La Republicca, 08.07.2012: 61 somalische Boat-people, unter ihnen 3 Frauen, sind am 08.07.2012 mithilfe der Hafenbehörden in Sizilien angekommen. Um 4:30 Uhr hatte die italienische Küstenwache von der maltesischen Küstenwache die Information bekommen, dass ein 10 Meter langes Schlauchboot mit ca. 60 Personen an Bord in italienische Gewässer fährt. Daraufhin sind zwei Motorschiffe der Hafenbehörden von Gela und Pozzalo zu dem angegebenen Ort auf dem Meer aufgebrochen. Um 6:15 wurden die Bootsflüchtlinge auf die italienischen Schiffe übernommen. Das italienische Innenministerium ordnete an, dass die Boat-people nicht in das „Centro di accoglienza“ von Pozzallo (Provinz Ragusa), sondern nach Porto Palo (Provinz Siracusa) gebracht werden sollen.
Kurzbericht 2 Boats4People: Auf den Fähren (7. Juli 2012) – Orte versammelter Migrationsgeschichte(n)
Während das B4P-Boot Oloferne noch in Palermo ankerte, um dann mit der 13-köpfigen Besatzung Richtung Monastir in See zu stechen, hatte die mittlerweile auf über 40 Leute angewachsene transnationale B4P-AktivistInnengruppe zur Überfahrt von Palermo nach Tunis auf den kommerziellen Fähren eingecheckt. Aus Platzgründen musste ein Teil auf eine zweite der hintereinander startenden Fähren ausweichen, aber auf beiden waren sicherlich zu über 90 % tunesische MigrantInnen an Bord, die vor allem von Italien aber auch aus anderen europäischen Ländern zum Urlaub oder Besuch ihrer Familien nach Tunesien fahren. Weiterlesen »
Quelle: La Repubblica
Die Tageszeitung nannte im Juli 2011 das Lager für tunesische Boat-people auf der Insel Pantelleria ein „italienisches Guantanamo“. Hier die Reportage vom 11.07.2011:
Pantelleria, quel carcere per migranti
Vivono come fantasmi senza diritti
L’ex caserma Barone, sull’isola di Pantelleria, è dismessa da almeno un decennio perché inagibile. Doveva diventare un hotel di lusso ma oggi ospita 80 tunisini. Non è un Centro di identificazione e di espulsione, ma neanche di accoglienza. È un limbo dove non ci sono mediatori culturali, né assistenza legaleROMA – Doveva diventare un albergo di lusso ma l’ex caserma Barone sull’isola di Pantelleria si è trasformata in un carcere fantasma fuori legge. Materassi per terra, un cortile di cemento recintato con una rete metallica sormontata dal filo spinato, porte di ferro che fanno circolare poco l’aria. Per lo stato italiano non esiste una prigione in quel sito. Il ministero della Difesa l’ha dismessa, assieme al faro di Punta Spadillo, con l’intenzione di darli entrambi in gestione a privati per farne dei resort. E invece negli edifici in abbandono da decenni, dichiarati inagibili dal genio militare, sono reclusi circa 80 tunisini, sbarcati sull’isola in due occasioni, a fine giugno e due giorni fa. Fino al 7 luglio erano ‚ospitati‘ altri 150 uomini, richiedenti asilo arrivati dalla Libia. In passato pure una decina di minori sono stati trattenuti per giorni negli stessi locali. Con il caldo afoso di questi giorni si soffoca. Ma soprattutto l’ex caserma preoccupa perché è un luogo, senza nome, in cui si imprigionano decine di persone al di fuori da qualunque norma giuridica.
Boats4People: Kurzbericht zur Station Palermo (5. und 6. Juli 2012)
Am Morgen des 5. Juli ist das B4P-Boot Oloferne im Hafen von Palermo eingelaufen und wurde von einer kleinen Gruppe AktivistInnen empfangen. Die Oloferne wurde mit Boats4People-Transparenten ausgestattet und am nächsten Tag für eine Pressekonferenz genutzt, zu der mehrere lokale Fernsehsender und Zeitungen gekommen sind und Aufnahmen und Interviews gemacht haben.
Reaktionen der Leute auf der Fähre
Zur Flüchtlingstragödie vor Monastir
Boats4people Kommuniqué Nr. 4: Die Oloferne sticht wieder in See, die für die einen ein offenes Meer, für die anderen aber eine Grenze ist
08.07.2012
Palermo, 8 Uhr morgens. Das Solidaritätsschiff hisst die Segel Richtung Monastir, wo sich Boats4people am 13. Juli am internationalen Komitee des Weltsozialforums und an seinen zahlreichen Veranstaltungen beteiligen wird. Während der Hafen von Palermo entschwindet, öffnet sich vor der Crew der ruhige und flüssige Horizont des Mittelmeers. Aber die Boats4people-Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, daran zu erinnern, dass dieser Horizont für die Bevölkerungen südlich des Mittelmeers ein Synonym für Grenze ist. Und dass dieses scheinbar ruhige Meer das Leben Tausender Flüchtlinge und MigrantInnen verschlungen hat: Nach der Zählung von Fortress Europe 13.448 Menschenleben zwischen 1988 und Mai 2012, und 6.255 allein im Kanal von Sizilien. Zu dieser furchtbaren Zahl – die sicherlich nur einen Teil der Realität darstellt – müssen mindestens 3 Tunesier hinzugezählt werden, deren kleines Boot in der Nacht des 3. Juli 2012 in der Nähe von Monastir gekentert ist. Weiterlesen »
http://www.humanite.fr [1]
http://www.laissezpasser.info/post/Premiers-pas-sur-le-pont-de-l%E2%80%99Oloferne [5]
http://www.mediapart.fr/article/offert/1709ba286da93e42bc1845ee81ad7d96 [6]
http://www.autautpisa.it/modules/news/article.php?storyid=1405 [7]
http://palermo.repubblica.it/cronaca/2012/07/06/foto/immigrati_boats_4_people_contro_i_morti_nel_mediterraneo-38624836/1/ [8]
http://ansamed.ansa.it/ansamed/it/notizie/rubriche/cronaca/2012/07/06/Immigrazione-Boats4people-basta-le-tragedie-mare_7152383.html [9]
http://www.humanite.fr/societe/premiers-pas-sur-le-pont-de-l%E2%80%99oloferne-500372 [10]
http://corrieredelmezzogiorno.corriere.it/palermo/foto_del_giorno/palermo/2012/5-luglio-2012/boats-4-people-201885173861.shtml?p [11]
http://www.ilvostro.it/sociale/in-mare-per-i-diritti-dei-migranti-approda-in-italia-boats4people/44688/ [12]
http://www.giovanilampedusa.it/blog/546-parte-la-goletta-oloferne-verso-la-tunisia-arrivera-poi-a-lampedusa.html [13]
http://www.agenparl.it/articoli/news/politica/20120706-immigrati-perduca-radicali-anche-cie-milo-vittima-tempi-giustizia-e-leggi-criminogene [14]
http://immigra.it/it/articoli/meeting-internazionale-antirazzista-speciale-cecina-2012/intervista-nicanor-madueno-haon/it [15]
http://www.alternativasostenibile.it/articolo/boats4people-per-un-mediterraneo-solidale-e-sostenibile-0707.html [16]
http://www.improntalaquila.org/2012/parte-il-viaggio-di-boats4people-il-mediterraneo-spazio-di-solidarieta-e-non-cimitero-di-migra [17]
http://diversamente.comunita.unita.it/2012/07/03/freedom-not-frontex/ [19]
http://www.ilmanifesto.it/attualita/notizie/mricN/7967/ 20]
http://www.liberoquotidiano.it/news/1051980/Immigrati-progetto–Boats4People–domani-visita-Radicali-a-Cie-Trapani.html [21]
http://www.politis.fr/Abandonnes-a-la-mer,18895.html [22]
http://www.unita.it/immigrazione/livorno-salpa-l-oloferne-br-il-mediterraneo-sia-solidale-1.426407 [23]
http://www.confinionline.it/ShowEvNews.aspx?Prog=28796 [24]
http://www.asca.it/news-Immigrati__partita_la_Goletta_Boats4People_per_un_Mediterraneo_solidale-1172044-ATT.html [25]
http://www.asca.it/news-Immigrati__da_rifugiati_a_sospetti_scafisti_Salvati_da_numero_verde_Arci-1171859-ATT.html [26]
http://www.you-ng.it/index.php?option=com_k2&view=item&id=2309:boats-4-people-%C3%A8-partita-la-traversata-per-i-diritti-dei-migranti&Itemid=64 [27]
http://www.repubblica.it/solidarieta/2012/07/02/foto/cecina-38399966/1/ [28]
http://www.repubblica.it/solidarieta/immigrazione/2012/07/02/news/cecina-38409518/ [29]
http://immigra.it/it/servizi/meeting-internazionale-antirazzista-speciale-cecina-2012/mare-e-migrazioni/it [30]
http://www.humanite.fr/node/500213 [31]
http://www.gonews.it/articolo_143561_Chiude-Meeting-Antirazzista-lassessore-Allocca-Lascia-segno-insieme-giusta-traccia-lavoro-fare.html [32]
Heute (Samstag 07.07.2012) war für die meisten der Tag des Übersetzens mit der Fähre nach Tunesien. Alle ohne Ticket haben schließlich doch eines bekommen, allerdings mussten vier mit der späteren Fähre (Grimaldi-Linie) einschiffen. (Übrigens: Tatsächlich sind welche von uns viel viel zu früh aufgestanden, denn am Ende fuhren beide Schiffe mit dreistündiger Verspätung ab. Die zweite Fähre startete 1 1/2 Stunden nach der ersten).
Bekamen wir per SMS: Auf der Fähre der Grimaldi-Linie (die spätere) wurde eine Abschiebung durchgeführt. Ein Tunesier war gefesselt von acht Polizisten an Bord gebracht worden. Er musste die Überfahrt in der gleichen Kabine verbringen, wie welche von uns. Anscheinend lebte er zuvor 15 Jahre in Palermo (folgt hierzu noch ein ausführlicherer Bericht?).
Nach einem Plenum auf der Fähre mit rund 35 von uns (Grandi Navi Veloci-Linie) haben wir entschieden, wie geplant Flyer zu verteilen und die Reisenden zu Gesprächen einzuladen. Währenddessen wurde die Besatzung auf uns aufmerksam und beäugte uns misstrauisch. Schließlich tauchte ein Crewmitglied auf und wies energisch darauf hin, dass die (soweit ersichtlich, italienische) Crew nicht gefilmt werden dürfe.
Newsletter Migrantsicily – June 2012
• Egyptian migrants arrive on the Ragusa coast and at the port of Catania
• World Refugee Day is celebrated in Italy
• The Trapani CIE (Immigration Detention Centre) Serraino Vulpitta closes
• Lampedusa is not an island: A Buon Diritto Onlus publishes a dossier on the facts of immigration in 2011
• Events programmed for July 2012: Boat4People and LampedusaInFestival
bewegung.taz.de
Nicanor Madueño Haon, Aktivist bei GISTI (Groupe d’Information et de Soutien aux Immigrés; „Gruppe für Information und Unterstützung von Flüchtlingen“) und Teilnehmer am Tunesischen Forum für Wirtschaftliche und Soziale Rechte, ist der Koordinator in Tunesien für das Projekt Boats4People. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt, um mehr über die Entwicklung des Projekts und das Thema Migration im Mittelmeer zu erhalten.
Das Projekt Boats4People, welches vor einem Jahr auf dem Internationalen Antirassistischen Treffen initiiert wurde, hat endlich begonnen, mit Abfahrt des Seglers „Oloferne“ vom Hafen von Rosignano in der Toskana. Wie hat sich das Projekt über das letzte Jahr entwickelt?