Muslim Brotherhood calls for more protests
The Muslim Brotherhood calls for Tuesdsay protests to mourn at least 51 of its supporters were gunned down in Cairo.
via Muslim Brotherhood calls for more protests – Middle East – Al Jazeera English.
Muslim Brotherhood calls for more protests
The Muslim Brotherhood calls for Tuesdsay protests to mourn at least 51 of its supporters were gunned down in Cairo.
via Muslim Brotherhood calls for more protests – Middle East – Al Jazeera English.
http://www.heise.de/tp/blogs/8/154602
Schon am vergangenen Freitag gab es Augenzeugen, die berichteten, dass die Armee das Feuer auf Unterstützer des geschassten Präsidenten Mursi eröffnete, als diese sich Gebäuden der Republikanischen Garden näherten, wo Mursi mutmaßlich inhaftiert ist. Zu den vielen bitter-ironischen Wendungen der gegenwärtigen Ereignisse fügt sich, dass zu den Aufgaben der Soldaten der Republikanischen Garden der Schutz des Präsidenten gehört. Innerhalb weniger Tage ist aus dem zu schützenden Präsidenten Mursi nun ein Staatsfeind geworden und ebenso seine Anhänger – auf die nun gefeuert wird.
Den zweiten Umsturz in Ägypten binnen kurzer Zeit hat Tanja Göbel verpasst. In der vergangenen Woche, in der Muhammad Mursi vom Militär gestürzt wurde, hielt sie sich fern vom Tahrir-Platz. Zu groß war ihre Angst, wieder ins dichte Gedränge auf dem Platz zu geraten, zu groß die Furcht, dass noch einmal passieren würde, was ihr dort im Januar widerfuhr. Damals wollte sie eigentlich mit Tausenden anderen den zweiten Jahrestag des Sturzes Husni Mubaraks feiern. Daraus wurde nichts. Schon am Eingang scharten sich Dutzende Männer um die junge Deutsche, trennten sie gewaltsam von einer Freundin und deren Mann. Enger und enger schloss sich der Kreis, ehe die Kerle zupackten. Sie rissen ihr die Hose runter, den Pullover hoch, den Büstenhalter vom Leib.
08.07.2013
Es gibt keine neutrale Institution mehr, die die Gewalt aufhalten könnte
Ab jetzt ein unregierbares Land
Kommentar von Karim El-Gawhary
„[…] Dass Ägypten nicht von den Muslimbrüdern alleine regiert werden kann, diese Lektion haben die Ägypter gelernt. Jetzt steht die nächste an: Das Land kann auch nicht ohne die Muslimbrüder regiert werden. Es könnte eine sehr blutige Lektion werden, besonders nach dem blutigen Montag, an dem das Militär das Feuer auf Pro-Mursi-Demonstranten eröffnet hat, was immer sich am Ende als Grund dafür herausstellen wird. Die einen sehen sich als Opfer eines Militärputsches, die anderen verteidigen ihre Armee als Retter der Nation. Beide Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Viele derjenigen, die gegen Mursi in den letzten Tagen auf den Straßen waren, rufen nun, gerne auch via Twitter, dazu auf, die Muslimbrüder „fertigzumachen“. Es geht hier nicht um ein paar Tausend: Millionen Ägypter sollen fertiggemacht werden. Die Muslimbrüder selbst haben nach den tödlichen Schüssen auf ihre Mitglieder ihre Märtyrer bekommen und rufen zum Aufstand auf. Das Problem ist, dass es keine neutrale staatliche Institution gibt, die die Gewaltspirale aufhalten kann. Die Armee scheidet mit der Beseitigung Mursis und auch mit den Schüssen am Montagmorgen als Vermittlungsinstanz aus. Und das Ganze findet in einem Vakuum legitimer Autorität statt. Die Übergangsperiode hin zu Präsidentschaftswahlen hat den denkbar schlechtesten Start bekommen. […] Daher ist es gar nicht mehr wichtig, wer der nächste Regierungschef wird, denn er wird ein unregierbares Land verwalten. Vor ein paar Tagen konnte man noch hoffen, dass es so früh wie möglich zu Präsidentschaftswahlen kommt, um erneut der Führung des Landes eine demokratische Legitimität zu geben. Jetzt ist es schwer, sich vorzustellen, dass die Ägypter noch mal vor den Urnen Schlange stehen, ohne sich gegenseitig umzubringen. […] Er wird endgültig eine Radikalisierung des politischen Islam auslösen. Und dazu führen, dass sich in einem unregierbaren Land die Armee noch mehr in der Politik verstrickt. Und wo bleibt die gute Nachricht? Im Moment gibt es keine.“
„[…] Was aber wollte das Volk, das eben die Macht an sich gerissen hatte? Es wollte tausend Dinge, für die landauf, landab unzählige Demonstrationen, Besetzungen und Streiks abgehalten wurden. Auf diesen Aufwallungen ritten Dutzende von Parteien und Gruppen, Hunderte von Politikern und Predigern, die sich zu Sprechern des Volkswillens machten. Die Surfer auf der revolutionären Welle hoben allerdings rasch vom Volkswillen ab und verstrickten sich in einen erbitterten Streit um die Frage, ob nun ein islamischer oder ein säkularer Staat zu schaffen sei. […] Weder die Militärs in ihrer ersten Runde an der Macht noch die Muslimbrüder haben es gewagt, die schmerzlichen Reformen durchzuführen, welche die internationalen Kreditgeber von Ägypten verlangen. Alle wissen, dass die unvermeidlichen Subventionskürzungen und die damit einhergehenden Preiserhöhungen für Brot, Kochgas und Benzin eine riskante Herausforderung sind. Sie werden die Klientel der Islamisten am härtesten treffen, und diese werden die Gelegenheit kaum verpassen, ihre Anhänger zum Protest zu mobilisieren, um ihre Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. […] Der Fall Mursis wird jedenfalls in den Augen vieler und weit über Ägypten hinaus die These bestätigen, dass Demokratie ein leeres Schlagwort ist, das nur so lange gilt, als sie nicht den Islamisten den Weg an die Macht ermöglicht. Wie in Algerien im Jahr 1992 und in Palästina 2006 ist in Ägypten ein islamistischer Wahlsieg sabotiert worden. Das ist Wasser auf die Mühlen jener, die den bewaffneten Kampf als einziges Mittel anpreisen, den Muslimen zu ihrem Recht zu verhelfen. Die Prediger des Jihad können nicht nur in Ägypten auf neue Rekruten zählen.“
http://www.elwatan.com/international/le-syndrome-algerien-05-07-2013-219996_112.php
le 05.07.13 | 10h00 Réagissez
Presque instantanément, la Toile algérienne s’est enflammée en commentaires après le coup d’Etat en Egypte. Les Algériens, mais aussi des commentateurs d’ailleurs, ont rapidement pensé au soir du 12 janvier 1992, quand l’armée algérienne avait décidé d’interrompre le processus électoral. La question de cette date charnière reste un sujet de discorde profond qui, à la lumière de ce qui se passe en Egypte, relance le débat.