05. August 2012 · Kommentare deaktiviert für 184 Boat-people auf 2 Schiffen in Lampedusa und Sizilien am 03.08.2012 angekommen · Kategorien: Ägypten, Italien, Libyen, Malta, Tunesien · Tags: , ,

Ein Schlauchboot wurde 60 Seemeilen vor Lampedusa und ein Fischerboot 12 Seemeilen vor Pozzallo (Süd-Sizilien) von der Küstenwache an Land gebracht

La repubblica 04.08.2012: Auf dem Schlauchboot befanden sich 100 Personen, darunter 24 Frauen. Das Boot befand sich in Seenot und sendete über ein Satellitentelefon SOS aus. Die Telefongesellschaft lieferte die genauen Daten zur Lokalisierung des Boots. Die italienische Küstenwache hat die libyschen, tunesischen und maltesischen Behörden informiert. Ein maltesisches Flugzeug hat dann das Boot aus der Luft gesichtet, und die italienische Küstenwache hat die Passagiere gerettet. Sie wurden am Abend des 04.08.2012 in Lampedusa erwartet.

Schwieriger war die Rettung der 84 Boat-people, die sich auf einem Fischerboot vor Pozzallo befanden. Fischer aus Pozzallo hatten gestern abend das Flüchtlingsboot um 19 Uhr gemeldet. Daraufhin ist die Küstenwache losgefahren, um das verdächtige Fischerboot zu kontrollieren. Die Crew gab an, dass sie sich auf dem Weg von Tunesien nach Malta befänden, musste aber der Küstenwache in den Hafen von Pozzalo folgen. Dann habe es einen Motorschaden gegeben, die Küstenwachpolizisten kamen an Bord und entdeckten die Flüchtlinge. Sie gaben an, dass sie ÄgypterInnen sind, unter ihnen sind 55 Minderjährige.

http://palermo.repubblica.it/cronaca/2012/08/04/news/due_sbarchi_di_migranti_in_sicilia_soccorsi_in_184_dalla_guardia_costiera-40368324/?ref=search

03. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Lampedusa Experteninterview · Kategorien: Italien

Gespräch mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Lampedusa und Linosa, Damiano Sferlazzo

Lampedusa,  28.7.2012
Im Mai wurde eine neue Bürgermeisterin und damit ein neues Stadtparlament gewählt. Dino de Rubeis, der selber schon mehrfach wegen Amtsmissbrauch und Veruntreuung vor Gericht stand, musste gehen. Die neue Bürgermeisterin ist die Präsidentin der Umweltorganisation Legambiente. Die neue Verwaltung ist seit ca. eineinhalb Monaten im Amt.
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03. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Lampedusa Bericht · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags:

Lampedusa wieder ein Ziel für Flüchtlinge?

Lampedusa/Palermo

Nach langer Zeit kommen plötzlich wieder Flüchtlingsboote in Lampedusa an. Am 28. Und 29.7. erreichen insgesamt 3 Boote die Insel, eines fährt sogar bis fast an den Strand.

41 Männer aus Tunesien, Marokko und Algerien werden in das am 3.7. wieder eröffnete Auffanglager Contrada Imbriacola gebacht. Ein Widerspruch in sich – Lampedusa gilt immer noch als nicht sicherer Hafen, das Zentrum für die Erstankünfte wurde jedoch wieder eröffnet.

Dazu auch Damiano Sferlazzo seit knapp drei Monaten stellvertretender Bürgermeister auf Lampedusa in einem Interview vom 27.7.2012. Zu den Flüchtlingen konnten wir keinen Kontakt herstellen, da das Lager nicht zugänglich ist. Der Direktor, der das Lager für die Kooperativen Sisifo/Bluecoop auch schon zuvor im Namen der „Lampedusa Accoglienza“ leitet, spricht nur vor dem Tor mit uns, für drinnen bräuche man eine Genehmigung des Innenministeriums. 40 der Flüchtlinge werden noch am selben Tag mit der Fähre nach Sizilien gebracht, ein Mann mit gesundheitlichen Problemen verbleibt und soll dann mit den nachfolgenden Angekommenen verlegt werden.

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02. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Libyen, Tripolis: Internierungslager Sibrata Mentega Delila · Kategorien: Eritrea, Italien, Libyen · Tags: ,

Italien überstellt auf Hoher See Flüchtlinge an libysche Marine

21.07.2012

Eine Gruppe von 350 Personen, davon 50 Frauen – 6 Schwange – und zwei kleine Kinder befinden sich im Internierungslager Sibrata Mentega Delila (Tripolis). Zum Teil sind sie krank und brauchen ärztliche Hilfe. 76 von ihnen waren bereits auf dem Meer und waren in Seenot geraten.

Zunächst hatte eine Ölförderplattform im Mittelmeer Flüchtlinge aufgenommen und den Notruf ausgelöst. Die übrigen Flüchtlinge wurden dann von einem italienischen Schiff gerettet. Anschließend kam die libysche Marine und hat alle Flüchtlinge mit Gewalt auf ihr Schiff gebracht. Dann ging es zurück in libysche Gewässer und in den Hafen von Tripolis. Das war am 29.06.2012. Seitdem sind sie in dem genannten Lager.

Es handelt sich um eritreische Flüchtlinge. Die Praxis der koordinierten Rückschiebung geht auf italienisch-libysche Übereinkommen zurück.

Das genannte Internierungslager befindet sich noch im Bau. In diesen Tagen wurden weitere 125 eritreische Flüchtlinge dorthin gebracht. Sie wurden von libyschen Militärs bedroht, ihnen wurde kein Essen und nichts zu Trinken gegeben, sie mussten fasten wie Muslime, wie ihnen ausdrücklich gesagt wurde. Auch schwangere Frauen waren davon betroffen. Am Abend wurde nur Muslimen Essen gegeben.

Alle in diesem Lager fordern politisches Asyl.

Wir fordern die italienischen Behörden auf zu verhindern, dass die eritreischen Flüchtlinge nach Eritrea abgeschoben werden. Dort droht ihnen Lebensgefahr. Ausserdem fordern wir, dass diese Flüchtlinge sofort unter Schutz des UNHCR Tripolis gestellt werden, sowie: Religionsfreiheit, keine Folter!

Fr. Mussie Zerai
Chairman of Habeshia Agency
Cooperation for Development
E-mail: agenzia_habeshia@yahoo.it
http://habeshia.blogspot.com
Phon+39.3384424202
Phon: +41(0)765328448

02. August 2012 · Kommentare deaktiviert für B4p Bericht Lampedusa Festival · Kategorien: Italien · Tags: , , ,

Lampedusa zwischen b4p und Filmfestival (3)

20.07.2012
Am 19.7.2012 wurde die 4. Edition von LampedusaInFestival eröffnet. Das Filmfestival wurde durch die unermüdliche Arbeit des lampeudsanischen Vereins Askavusa in Zusammenarbeit mit vielen Organisationen und Gruppen sowie Einzelpersonen ermöglicht. Eröffnet wurde das Festival mit einer Ausstellung von Zeichnungen internationaler Künstler/innen zur Migration und der Präsentation des Projektes „Watch the Med“ mit Lorenzo Pezzani (”  https://watchthemed.crowdmap.com/). Das Projekt hat das Ziel, die „Kontrolleure zu kontrollieren“, die Homepage erlaubt jeder/m, Informationen zu Migrant/innen auf See können in Echtzeit interaktiv auf die Seite eingetragen werden.
Die Aktion boats4people wurde mit einer Pressekonferenz auf der „Oloferne“, bei der von ihrer Reise durch das Mittelmeer und den Ergebnissen der Reise berichtet wurde, offiziell beendet. Der erste Schritt diente der Vernetzung der beiden Ufer des Mittelmeeres, Ziel aller ist die Veränderung der Migrationspolitik in Europa und die Vermeidung des Sterbens auf See, der Zurückweisungen und der zahlreichen Menschenrechtsverletzungen.
Am Nachmittag gab es an der Porta d’Europa, dem Kunstwerk, das die Tür nach Europa darstellen soll, eine Gedenkfeier für die Toten auf See. Blumen wurden von der Oloferne und einem weiteren Boot ins Meer geworfen und die diesjährigen Schiffbrüche, Zurückweisungen und Opfer im Kanal von Sizilien von zwei Migranten, die selber auf Lampedusa angekommen waren, verlesen.
Der Gedenkfeier folgten eine Rede der neuen Bürgermeisterin Giusi Nicolini, das Theaterstück „Invisibili – Unsichtbare“ von Mohamed Ba und ein Konzert von Alessio Greco und Giacomo Sferlazzo (Askavusa). Alle beteiligten Gruppen und Vereine, u.a. auch amnesty international, forderten, dass auf allen Ebenen, sozial, kulturell und politisch, der Kampf gegen die Toten auf See verstärkt werden müsse. Das Mittelmeer soll ein Ort der Begegnung und des Austausches werden, die Bewegungsfreiheit jedes Menschen muss garantiert sein.
Am Abend wurde in der Cala Palme, einem der Veranstaltungsorte des Festivals, der Film „Mare chiuso – verschlossenes Meer“ von Andrea Segre und Stefano Liberti gezeigt. Hier kommen Flüchtlinge zu Wort, die 2009 nach Libyen zurückgeschoben wurden. Die italienische Regierung wurde für diese illegale Zurückweisung vom europäischen Menschenrechtsgerichtshof verurteilt (der so genannte „Fall Hirsi“).

Hier das Festival Programm

http://siciliamigrants.blogspot.it/2012/07/lampedusa-zwischen-b4p-und-filmfestival.html

01. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Fischerboot rettet 120-130 Boat-people vor Lampedusa · Kategorien: Italien, Libyen · Tags: ,

Nach Motorschaden Küstenwache angerufen

Am 31.07.2012 um 18 Uhr hat ein sizilianisches Fischerboot „Giovanni Vincenzo“ 55 Seemeilen vor Lampedusa 120 bis 130 Boat-people gerettet. Sie waren am Morgen aus Libyen aufgebrochen und nach einem Motorschaden die italienische Küstenwache angerufen. Die kamen und haben dann das Fischerboot zur Rettung aufgefordert.

Unter den Passagieren befanden sich ungefähr 30 Frauen und ein kleines Kind. Viele kamen zunächst ins Krankenhaus. Die anderen von der Kooperative «Lampedusa accoglienza» wurden in das geschlossene Zentrum „Contrada Imbriacola“ gebracht. Der Bürgermeister persönlich ist an die Anlegestelle gekommen und hat die Habseligkeiten der Boat-people aufgehoben. Die Kooperative hatte sich geweigert, das zu machen.

Das war das dritte Schiff, das seit dem letzten Wochenende in Lampedusa angekommen ist. Am 27.07. waren ca. 40 TunesierInnen angekommen und nach Sizilien gebracht worden. Am Abend desselben Tages waren 64 SomalierInnen von der Küstenwache aufgebracht und in das Zentrum „Contrada Imbriacola“ gebracht worden.

http://www.agrigentooggi.it/lampedusa-133-immigrati-salvati-al-largo-dellisola/

30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für Streik der MigrantInnen in Apulien · Kategorien: Italien, Lesetipps, Tunesien

Vor genau einem Jahr kam es zum ersten großen und erfolgreichen Streik (nord-)afrikanischer ArbeiterInnen auf den Landwirtschaftsplantagen Apuliens. Die migrantischen Arbeitskräfte kamen zu dieser Saisonarbeit teils aus den norditalienischen Fabriken, zum Teil waren sie als Boat-people vor Kurzem in Süditalien gelandet. Arbeit und Unterbringung in Zelten erfolgten in enger Zusammenarbeit von Unternehmern, Rathaus-Service und karitativen Einrichtungen. Die Anwerbung und Kontrolle lief über das „caporalato“, eine Zwischenschicht von „selbständigen“ Vorarbeitern, die aus denselben zentral-, west- und nordafrikanischen Ländern stammten wie die Arbeitskräfte.

Der Streik richtete sich gegen diese Zwischenschicht. Die Arbeiter wollten direkt über ihren Lohn und die Nebenausgaben bestimmen bzw. darüber direkt mit den Unternehmern verhandeln. Sie gewannen. Während des Streiks kam es auf der nahegelegenen Autobahn auch zu Blockaden von AfrikanerInnen, die gerade aus Abschiebeknästen ausgebrochen waren.

Wie sieht die Situation ein Jahr später aus? Die Unternehmer meiden den Ort des ersten Streiks. Es gibt im Sommer 2012 dort keine Arbeit.

Siehe die ausgezeichneten Untersuchungen:

Devi Sacchetto, Gianluca Nigro, Mimmo Perrotta, Yvan Sagnet
Sulla pelle viva. Brigate di solidarietà attiva
Nardò: la lotta autorganizzata dei braccianti agricoli
Rom (DeriveApprodi) 2012

und:

La normalità a cottimo
Ritornare a Nardò a un anno dallo sciopero, luglio 25, 2012
di MIMMO PERROTTA e DEVI SACCHETTO

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30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für b4p Überblick zur Kriminalisierung der Rettung im Mittelmeer · Kategorien: Italien, Libyen, Tunesien · Tags: , , , ,

ein Artikel von Mediapart:

Migrations: le sauvetage maritime en perdition

29 juillet 2012 | Par Carine Fouteau
Comment est-il possible qu’une embarcation dérive quinze jours en Méditerranée sans que ses passagers ne soient secourus? Cette question n’est pas théorique, elle s’applique à de multiples cas dont au moins deux recensés en 2011 et 2012, dans cette mer qui est l’une des plus fréquentée au monde. Des milliers de pêcheurs, de marins de navires marchands, de militaires et de plaisanciers y naviguent, surtout en cette saison estivale, qui est aussi celle où les migrants tentent le plus souvent la périlleuse traversée.
30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für b4p Bericht zu Abschiebeknästen in Italien · Kategorien: Italien · Tags:

Einsperren, um abzuschrecken
In Italien sitzen Tausende aufgegriffene Flüchtlinge in Internierungslagern fest

Von Matthias Heintze

Flüchtlinge, die es über das Mittelmeer nach Italien schaffen, sind noch lange nicht in Sicherheit. Werden sie entdeckt, landen sie in Internierungslagern wie dem von Milo auf Sizilien.

ND, 27.07.2012, vollständiger Artikel:

08eu-27072012-b

 

30. Juli 2012 · Kommentare deaktiviert für b4p Interview zu Flüchtlingen in Libyen · Kategorien: Italien, Libyen · Tags: ,

Rebellen wollen Libyen »säubern«
Für Migranten und Flüchtlinge hat sich die Lage seit dem Sturz Gaddafis nicht gebessert

Messaoud Romdhani ist Sprecher der tunesischen  Sektion  der  Internationalen Föderation für Menschenrechte
(FIDH). Mit einer internationalen Delegation der FIDH besuchte er im Juni eine Woche lang fünf Internierungs-
lager  für  Migranten  in  Libyen.  Mit Romdhani sprach für »nd« Matthias Heintze.

Das ist Interview ist nach dem Beitrag von Messaoud Romdhani auf dem Vorbereitungstreffen des Weltsozialforums in Monastir (Tunesien) – b4p-Eröffnungspanel – entstanden.

ND, 25.07.2012, vollständiger Text hier:

08al-25072012-b