„[…] Der mutmaßliche Giftgaseinsatz in Syrien war ein abscheuliches, durch nichts zu rechtfertigendes Verbrechen – völlig unabhängig davon, wer dafür verantwortlich ist. Er ist ein schwerer Verstoß gegen das Genfer Giftgasprotokoll von 1925, gegen das humanitäre Völkerrecht Genfer Konventionen von 1949 sowie gegen das Chemiewaffen-Verbotsabkommen von 1992 das Syrien bis heute nicht ratifiziert hat. Käme es zu einem Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof IStGH in Den Haag, würde die Anklage auf „Verbrechen gegen die Menschheit“ lauten.
Doch dieser Giftgaseinsatz in Syrien ist kein so einzigartiges Verbrechen, wie es Politiker in Washington, London und Paris derzeit darstellen. Der erste „Tabubruch“, wie er jetzt genannt wird, fand bereits in den 80er Jahren statt – und in großem Maße mitverantwortlich waren die USA, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die damalige Sowjetunion. Daran erinnert das in Washington erscheinende Foreign Policy Magazin in seiner jüngsten Ausgabe.