29. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für 60 Boat-people auf Lampedusa angekommen · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags:

41 Boat-people nordafrikanischer Herkunft sind am 27.07.2012 um 09:30 h in Lampedusa angekommen. Sie haben die italienische Küstenwache gerufen, als sie sich 15 Seemeilen vor der Insel befanden. An Land, wurde eine Person von ihnen ins Krankenhaus gebracht, alle anderen wurden am Mittag auf die Fähre nach Porto Empedocle (Agrigent) gebracht.

19 weitere Boat-people – aus Tunesien kamen am Abend desselben Tags an. Die Küstenwache hat sie am Strand abgefangen und in das Aufnahmelager der Insel gebracht.

Ansa.it Sicilia, 28.07.2012

http://www.ansa.it/web/notizie/regioni/sicilia/2012/07/28/Immigrazione-19-migranti-approdati-Lampedusa_7249814.html

27. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Tunesien: Bauarbeiter stürmen Bezirksregierung und Sitz der Ennahda · Kategorien: Tunesien · Tags:

Nach zwei Wochen Protest haben Arbeiter der staatlichen Baustellen am 26.07.2012 den Sitz der Bezirksregierung und der konserservativ-islamischen Regierungspartei Ennahda gestürmt. Im Regierungssitz legten sie Feuer.

Sie verlangen ihre Lohnauszahlungen. Der Zahlungsrückstand beträgt zwei Monate. Regierungsbeamte und Ennahda-Parlamentarier würden hingegen ihre Gehälter verzögerungslos erhalten.

Die Polizei gab Warnschüsse ab und schoss Tränengas in die Menge. Die Demonstranten riefen: „Die politische Polizei ist zurück!“

Am 27.07.2012 begann die tunesische Regierung schlagartig mit der Auszahlung der ausstehenden Löhne vor Ort.

http://www.tap.info.tn/fr/fr/component/content/article/378-actualite/29989-sidi-bouzid-les-ouvriers-de-chantiers-percoivent-leur-salaire.html

http://www.thenational.ae/news/world/africa/tunisia-police-fire-warning-shots-tear-gas-at-protesters

 

17. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Choucha – B4p Presseerklärung eines Workshops in Monastir · Kategorien: Libyen, Tunesien · Tags: , ,

14.7.12: Presseerklärung zum Camp Choucha an der tunesisch-libyschen Grenze

Etwa 3000 MigrantInnen und Flüchtlinge, die 2011 vor dem Krieg in Libyen flohen, leben noch immer unter unmenschlichen Bedingungen im Flüchtlingslager Choucha (Tunesien) nahe der libyschen Grenze. Die meisten kommen aus Afrika südlich der Sahara, aber es gibt auch einige aus Bangladesch, Pakistan, Palästina und Irak.

Einige im Camp wurden als Flüchtlinge anerkannt und warten auf Resettlement (Umsiedlung). Ein weiterer Teil wartet auf die Entscheidung des UNHCR darüber. Einigen hundert wird jeglicher Status verweigert, weil ihre Verfahren nicht korrekt abgelaufen sind und sie keine Anwälte und keine guten Übersetzer hatten.

Für eine große Zahl von Neuankömmlingen, darunter viele auf See zurückgeschobene Bootsflüchtlinge, wurden keine Verfahren eröffnet.

Denjenigen, die nicht als Flüchtlinge anerkannt wurden, wird durch den UNHCR und das Militär damit gedroht, dass sie wieder nach Libyen oder ihre Herkunftsländer geschickt werden, ohne Rücksicht auf ihre vielfältigen Probleme dort. Wenn sie nicht gehen, können sie jederzeit verhaftet und eingesperrt werden.

Alle Menschen im Lager, darunter kleine Kinder, leiden in dieser Wüste bei Temperaturen von mehr als 40°C am Tag und häufigen Sandstürmen. Nur einige Beispiele für die Lebensbedingungen in diesem Lager:

  • Es wird nicht genügend Trinkwasser ausgegeben (nur eine Flasche pro Tag).
  • Es gibt keine Duschen und nur kaputte Toiletten, ohne jegliche Intimsphäre, was besonders schlimm ist für die Frauen.
  • Im Lager gibt es Schlangen, Skorpione, Mücken und Ratten und die Menschen können sich nicht dagegen schützen.
  • Das Essen hat eine sehr schlechte Qualität, es gibt weder Fleisch noch Gemüse und die Menge reicht nicht aus.
  • Die Menschen erhalten kein Geld und keine Bekleidung.
  • Die medizinische Versorgung ist sehr schlecht und niemand kümmert sich um die durch Folter und Krieg in Libyen oder den Herkunftsländern traumatisierten Menschen.

Das Militär kontrolliert das Lager und lässt keine Besucher zu ohne offizielle Erlaubnis des Verteidigungsministeriums. Die MigrantInnen können sich nicht einmal in Tunesien frei bewegen ohne die Verhaftung zu riskieren. Die meisten Leute, darunter auch kleine Kinder, sind seit mehr als 18 Monaten im Lager Choucha. Einige versuchten, nach Libyen zurück zu gehen, aber wurden dort verhaftet und gefoltert. Einige Leute waren so verzweifelt, dass sie versuchten, per Boot nach Europa zu kommen, wurden aber zurückgeschoben oder starben im Meer.

In den letzten Monaten hat es selbst organisierte Proteste gegeben unter dem Namen “Voice of Choucha“. Die MigrantInnen haben die folgenden Forderungen:

– Neubegutachtung der Verfahren der abgelehnten Asylsuchenden

– Schnellere Verfahren und Resettlement-Plätze für mehr Leute

– Humane Behandlung und Lebensbedingungen, was nicht möglich ist in einem Lager wie Choucha

– Bewegungsfreiheit innerhalb und außerhalb Tunesiens

– Gleiche Rechte für alle, ohne Diskriminierung

Leute, die an Protesten teilnahmen, wurden durch den UNHCR und das Militär bedroht und die Menschen haben Angst, besonders weil einige MigrantInnen von Soldaten im Mai 2011 geschlagen und umgebracht wurden. Boats4People und der Workshop „MigrantInnenrechte“ des Forums in Monastir unterstützen ihren Kampf und fordern von den EU-Regierungen eine Öffnung der Grenzen für die MigrantInnen und Flüchtlinge aus Choucha und anderswo! Es muss sofort eine humane Lösung für alle gefunden werden zusammen mit dem UNHCR und der tunesischen Regierung!

Dies ist ein sehr dringender Fall und es muss sofort gehandelt werden!

http://voiceofchoucha.wordpress.com
http://boats4people.org

 

17. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Schiffstragödie – 55 tote Boat-people – Presseecho (4) · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , , ,

Schiffsunglück im Mittelmeer. 300 lange Stunden auf dem Meer
taz 17.07.2012. Von Christian Jakob

„Der Eritreer Abbas S., der einzige Überlebende eines havarierten Flüchtlingsschiffs, berichtet von seiner Odyssee. 55 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.
BEN GARDANE /taz/  Es war eines der schwersten Schiffsunglücke im Mittelmeer in diesem Jahr: 55 Afrikaner sind nach und nach verdurstet <http://taz.de/54-Fluechtlinge-im-Mittelmeer-gestorben/!97085/>, während sie versuchten, die Küste Italiens zu erreichen. Nun berichtet der einzige Überlebende, der 28-jährige Eritreer Abbas S., von dem 13 Tage währenden Drama. Im Krankenhaus der tunesischen Stadt Zarzis wurde er von zwei Wissenschaftlern des Londoner Goldsmith Colleges und Vertretern der Organisation Boats4People <http://www.boats4people.org/index.php/de/>befragt.“

Vollständiger Artikel:
http://taz.de/Schiffsunglueck-im-Mittelmeer-/!97407/

17. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Schiffstragödie – 55 tote Boat-people – Presseecho (3) · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , , ,

Tod im Mittelmeer. 54 Flüchtlinge verdursteten auf dem Weg nach Europa

Von Wolf H. Wagner, Florenz, Neues Deutschland 12.07.2012 / Ausland

„Erneut starben 54 Flüchtlinge bei dem Versuch, in einem Schlauchboot nach Europa zu gelangen. Nur ein Mensch überlebte, die anderen verdursteten während der zweiwöchigen Schreckensfahrt. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat appellierte an alle Schiffe im Mittelmeer, auf hilfsbedürftige Flüchtlinge zu achten.“

Vollständiger Artikel:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/232377.tod-im-mittelmeer.html

 

 

17. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Bericht Versammlung Thema Verschwundene (13.07.2012) · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: , ,
Workshop Angehörige von Verschwundenen
auf dem Vorbereitungstreffen zum Weltsozialforum am 13.7.2012
Schwerpunkttag Migration
Moderation: Edda Pando (ARCI, Italien) und Hamadi Zribi (Tunesien)
Nach einer Vorstellungsrunde der ca. 60 TeilnehmerInnen, wurden sieben Projekte aus verschiedenen Ländern zum Thema Verschwundene und Tote an den Grenzen vorgestellt. Dieser Austausch der Projekte, Probleme und Ansätze aus verschiedenen Ländern war sehr inspirierend und Grundlage für die anschließende Diskussion um gemeinsame Forderungen und Vernetzung.
17. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Schiffstragödie 55 tote Boat-people – Pressecho (2) · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , ,

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer „Ich war allein“

Süddeutsche Zeiung, 13.07.2012, 15:50

Von Friederike Hunke

55 Flüchtlinge sind vor wenigen Tagen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks bei einem Bootsunglück auf dem Mittelmeer verdurstet oder ertrunken. Nun spricht der einzige Überlebende über seine Reise, die ihn von Eritrea nach Europa bringen sollte.

Vollständiger Text:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/fluechtlingsdrama-im-mittelmeer-ich-war-allein-1.1411922

17. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Bericht Monastir 12., 13., 14.07.2012 · Kategorien: Tunesien · Tags: , , ,

B4P-Kurzbericht der Station Monastir (12., 13. und 14. Juli 2012)

Donnerstag, 12.7.: Ankunft und WSF-Eröffnung

Die B4P-Reisegruppe ist am 11.7. von Tunis nach Monastir weitergezogen, um dort an dem Vorbereitungstreffen des Weltsozialforums (WSF) teilzunehmen, das 2013 in Tunesien stattfinden soll. Nach einem internen Koordinationstreffen mit Austausch und Berichten zu den vergangenen Tagen sowie über die aktualisierten Planungen für Monastir startete am frühen Abend die Eröffnungsveranstaltung des WSF-Treffens.  Ca. 500 TeilnehmerInnen und Interessierte, vor allem aus dem Maghreb, aus afrikanischen Ländern und aus Europa, kamen im Innenhof der alten Burg zusammen. Weiterlesen »

16. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Bericht Italien-Tunesien · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: , ,

Aufmerksamkeit für ein Menschenrecht

Aktivisten von »Boats4People« beenden ihre Aktionstage im Mittelmeer gegen die »Festung Europa«

Von Matthias Heintze, Monastir 16.07.2012

Ausland Aktivisten des internationalen Bündnisses »Boats4People« waren eine Woche lang in Italien und Nordafrika unterwegs. Sie wollten auf das Schicksal von Flüchtlingen, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa einzureisen, aufmerksam machen. Es war ausgerechnet das Mittelmeer, das die Planungen der Aktivisten durchkreuzte: Der Wasserspiegel war nicht hoch genug. Und so konnte der Motorsegler »Oloferne« am Freitagabend nicht zum großen Finale der Aktionstage von »Boats4People« (Boote für Menschen, B4P) in den Hafen des tunesischen Monastir einlaufen.

15. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Kommuniqué Nr. 7 · Kategorien: Italien, Tunesien · Tags: ,

Auf nach Lampedusa!
Nach drei B4p-Tagen in Tunesien sticht die Oloferne wieder in See

Monastir, 14.07.2012

Die Organisationen von Boats4People beenden ihre Aktivitäten in Monastir. Die Tage des Vorbereitungstreffens für das Weltsozialforum haben die gemeinsamen Kämpfe bestärkt, und zwar sowohl die Mobilisierungen der MigrantInnen im Maghreb wie auch die der Angehörigen von denen, die im Meer gestorben oder veschwunden sind. Die Oloferne begibt sich jetzt auf die Route der Flüchtlinge und MigrantInnen Richtung Lampedusa, einen der Häfen der Festung Europa. Wir werden dabei unser Monitoring fortsetzen. Damit wollen wir den Meeresraum erfassen, wo in fast vollständiger Straflosigkeit die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen verletzt werden.

Wenn wir Boote in Not antreffen, werden wir der Pflicht zur Hilfe nachkommen, wie sie die internationalen Texte vorschreiben. Unsere Fahrt ist keine Hilfsmission, auch keine humanitäre Mission. Es wird weiter Tote und Verschwundene geben, solange die europäische antimigrantische Politik anhält, die die Leute dazu zwingt, sich unter Lebensgefahr auf das Meer zu begeben.

Unsere Ankunft in Lampedusa ist für Sonntag, den 15. Juli, in der Mittagszeit vorgesehen. Wir werden dort von der Vereinigung Askavusa und von dortigen Boats4people-AktivistInnen empfangen werden.

Die letzte Etappe von Boats4People ist nur der Anfang eines langen Kampfs, den unsere Organisationen bis zum Erfolg führen werden.

Pressekontakte:

Nicanor Haon (Englisch / Spanisch / Französisch): +39 3282937198
Carmen Cordaro (Italienisch): +39 3388640213

Satelliten-Telefon: +8821651175966

Nicanor Haon
Coordinateur de projet
coord@boats4people.org
www.boats4people.org
Skype: nicanorhaon
Facebook & Twitter: Boats 4 People