Quelle: Spiegel Online
Eine neue humanitäre Katastrophe bahnt sich an: Weil die EU den Landweg versperrt, wagen wieder Tausende Flüchtlinge die Route übers Mittelmeer. Sizilien ist für die meisten die erste Station in Europa – für viele auch die letzte.
Aus Palermo berichten Peter Maxwill und Valentino Bellini (Fotos)
Die Bourbon Argos spuckt mal wieder menschliche Schicksale aus. 362 Passagiere sind es an diesem warmen Morgen, die den glänzenden Schiffsrumpf im Hafen von Palermo verlassen. Sie humpeln, wanken, trotten. Etliche von ihnen leiden unter Dehydrierung, Verbrennungen, Unterkühlungen und Hautkrankheiten. So sehen Überlebende aus. Gerettete. Glückspilze.
Rund 1300 Flüchtlinge haben drei Rettungsschiffe binnen 36 Stunden aus dem Meer vor den Küsten Siziliens gerettet. Die Menschen an Bord der Bourbon Argos, die mit einem Team von Ärzte ohne Grenzen fast drei Tage lang unterwegs war, sind nur ein kleiner Teil davon: 303 Männer, 57 Frauen und zwei Kinder erreichen am frühen Morgen in der Inselhauptstadt Palermo ihr Ziel, das gelobte Land, den gelobten Kontinent.
Europa, diese Hoffnung lässt sich aus den erschöpften Gesichtern lesen, soll ihre Rettung sein.
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