Wiener Zeitung | 22.08.2017
Die Türkei hat ihre Aktivitäten gegen Schlepper in der Ägäis fast auf null reduziert.
Ferry Batzoglou
Ankara. Recep Tayyip Erdogan hat nun offenbar doch die Schleusen geöffnet: Seit dem 15. August hat die türkische Küstenwache ihre Aktivitäten gegen die Schlepper und Menschenschmuggler in der Ägäis fast auf null reduziert. Dies gab die türkische Küstenwache jedenfalls auf ihrer offiziellen Homepage bekannt. Die Folge: Die Zahl der Flüchtlinge und Migranten, die aus der Türkei auf die griechischen Inseln fliehen, ist seither sprunghaft angestiegen.
Konkret sind von Montag in der Früh (21.08.2017) bis Dienstag (22.08.2017) um 7 Uhr Ortszeit laut offiziellen Angaben der griechischen Polizeidirektion für die Nord-Ägäis insgesamt 404 Schutzsuchende über die Ägäis zu den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos gekommen. Auf Lesbos sind 118 Schutzsuchende eingetroffen, auf Chios 225 und auf Samos 61. Ferner wurden am Dienstag in der Früh kurz nach 7 Uhr weitere 198 Flüchtlinge und Migranten auf fünf Booten vor der Küste von Lesbos aufgegriffen. Sie waren bis Dienstagmittag noch nicht im lokalen Hotspot für Flüchtlinge und Migranten auf Lesbos, das wie die übrigen Hotspots auf den griechischen Inseln alle Neuankömmlinge aufnimmt und identifiziert, registriert worden.