat (Monastir) : ouverture des 5 jours de rencontres dans le cadre de la mobilisation pour le forum social mondial-Tunisie 2013 : prises de parole et concert

13/07 :
.9h00 -17h00  à l’institut supérieure de biotechnologie de Monastir-journée migration (voir le programme revu en pièce jointe)
. A partir de 17h : convoyage vers le port de Ksibet Madiouni pour l’arrivée de la flotille Boats 4 People
. 19h : arrivée de la flottille et conférence de presse
. A partir de 20h : Performance, projection-débat, lancé de lanternes célestes en mémoire des disparu.e.s en mer, etc.

Detailliertes Programm:

Monastir Programme FR

11. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Kommunique Nr. 5 · Kategorien: Eritrea, Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , , , ,

Boats4People Kommuniqué Nr. 5

Eine Delegation trifft den einzigen Überlebenden der Schiffstragödie, die 55 Menschenleben gekostet hat

Zarzis, 11. Juli 2012

Ein Jahr und ein paar Monate nach dem Vorfall, der als „left-to-die-boat“ zu internationaler Empörung geführt hat, ist es zu einem neuen ähnlich dramatischen Vorfall gekommen. Das zeigt, dass trotz veränderter politischer Grosswetterlage weiterhin Flüchtlinge und MigrantInnen unter entsetzlichen Umständen im Mittelmeer sterben.

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11. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Bericht Tunis 08.-10.07.2012 · Kategorien: Tunesien · Tags: ,

Boats4People-Bericht von der Station in Tunis (8. bis 10. Juli 2012)

Sonntag, 8. Juli: Rückschiebung verhindert und Koordinationstreffen
Der Tag begann morgens mit einer schlechten Nachricht: Unserem jungen senegalesischen Freund, der sich schon an der Westafrika-Karawane 2011 beteiligt hatte, wurde bei Ankunft aus Dakar von der Grenzpolizei am Flughafen in Tunis die Einreise verweigert. Er fiel unter den Generalverdacht gegenüber vielen subsaharischen Reisenden, sich angeblich nur zur Durch- bzw. Weiterreise nach Europa in Tunesien aufhalten zu wollen. Weder der Nachweis einer Hotelbuchung noch der wiederholte Hinweis auf seine Beteiligung am Treffen des Weltsozialforum konnte die Behörden zunächst umstimmen: unser Mitstreiter sollte am gleichen Abend wieder zurückgeschoben werden. Er saß sogar schon im Flugzeug nach Dakar, als durch die Präsenz und den Protest von einer Gruppe von B4P-AktivstInnen im Flughafen sowie schließlich mittels einer von einem Gewerkschafter offiziell überbrachten Einladung nach Monastir der senegalesische Freund in letzter Minute – und ohne Gepäck – doch noch einreisen konnte und seitdem Teil der transnationalen Reisegruppe ist.
Diese Gruppe war in Tunis nun auf ca. 50 Personen angewachsen und der Sonntag diente vor allem der Koordination und Vorbereitung der nächsten beiden Tage. Nach internen und informellen Treffen gab es abends eine gemeinsame Versammlung mit unseren tunesischen FreundInnen vom Psycho-Club. Dies ist eine Gruppe von vor allem Psychologie-StudentInnen, die sich am Boats4People-Projekt beteiligen und die u.a. selbst mehrfach in die Camps nach Choucha gereist waren, um die dortigen Flüchtlinge und MigrantInnen zu unterstützen. Psycho-Club hatte auch Räume und Workshops für eine kleine Konferenz am nächsten Tag vorbereitet.
Zudem beteiligten sich am Sonntag einige Frauen der B4P-Gruppe an einem Treffen einer italienischen Frauengruppe und tunesischen Müttern bzw. Angehörigen von Verschwundenen, die u.a. zusammen eine Protestwoche in Tunis vorbereiteten.

Montag, 9. Juli: Protest der Mütter und Konferenz
Um 10 Uhr war vor dem Ministerium für Soziales eine Kundgebung der Mütter von Verschwundenen angekündigt, und ein Teil der B4P-Gruppe beteiligte und unterstützte diesen Protest mit Transparenten und dem Verteilen unserer dazu passenden B4P-Flyer und Postkarten.
Leider hatten wir und auch der Psycho-Club zu kurzfristig von dieser Aktion erfahren, und für 10 Uhr (bis 14 Uhr) waren gleichzeitig die Räume für die Konferenz gebucht und diese auch öffentlich angekündigt. Insofern begann diese zur gleichen Zeit mit Workshops und Beiträgen über die EU-Migrationspolitik, deren Auswirkungen auf Länder wie Tunesien sowie zur Situation in den Lagern von Choucha. In einem zweiten Teil dieser Konferenz kamen dann bis zu 80 Leute – darunter rund 20 tunesische Interessierte – zu einer Versammlung zusammen, in der über Kämpfe und Widerstand gegen das Grenzregime berichtet und diskutiert wurde. Neben der Vorstellung von lokalen Protesten und von einigen transnationalen Projekten und Kampagnen ging es auch um das Verständnis von Kämpfen. Ist allein der Umstand, ein Harraga zu sein und damit ganz praktisch das Grenzregime zu unterwandern, nicht auch Kampf? Auch wenn sich diese soziale Bewegung nicht unmittelbar politisch artikuliert. Oder ist es weniger ein Kampf sondern eher Verzweiflung, sich „ins Meer zu stürzen“ und dabei womöglich zu sterben? Schließlich wurde die Frage einer gemeinsamen Kampagne zur Abschaffung der Visumspflicht im mediterranen Raum aufgeworfen sowie  aus unterschiedlichen Positionen die von der tunesischen Regierung aktuell beabsichtigte Grenz“öffnung“ (Erleichterung der Reisefreiheit und kommunales Wahlrecht) innerhalb des Maghreb kommentiert. Beides konnte aus Zeitmangel zum Ende der Konferenz leider nicht weitergehend diskutiert werden.

Dienstag, 10. Juli: vertiefende Debatte und Premiere des Theaterstückes
Am frühen Morgen reiste eine Delegation aus unserer B4P-Reisegruppe – mit 10 Aktiven aus 9 verschiedenen Ländern! – nach Choucha. Sie wollen dort die Anreise und Teilnahme von Flüchtlingen und MigrantInnen aus den Lagern beim Treffen des Weltsozialforums in Monastir koordinieren.
Die beiden Fragen am Ende der Konferenz vom Vortag, also zu einer möglichen Kampagne gegen das Visumsregime sowie die Positionen zur Grenzöffnung im Maghreb, wurden am Vormittag in einem kleineren Treffen nochmals aufgegriffen und vertieft. Das war damit verbunden, dass in erster Linie die FreundInnen des Psycho-Club Gelegenheit bekommen sollten, ihre Einschätzungen und Positionen etwas ausführlicher darzustellen als es am Vortag möglich war.
Bezüglich der Grenzöffnung im Maghreb und der ablehnenden Stimmung wurde erläutert, dass viele Menschen in Tunesien der Regierung grundsätzlich misstrauen würden, dass manche die einseitigen Öffnungen in Tunesien (ohne gleichzeitige Erleichterungen in den andere Maghrebländern) falsch finden, dass es protektionistische Gegenargumentationen gebe (zu wenig Arbeitsplätze für TunesierInnen und dann noch mehr Konkurrenz) bis hin zur Befürchtung, dass der fundamental-islamische Einfluss (z.B. aus Algerien) damit zunehmen könnte. Es würden Informationen und auch eine ausgewogene öffentliche Diskussion fehlen, um diesen eigentlich sinnvollen Schritt zu einer Maghreb-Union zu vermitteln …
Zur Frage einer Kampagne gegen die Visumspflicht wurde angemerkt, dass Migration und die Forderung nach Bewegungsfreiheit in der tunesischen Gesellschaft ein breites und wichtiges Thema sei. StudentInnen seien zudem mit für die meisten unbezahlbaren Gebühren auf Universitäten in Europa konfrontiert, sogar Geschäftsleute würden den rassistischen Ausschluss durch die Visumspolitik immer wieder bei Kontrollen und willkürlichen Rückweisungen erleben. Aber es sollte nicht vergessen werden, dass auch ohne Visapflicht viele TunesierInnen nicht reisen könnten, weil sie nur über ein ganz prekäres Einkommen verfügen und schlicht das Geld nicht hätten. Es gab Einigkeit, dass die Öffnung der Grenzen nach Europa natürlich nicht alle Probleme lösen würde und dass eine Kampagne gegen das Visumsregime die Prekarisierung und den sozialen Ausschluss großer Teile der Bevölkerung mit thematisieren müsse. Dass wir solch eine Kampagne als Teil einer grundlegenden Transformation der Gesellschaften verstehen…
Zudem müssten einige Fallstricke beachtet werden: Die EU bietet durchaus Visa-Erleichterungen an, aber damit verbunden sind verschiedene Bedingungen. Geschäftsleute und StudentInnen sollen im Rahmen sogenannter Mobilitätspartnerschaften einfacher Zugang bekommen, in Europa benötigte Arbeitskräfte können temporär einreisen. Und solche Erleichterungen werden zudem noch an die Bedingung geknüpft, dass die tunesische Regierung die Migrationskontrolle gegenüber dem subsaharischen Afrika verschärft. Insofern besteht die Gefahr, dass Visa-Erleichterungen mit neuen Spaltungen erkauft werden und wir müssen in einer möglichen Kampagne deutlich machen, dass wir eine bedingungslose Abschaffung des Visumregimes fordern und diese für uns im Rahmen des Kampfes um globale Bewegungsfreiheit steht.
Praktisch stellt sich die Frage, wie eine Sensibilisierungskampagne aussehen könnte, und dass dafür neue kreative Aktionsformen zu entwickeln wären. Denn Demonstrationen und Streiks gebe es jeden Tag, oft mit brutalen Konfrontationen mit der Polizei verbunden, was vielen Menschen Angst mache. Wie ließe sich in Stadtteilen eine solche Kampagne bekanntmachen und mobilisieren? Wäre eine Infotour oder Karawane durch verschieden Städte eine Möglichkeit? Mit diesen Fragen ging diese spannende und vertiefende Diskussionsrunde zunächst zu Ende, und Vorschlag war, in Monastir in den kommenden Tagen zu versuchen, daran anzuknüpfen.
Am Abend des Dienstags hatte schließlich in einer Bar auf der Dachetage in der Nähe der Kasbah (und damit mit tollem Blick auf die Altstadt von Tunis) das von einigen B4P-AktivistInnen aus Berlin vorbereitete Theaterstück Premiere. Mit einfachen Mitteln – und damit quasi überall aufführbar – wird die Geschichte von zwei Harragas vor dem Hintergrund der tunesischen Revolution nachgespielt. Eine tolle Uraufführung mit einer beeindruckenden Darstellung unseres tunesischen Mitstreiters, die hoffentlich in Monastir und darüberhinaus zu Folgevorstellungen führen wird…

11. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Juni 2012: 112 Harraga in Tunesien polizeilich an der Ausreise gehindert · Kategorien: Tunesien · Tags: ,

Das tunesische Innenministerium hat bekannt gegeben, dass im Juni 2012 13 Emigrationsversuche von Harraga verhindert worden seien. 112 „Klandestine“ seien dabei festgenommen worden, alle bis auf einen TunesierInnen. Fünf „Schlepper“ wurden verhaftet und 3 Boote, z.T. Fischerboote, beschlagnahmt.

Die Emigrationsorte lagen an sechst verschiedenen Küstenorten.

http://www.tunisienumerique.com/tunisie-immigration-clandestine-13-tentatives-avortees-en-juin-dernier/133883

10. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für 54 eritreische Boat-people nach Schiffbruch vor Italien verdurstet! · Kategorien: Eritrea, Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , ,

Erneut grosse Schiffstragödie im Mittelmeer: 15 Tage in der am dichtesten überwachten EU-Abschottungszone ohne Rettung! Weiteres Boot mit 50 Flüchtlingen unterwegs!

Die Flüchtlinge sind in Tripolis Richtung Italien losgefahren. Der UNHCR spricht von 54 Toten. Der einzige Überlebende ist ein Eritreer, der von dem Massensterben an Bord berichtet hat.

Der UNHCR Vertreter T. Alexander Aleinikoff – stellvertretender Leiter in Tunesien – hat ihn interviewt und ist damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Der eritreische Flüchtling hat im Laufe von 15 Tagen nach und nach seine Mitreisenden verdursten sehen. Als das Boot schliesslich unterging, hat er sich an einen leeren schwimmenden Benzinkanister klammern und weitere Tage auf See aushalten können. Der Überlebende wurde von tunesischen Fischern Montagabend gerettet und sofort dann von der tunesischen Küstenwache in das Krankenhaus von Zarzis gebracht.

Ende Juni ist er mit eritreischen und somalischen Flüchtlingen in Tripolis an Bord gegangen. Nach einem Tag hätten sie schon die italienische Küste gesehen. Aber dann haben die Winde sie zurückgetrieben, Richtung Tunesien. Nach ein paar Tagen hat das Schlauchboot Luft verloren. Das Trinkwasser war zuende gegangen. Auch Verwandte von ihm sind so allmählich verdurstet. Der UNHCR Vertreter hat darauf aufmerksam gemacht, dass das Mittelmeer eines der meistbefahrenen Meere der Welt ist und die bis in die Antike reichende Tradition der Rettung auf See respektiert wird.

Ein Boot mit 50 EritreerInnen und SomalierInnen ist immer noch auf See im Kanal von Sizilien, nachdem die Passagiere sich geweigert haben sollen, sich vom maltesischen Militär retten zu lassen.

Im Laufe des Jahres 2012 sind ca. 1.300 Boat-people aus Libyen nach Italien gelangt. Im selben Zeitraum sind ca. 1.000 Boat-people in 14 Anlandungen nach Malta gekommen.

Der UNHCR schätzt die Toten im Kanal von Sizilien in diesem Jahr auf ca. 170 Personen. Grundlage dieser Einschätzung sind die bekannt gewordenen Schiffbrüche. Die tatsächliche Zahl der Toten in diesem Jahr dürfte wesentlich höher sein.

UNHCR Italien, 10.07.2012:

http://www.unhcr.it/news/dir/26/view/1262/un-superstite-racconta-di-54-morti-in-mare-nel-tentativo-di-giungere-in-italia-dalla-libia-126200.html

Times of Malta, 10.07.2012, 22:22:

http://www.timesofmalta.com/articles/view/20120710/local/54-migrants-die-trying-to-reach-italy.428026

ANSA 10.07.2012, 23:03:

http://www.ansa.it/web/notizie/rubriche/cronaca/2012/07/10/Immigrazione-Unhcr-54-morti-mare-Libia-Italia-_7170375.html

Corriere della Sera, Redazione Online 10.07. 2012, 21:06:

http://www.corriere.it/cronache/12_luglio_10/immigrazione-unchr-morti-libia_a9529a8c-cabb-11e1-bea1-faca1801aa9d.shtml

La Repubblica 10.07.2012:

http://www.repubblica.it/solidarieta/immigrazione/2012/07/10/news/54_morti_in_mare_dalla_libia_un_superstite_racconta_di_54_morti_in_mare_nel_tentativo_di_giungere_in_italia_dalla_libia-38847692/?ref=HREA-1

Blog NCC News, 11.07.2012:

http://www.blogncc.com/10194/gommone-dalla-libia-una-strage-54-morti-e-un-superstite.html

Spiegel Online11.07.2012

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/dutzende-afrikanische-fluechtlinge-verdursten-auf-dem-weg-nach-italien-a-843729.html